Wirtschaft

"Sehen keine Markterholung" Osram leuchtet weiter rot

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Osram weht im Wind der Weltkonjunktur.

(Foto: imago/Sven Simon)

Dem Lichtkonzern Osram bleiben die Probleme treu. Der sich eintrübenden Konjunktur ist das Unternehmen ausgeliefert. Erneut endet ein Quartal mit einem Verlust.

Einmal mehr haben die schwache Automobilkonjunktur und die inzwischen ebenfalls sinkende Nachfrage nach Smartphones den Lichtkonzern in die Verlustzone gedrückt. Und Besserung ist nicht in Sicht: "Kurzfristig registrieren wir keine nennenswerte Erholung der Märkte", sagte Konzernchef Olaf Berlien. Es ist für die Münchener das dritte Quartal in Folge mit einem Minus.

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Per Ende Juli summierte sich der Fehlbetrag aus fortgeführten Geschäften auf 35 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren nach Steuern noch 42 Millionen Euro hängen geblieben. Die Einnahmen fielen mit 850 Millionen Euro um fast ein Zehntel geringer aus. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) brach um über die Hälfte auf 58 Millionen Euro ein. Folglich sank die entsprechende Marge auf 6,8 Prozent.

Am Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 per Ende September hält der Konzern fest. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern weiter mit 11 bis 14 Prozent Umsatzrückgang im fortgeführten Geschäft und einer bereinigten Ebitda-Marge von 8 bis 10 Prozent. Der Cashflow wird mit minus 50 bis minus 150 Millionen negativ ausfallen.

Einziger Lichtblick ist offensichtlich der chinesische Markt, wo die Nachfrage nach einem Einbruch Ende vergangenen Jahres inzwischen wieder leicht anzieht: "Hier hat man das Gefühl, dass die Badewanne den tiefsten Punkt hinter sich hätte", sagte der Osram-Chef. In Nordamerika und Europa hingegen sei die Nachfrage "absolut flat".

Für Osram läuft seit vergangener Woche das 3,5 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot von Bain und Carlyle. Die beiden Finanzinvestoren haben versprochen, Osram in seiner jetzigen Form zu erhalten und wollen in erheblichem Maße Zeit und Geld investieren, um das langfristige Potenzial von Osram zu heben. Größte Hürde bei der Offerte dürfte die Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent sein.

Aufsichtsrat und Vorstand empfahlen den Osram-Aktionären erneut, das Übernahmeangebot anzunehmen. Der gebotene Preis von 35 Euro je Aktie in bar - in der Summe sind das knapp 3,4 Milliarden Euro - sei angemessen.

"Das Angebot ist attraktiv für das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Aktionäre", sagte Berlien. "Bain und Carlyle unterstützen mit ihrer Finanzkraft die laufende Transformation und ermöglichen strategisch wichtige Weichenstellungen." Auch die IG Metall hat keine grundsätzlichen Einwände gegen die zwei US-Unternehmen. Osram-Aktionäre können das Angebot bis zum 5. September annehmen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/DJ

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