Wirtschaft

Fast alle Kunden angemeldet Großes Interesse an VW-Vergleich

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Betroffene VW-Besitzer haben noch bis zum 20 April Zeit, um den Vergleich anzunehmen.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Die große Mehrheit der vergleichsberechtigten VW-Kunden zeigen Interesse an einer außergerichtlichen Lösung. Noch bis zum 20. April haben die restlichen Verbraucher Zeit, sich für einen Vergleich oder für eine Einzelklage zu entscheiden.

Bis zu 830 Millionen Euro muss der Autobauer Volkswagen an Entschädigungen an seine Kunden zahlen, die im Zuge des Dieselskandals betrogen wurden. Nach langem Streit war Ende Februar zwischen der Verbraucherzentrale Bundesverband und Volkswagen ein Vergleich zustande gekommen. Heißt: Eine schnelle außergerichtliche Lösung soll her. Vergleichsberechtigte Kunden müssen sich bis zum 20. April entscheiden, ob sie den Weg des Vergleichs wählen oder doch über einen Einzelklage gehen wollen.

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Neue Zahlen, die der RTL/ntv Redaktion exklusiv vorliegen, zeigen allerdings, dass 95 Prozent aller Vergleichsberechtigten sich bereits im entsprechenden Portal angemeldet haben. Insgesamt haben somit 250.000 von 262.500 VW-Kunden Interesse an einem Vergleich gezeigt. 210.000 Kunden haben ihre Dokumente (zum Beispiel den Fahrzeugschein) hochgeladen und damit signalisiert, den Vergleich auch annehmen zu wollen. 130.000 Vergleiche sind bereits fertig geprüft. VW bietet Verbrauchern, die bestimmte Kriterien erfüllen, Einmalzahlungen als Entschädigung. Diese reichen von 1350 bis 6257 Euro. Hier kommt es auf das Fahrzeugmodell und -alter an.

Vom Autobauer heißt es, dass die Vergleichssummen ab dem 5. Mai ausgezahlt werden können. Innerhalb von 12 Wochen erhielten dann alle Vergleichsberechtigten ihr Geld. Kunden, die den Vergleich online abgeschlossen haben, erhielten am Abend des 20. April eine E-Mail, dass der Vergleich angenommen wurde. VW-Kunden, die den postalischen Weg gewählt haben, bekämen ab dem 20. April einen entsprechenden Brief.

Vergleich oder Klage?

Interessant ist die Frage, welcher Weg für die betrogenen VW-Kunden der sinnvollere ist. Ein Argument, das gegen eine Einzelklage spricht: die Zeit. Ein gerichtliches Verfahren könnte sich über Jahre strecken. Bei Erfolg müsste der Kläger dann sogar sein Auto abgeben, welches in der Zwischenzeit massiv an Wert verloren haben könnte - der Rückabwicklungsbetrag würde also sinken. Selbst bei einem günstigen Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) könnten Verbraucher also schlechter dastehen als bei dem Vergleich. Wichtig zu wissen ist allerdings auch: Wer das Geld im Zuge des Vergleichs annimmt, muss wiederum erklären, dass er auf weitere Klagen verzichtet.

Viele Klägeranwälte wetten darauf, dass der BGH in seinem ersten Urteil den Kunden mit betroffenen Diesel-Autos (EA189-Motor) Schadenersatzansprüche zuspricht und darüber hinaus verbraucherfreundlichen Rechtsauslegungen zustimmt. In Einzelklagen könnte dann noch mehr Geld zu holen sein. Wie das Urteil des BGH ausfällt und wann dies gesprochen wird, ist allerdings offen.

Quelle: ntv.de