Wirtschaft

4000 Beschäftigte betroffen Lufthansa Technik plant neue Einschnitte

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Lufthansa-Flugzeuge werden seit Juni nur noch im Ausland überholt.

(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Erst vor wenigen Wochen schloss Lufthansa Technik das letzte Dock zur Flugzeugwartung in Deutschland - nach sechs Jahrzehnten. Um auf dem umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, folgen nun weitere Einsparungen. Betroffen ist vor allem der Standort Frankfurt.

Lufthansa Technik läutet eine weitere Sparrunde ein. Im Bereich der Wartungsarbeiten im Linienbetrieb mit 4000 Beschäftigten in Deutschland sollten die Kosten um 25 Prozent sinken, sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Bußmann dem "Hamburger Abendblatt". Mit 3000 Menschen arbeite der Großteil von ihnen in Frankfurt, am Unternehmenssitz in Hamburg sind der Zeitung zufolge 150 Mitarbeiter betroffen.

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Erst vor einigen Wochen hatte in Hamburg nach sechs Jahrzehnten das letzte Dock für die Flugzeugwartung dichtgemacht. Bußmann verteidigte das Aus. "Seit langer Zeit haben wir bei jedem Flugzeug, das wir in Hamburg überholt haben, etwas draufgezahlt. Das ist keine Dauerlösung", sagte er dem Blatt. Die Flugzeuge werden nun stattdessen an ausländischen Standorten wie Budapest, Sofia oder Manila überholt.

Man sei zu 75 bis 80 Prozent vom Weltmarkt abhängig, sagte Bußmann. Daher müsse man immer konsequent auf die Kosten gucken. Weltweit unterhält Lufthansa Technik nach eigenen Angaben an verschiedenen Standorten 35 Docks in diesem Produktbereich. In der Triebwerksüberholung einigte sich das Unternehmen im Sommer 2016 auf einen Stellenabbau und längere Arbeitszeiten.

Branche von starkem Wettbewerb geprägt

Lufthansa Technik ist Weltmarktführer bei der Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen und beschäftigt rund um den Globus mehr als 20.000 Mitarbeiter. Der Umsatz der 100-prozentigen Lufthansa-Tochter stagnierte 2016 jedoch bei etwa 5,1 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebit) ging um gut neun Prozent auf 411 Millionen Euro zurück.

Das Unternehmen bewegt sich in einem schwierigen Markt, der vom Wachstum des internationalen Luftverkehrs einerseits, starkem Wettbewerb und Preisdruck andererseits geprägt ist. Lufthansa Technik habe es dennoch geschafft, die Position als Weltmarktführer zu festigen, hatte Bußmann im März gesagt.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/rts