Wirtschaft

"Nicht auf nachhaltigem Weg" IWF stellt USA schlechtes Zeugnis aus

imago89566724h.jpg

Am Hafen von Seattle läuft der Betrieb auf Hochtouren - die USA befinden sich in der längsten Periode wirtschaftlichen Wachstums in ihrer Geschichte.

(Foto: imago/Mint Images)

Die US-Wirtschaft boomt, doch für den Internationale Währungsfonds steht sie auf wackeligen Beinen. Grund dafür sind die wachsenden öffentlichen Schulden. Auch die soziale Situation in den USA wird immer schlechter.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der US-Volkswirtschaft trotz einer guten Wachstumsprognose ein insgesamt schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Die öffentlichen Schulden der Vereinigten Staaten sind auf einem nicht nachhaltigen Weg", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Für den Gesamtstaat liegt die Schuldenquote jetzt bei 107 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Der IWF forderte die US-Regierung zum Handeln auf: "Es sind politische Anpassungen erforderlich, um den Anstieg des Haushaltsdefizits stetig umzukehren und die Staatsverschuldung auf einen Abwärtspfad zu bringen." Das Finanzsystem erscheine gesund, aber die mittelfristigen Risiken für die Finanzstabilität nähmen zu, mahnte der IWF.

Auch in den anhaltenden Handelskonflikten sieht der IWF ein "ernstes Risiko" für die US-Wirtschaft. Die Handelspolitik sei ein wichtiger Faktor für die inländische und globale Finanzlage sowie für Investitionsentscheidungen der Unternehmen, erklärte der IWF nach den jährlichen Konsultationen mit der US-Regierung. Zudem stelle eine abrupte Umkehrung der zuletzt sehr günstigen Finanzmarktbedingungen eine der größten Herausforderungen dar.

Effekte von Trumps Steuerreform schwinden

Die übergreifenden Indikatoren für die US-Volkswirtschaft seien dagegen positiv. Das Wirtschaftswachstum liege im laufenden Jahr bei 2,6 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als vom IWF zuvor vorhergesagt. Wegen der schwindenden Effekte von Donald Trumps Steuerreform werde dieses im nächsten Jahr auf 2,0 Prozent gebremst. Dennoch befänden sich die USA in der längsten Periode wirtschaftlichen Wachstums in ihrer Geschichte. Die Arbeitslosigkeit liege mit deutlich unter vier Prozent auf einem Niveau wie seit den späten 60er Jahren nicht mehr, sagte Lagarde.

Dagegen werde die soziale Situation in den USA immer schlechter. Die Lebenserwartung sinke, auch aufgrund des hohen Drogenkonsums. Die soziale Mobilität schwinde und die Verteilung von Wohlstand polarisiere sich immer mehr. 45 Millionen der rund 320 Millionen Menschen in den USA leben den IWF-Erhebungen zufolge in Armut. Gesundheitsversorgung und Bildung seien suboptimal. High-School-Absolventen schneiden in Tests dauerhaft schlechter ab als die meisten ihrer Altersgenossen in anderen G7-Ländern - und das, obwohl die USA einen hohen Anteil an ihrer Wirtschaftsleistung für Bildung ausgeben.

Quelle: n-tv.de, mba/DJ/dpa

Mehr zum Thema