Wirtschaft
2014 - Firmengründer Nicholas Woodman feiert den Börsengang von GoPro.
2014 - Firmengründer Nicholas Woodman feiert den Börsengang von GoPro.(Foto: AP)
Montag, 08. Januar 2018

Ausstieg aus Drohnen-Geschäft: GoPro entlässt 20 Prozent der Mitarbeiter

Auch der Chef spart, er reduziert sein Gehalt auf einen Dollar. Es ist Teil eines radikalen Umbaus bei dem Actionkamera-Hersteller GoPro. 20 Prozent der Belegschaft sollen entlassen werden, den Drohnen-Bau wirft man ganz über Bord.

Der Actionkamera-Spezialist GoPro gibt sich nach gut einem Jahr im Drohnen-Geschäft geschlagen. Die GoPro-Drohne "Karma" habe in einem hart umkämpften Markt Probleme bei der Profitabilität gehabt, räumte die kalifornische Firma ein. In dem Geschäft sind vor allem asiatische Anbieter wie DJI stark. Außerdem würden die schärferen Regeln für Drohnenflüge die interessierte Zielgruppe in den kommenden Jahren voraussichtlich schrumpfen lassen, erklärte GoPro.

Mit dem Ausstieg soll die weltweite Mitarbeiterzahl von 1254 auf unter 1000 sinken - also um etwa 20 Prozent reduziert werden. Der Stellenabbau wird insbesondere im ersten Quartal durchschlagen und das Ergebnis mit 23 bis 33 Millionen Dollar belasten. Im frühen Handel an der Wall Street sackte die Aktie daraufhin ab.

Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass Gründer und CEO Nicholas Woodman seine Gehaltszahlungen in bar für das laufende Jahr auf einen Dollar reduzieren werde, um den Umbau des Unternehmens zu unterstützen. Laut "Bloomberg" hatte Woodman vor zwei Jahren noch 1,1 Millionen Dollar verdient.

Probleme mit der Drohne

Der Umsatz von GoPro im vierten Quartal habe nur 340 Millionen US-Dollar erreicht, warnte das Unternehmen. Analysten hatten ihm dagegen 472 Millionen Dollar zugetraut. Woodman begründete die schwache Umsatzentwicklung damit, dass der Konzern seine Preisvorstellungen für das Modell Hero5 Black nicht habe durchsetzen können. Erst mit einer Preisreduzierung am 10. Dezember habe sich die Absatzentwicklung verbessert.

GoPro hatte mit dem Einstieg in den Drohnen-Markt große Hoffnungen auf eine Belebung seines Geschäfts verbunden, nachdem das anfängliche rasante Wachstum bei Actionkameras für Sportler oder Abenteurer vorbei war. Doch GoPro verpatzte den Marktstart und musste das mit Spannung erwartete Gerät nach nur zwei Wochen wegen Absturzgefahr zurückrufen.

Als Problem wurde die Verriegelung des Batteriefachs ausgemacht - dadurch hätten sich in einigen Fällen die Akkus gelöst und die Stromzufuhr gekappt. Alle rund 2500 verkauften "Karma"-Drohnen wurden zurückgerufen. Es dauerte rund drei Monate, bis das erneuerte Modell wieder in den Handel kam.

Quelle: n-tv.de