Wirtschaft

Aktie bricht um zehn Prozent ein Peloton zieht Laufbänder aus dem Verkehr

Noch vor wenigen Wochen streitet Peloton Probleme mit seinen Laufbändern ab, nun ruft das Unternehmen sie doch allesamt zurück. Zu groß sei die mögliche Verletzungsgefahr, ein Kind soll bei einem Unfall gar gestorben sein. Die Aktie bricht ein, allerdings droht dem Unternehmen noch größerer Ärger.

Der Fitnessgeräte-Anbieter Peloton profitierte besonders in der Corona-Krise. Nach einer Reihe von Unfällen ruft das US-Unternehmen nun seine beiden Laufbandmodelle zurück. Brisant ist, dass die Firma Mitte April zunächst eine Warnung der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC vor ihren Laufbändern zurückgewiesen hatte. Jetzt sagte Peloton-Chef John Foley zum damaligen Widerspruch "Peloton hat einen Fehler gemacht", wofür er sich entschuldige.

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In Deutschland verkaufte Peloton die Laufbänder nicht. Dafür standen Training-Bikes hoch im Kurs.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

In Deutschland verkauft Peloton die Laufbänder nicht, sondern beschränkt sich auf seine Trainings-Bikes. Die Peloton-Aktie fiel nach der Rückrufnachricht im frühen US-Handel zeitweise um mehr als zehn Prozent auf knapp 87 Dollar. Seit Bekanntwerden erster Warnungen hat die Aktie insgesamt rund ein Viertel an Wert eingebüßt.

Das rund 4300 Dollar teure Modell "Tread+" war bereits im März in die Schlagzeilen geraten, als der Tod eines sechsjährigen Kindes bekannt wurde, das unter den Teppich des Laufbandes gezogen worden war. Die CPSC berichtete wenige Wochen später von 72 Unfällen, 29 davon bei Kindern. Dabei sei es etwa zu Schürfwunden, Knochenbrüchen und offenen Verletzungen gekommen. Insgesamt sollen 125.000 Geräte des Modells vom Rückruf betroffen sein. Beim etwas günstigeren Modell "Tread" könne der Bildschirm abbrechen und die Nutzer verletzen, warnten jetzt Peloton und die CPSC. 1050 Geräte gehen auch hier zurück an den Hersteller. Kunden sollten die Nutzung beider Geräte sofort einstellen.

Erste Sammelklagen sind eingereicht

Dem Unternehmen droht eine Klagewelle. Etliche Anwaltskanzleien trommeln bereits Mandanten für Massenverfahren zusammen, die ersten Sammelklagen wurden bereits bei US-Gerichten eingereicht. Neben betroffenen Kunden rufen Anwaltskanzleien auch Aktionäre auf, sich an den Verfahren zu beteiligen, um Schadenersatz für angeblich wegen der Sicherheitsmängel entstandene Kursverluste einzuklagen.

Peloton war in der Corona-Pandemie angesichts geschlossener Fitnessstudios rasant gewachsen und knackte im Weihnachtsquartal die Marke von einer Milliarde Dollar beim Umsatz. Dabei kam die Firma sogar mit den Lieferungen nicht hinterher und nahm 100 Millionen Dollar in die Hand, um mit schnellerem Transport per Flugzeug und Schiff die "nicht akzeptablen" Wartezeiten zu verkürzen.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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