Wirtschaft

100 Millionen Dollar für Ideen Musk lockt Klimaretter mit Mega-Preisgeld

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Elon Musk wirbt für sein Klima-Projekt "XPrize Carbon Removal", das von seiner neuen Elon Musk Foundation gesponsort wird.

(Foto: Screenshot XPrize.org)

Gewohnt locker, barfuß und mit neuem Haarschnitt wirbt Elon Musk in einem Livestream für seinen Wettbewerb "XPrize". Für gute und bezahlbare Technologien zur CO2-Reduzierung winkt Tüftlern ein sattes Preisgeld. Offenbar will der Tesla-Chef nun einen Fußabdruck als Philanthrop hinterlassen.

Tech-Milliardär Elon Musk macht mit einem neuen Projekt Ernst: Im Rahmen eines Wettbewerbs "XPrize Carbon Removal" stellt er Tüftlern 100 Millionen Dollar für innovative Ideen zur Bekämpfung der Erderwärmung in Aussicht. "Im Moment haben wir nur einen Planeten", begründete der Tesla-Chef sein Engagement am Vortag in einem Livestream aus Florida. Die Menschheit sei zwar "nicht verloren", wie er lachend dem Vorsitzenden von "XPrize", Peter Diamandi, sagt. Aber: "Selbst bei einer Katastrophenchance von 0,1 Prozent - warum dieses Risiko eingehen? Das ist doch verrückt!", so Musk.

Betont locker, barfuß, mit schwarzem T-Shirt und neuem Undercut-Haarschnitt, bezeichnet sich der Tesla-Chef dabei ausdrücklich nicht als "größten Klima-Kritiker". Er sehe sich in der Debatte um die Erderwärmung eher "irgendwo in der Mitte".

Dass er beabsichtigt, 100 Millionen Dollar Preisgeld zum Zweck der CO2-Reduzierung auszuloben, hatte Musk bereits im Januar angekündigt. Am Donnerstag, dem "Tag der Erde", verkündete er nun die groben Regeln für den Wettbewerb. Die Laufzeit beträgt demnach vier Jahre. Sie endet punktgenau am "Tag der Erde" 2025. Konkretes Ziel der Ausschreibung ist eine Lösung zur CO2-Entfernung von jährlich 1000 Tonnen aus der Atmosphäre. Die Teilnehmer des Wettbewerbs müssen in den vier Jahren einen Plan entwickeln, wie Kohlenstoff für mindestens 100 Jahre gebunden werden kann. Die Organisatoren von XPrize bezeichnen das Preisgeld als den "größten finanziellen Anreiz in der Geschichte" im Kampf gegen die Erderwärmung.

Maßnahmen müssen bezahlbar sein

Die Erderwärmung resultiert für Musk vor allem aus einem "Fehler" in der bestehenden Marktwirtschaft, wie er in dem Video sagt. Nebeneffekte wie der CO2-Ausstoß oder die Müllentsorgung seien bislang nicht eingepreist. Er befürwortet deshalb eine CO2-Steuer, die aber nicht "aggressiv" oder "unfair" gegenüber Geringverdienern sein sollte, wie er sagt.

"Sowohl die Kosten als auch die Skalierbarkeit müssen berücksichtigt werden. Wird es genug Kohlenstoff sein, um eine Rolle zu spielen, und können wir es uns als Zivilisation leisten? Das sind zwei Dinge, auf die es ankommt", konkretisiert der Ausnahmeunternehmer die Anforderungen an die Teams.

Mitte Mai sollen nach Aussage der Organisatoren weitere Details zum Wettbewerb bekannt gegeben werden. Gesponsert wird das Projekt von der neuen Elon Musk Foundation. Musk, der zu den reichsten Menschen der Erde gehört, war im Vorfeld der Stiftungsgründung mehrfach für seine vergleichsweise bescheidenen philanthropischen Bemühungen kritisiert worden.

Klimaschutz wird in der Wirtschaft zunehmend großgeschrieben. Erst diese Woche verpflichteten sich Banken rund um den Erdball zu mehr Klimaschutz. In der "Net-Zero Banking Alliance" streben die Geldhäuser an, ihren Ausstoß des Treibhausgases CO2 bestmöglich zu verringern. Ziel der von der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms angestoßenen Allianz ist es, bis spätestens 2050 die CO2-Emissionen aus Geschäftsbetrieb sowie Kredit- und Investmentportfolios auf netto null zu senken.

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Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re sieht im Klimawandel langfristig die größte Bedrohung für die globale Wirtschaft. Ohne Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes drohe in den nächsten 30 Jahren ein globaler Temperaturanstieg um mehr als drei Grad Celsius und die Weltwirtschaft würde um 18 Prozent schrumpfen, heißt es in einer Analyse des Konzerns aus Zürich.

Am stärksten betroffen wäre Asien, wobei China im schlimmsten Fall ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von fast 24 Prozent drohe. Die USA würden fast 10 Prozent und Europa knapp 11 Prozent einbüßen.

Quelle: ntv.de, mit rts

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