Wirtschaft

Deutsche Kauflaune hält an IWF erhöht Wachstumsprognose

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Deutschland profitiere von seinen gesunden Unternehmen und Privathaushalten, sagt der IWF.

(Foto: picture alliance / dpa)

Optimistischer als die Bundesbank ist derzeit der Internationale Währungsfonds - wenn es um die deutsche Wirtschaft geht. Seine Wachstums-Prognose hat er nun auf 1,9 Prozent nach oben korrigiert. Allerdings warnen die Experten auch vor unberechenbaren Risiken.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland nach oben korrigiert. Ungeachtet der Ukraine-Krise werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 1,9 Prozent zulegen, heißt es in dem Jahresbericht für die Bundesrepublik.

Bislang war der IWF von einem Wachstum von 1,7 Prozent ausgegangen. Auch für das kommende Jahr erhöhte er die Prognose für Deutschland von bislang 1,6 Prozent auf 1,7 Prozent.

Vor allem wegen der Binnennachfrage und aufgrund des soliden Arbeitsmarktes befinde sich Deutschland im Aufschwung, erklärte der Währungsfonds. Außerdem profitiere Deutschland von seinen gesunden Unternehmen und Privathaushalten sowie von einer besseren Haushaltslage. Auch der Bankensektor habe sich Schritt für Schritt stabilisiert, so der IWF.

Währungsfonds rät Staat zu mehr Investitionen

Der IWF lobte Deutschland ausdrücklich für seine Finanz- und Wirtschaftspolitik. Angesichts der mittelfristig allerdings relativ bescheidenen Wachstumsperspektiven rät er zu mehr Investitionen. Ohne Vereinbarungen zu verletzten, könnte der Staat dafür jährlich zusätzlich ein halbes Prozent der Wirtschaftleistung - also rund 14 Milliarden Euro - ausgeben. "Deutschland könnte mehr tun, um sein Wachstum zu fördern und seine Rolle als Zugpferd im Euro-Raum auszubauen", mahnte der IWF.

Gleichzeitig warnte er vor möglichen Folgen der Ukraine-Krise für die deutsche Konjunktur. Eine Eskalation der geopolitischen Spannungen in der Ukraine und Russland könne Deutschland schaden.

Sorge um Abhängigkeit von russischem Öl und Gas

Die direkten Handelsverbindungen seien zwar überschaubar, aber die Risiken könnten Deutschland indirekt treffen, weil Deutschlands Handelspartner in der Region geschwächt werden könnten, erklärte der IWF. Bei Spannungen auf dem Energiemarkt könne Deutschland allerdings wegen seiner hohen Abhängigkeit von russischem Öl und Gas stark betroffen sein.

Die Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr eine Wachstumspause eingelegt hat. Sie sieht das BIP im zweiten Vierteljahr lediglich auf dem Niveau des Vorquartals, wie ihre Volkswirte im neuen Monatsbericht schrieben. Ökonomen hatten sich zuletzt zuversichtlicher geäußert und rechnen mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis März war dank des milden Winters mit 0,8 Prozent das stärkste Plus seit drei Jahren erzielt worden.

Quelle: ntv.de, kst/rts/AFP