Wirtschaft

Corona-Krise trifft Fluglinie Italien will Alitalia verstaatlichen

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Alitalia gehörte in seinen besseren Zeiten zu den Aushängeschildern der italienischen Wirtschaft.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren bangt Italien um seine einst stolze Fluglinie Alitalia. Das Unternehmen ist hochverschuldet. Die Reisebeschränkungen und Urlaubsstornierungen infolge der Corona-Pandemie bringen die Airline weiter ins Wanken. Die Regierung in Rom schreitet ein.

Die italienische Regierung will die Fluggesellschaft Alitalia verstaatlichen, deren wirtschaftliche Schwierigkeiten durch die Coronavirus-Krise massiv verstärkt wurden. Diese Entscheidung habe das Kabinett im Rahmen eines Hilfspakets für die Wirtschaft getroffen, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Regierung. Wegen der Corona-Krise sind weltweit unzählige Flüge ausgefallen, Fluggesellschaften in aller Welt haben dadurch massive Einbußen.

Die Regierung werde eine "neue Gesellschaft" gründen, die "vollständig vom Wirtschafts- und Finanzministerium oder von einer Gesellschaft, die sich mehrheitlich in öffentlichem Besitz befindet" kontrolliert werde, erklärte die Regierung.

Die Regierung um Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte lange nach einem Käufer gesucht. Alitalia ist de facto seit Mai 2017 insolvent, bekam aber immer wieder Kapital vom Staat nachgeschossen. Die Airline machte - Stand November 2019 - mit knapp 11.000 Beschäftigten rund 350 Millionen Euro Verlust im Jahr.

In den vergangenen zehn Jahren hat der italienische Staat schon mehr als 8,5 Milliarden Euro in die Gesellschaft hineingesteckt. Die Lufthansa, die als Interessent immer wieder ins Gespräch gebracht wurde, hatte erklärt, nur in eine restrukturierte Alitalia investieren zu wollen.

Italien ist das am meisten von der weltweiten Corona-Krise betroffene Land in Europa. 28.000 Menschen in dem Land wurden bisher positiv auf das Virus getestet, mehr als 2100 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Im ganzen Land gelten wegen der Krise drastische Einschränkungen. Experten warnen auch vor den langfristigen ökonomischen Gefahren. Italien gehört zu den am stärksten verschuldeten Ländern in Europa und verzeichnet zugleich das schwächste Wirtschaftswachstum.

Quelle: ntv.de, shu/AFP