Wirtschaft

Neue Art des Geldeintreibens Wenn der Inkassovertreter bei Whatsapp klingelt

Post vom Inkassobüro

Steigt die Zahlungsbereitschaft, wenn säumige Kunden per E-Mail und nicht per Post informiert werden?

(Foto: dpa)

Stephan Stricker hat eines der erfolgreichsten Fintechs in Deutschland aufgebaut. Eines, das schon nach wenigen Jahren profitabel war. Pair Finance betreibt digitale Inkasso-Dienstleistungen. Damit will Stricker auch das Image der Branche aufbessern.

800 Inkasso-Unternehmen gibt es in Deutschland. Stephan Stricker gibt zu, selbst mal "Kunde" von einem gewesen zu sein. "Ich war auch schon mal im Inkasso als Student", erzählt er im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Diese Erfahrung ist aber nicht der Grund dafür, dass Stricker nach Abstechern in die Bereiche Unternehmensberatung und Marketing plötzlich die Branche gewechselt und Pair Finance gegründet hat. Er ist fasziniert von den Daten, die sich mit Inkasso-Dienstleistungen erheben lassen.

Pair Finance ist eines der erfolgreichsten Fintechs in Deutschland und vor allem eines, das schon nach wenigen Jahren profitabel war. Ein Grund dafür ist, dass Stricker frischen, digitalen Wind in eine Branche bringt, die er selbst als "sehr verkrustet" beschreibt.

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Stephan Stricker will den Ruf der Inkassobranche verbessern.

(Foto: Pair Finance)

Als Dienstleister greift das Startup auf vier Datenquellen zu, um säumige Verbraucher zu kategorisieren. Dazu gehören beispielsweise Informationen aus Google Maps. Die Wohnlage lasse Rückschlüsse auf das monatliche Gehalt zu, sagt Stricker. "Und dann gibt es die sogenannten verhaltensorientierten Daten."

"Psychologisch besser ansprechen"

Für den Unternehmer ist das der spannendste Bereich. Diese Daten beinhalten Informationen darüber, wie Verbraucher mit Inkasso-Unternehmen wie Pair Finance interagieren. "Wenn er eine E-Mail bekommt, öffnet er die?", nennt er als Beispiel.

Daten wie diese sollen Pair Finance dabei helfen, säumige Kunden "psychologisch besser anzusprechen und zu sensitivieren, dass da eine offene Forderung ist", erklärt Stricker. Mit "besser ansprechen" meint der Gründer auch die Art, wie man auf die Menschen zugeht. Je nachdem, wie jemand tickt, bekommt er die Zahlungserinnerung per E-Mail, Whatsapp oder SMS zugestellt. Und das in möglichst einfachen Worten.

Wie der Unternehmer mit Kritik an der Branche umgeht und wie es aus seiner Sicht um Fintechs in Deutschland steht, erzählt Stephan Stricker in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Quelle: ntv.de, sks

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