Wirtschaft

Neue Arbeitskräfte aus Asien Polen klopft auf den Philippinen an

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"Kulturelle Nähe" zu Polen? Philippinische Gastarbeiterinnen, hier bei ihrer Rückkehr aus Kuwait.

(Foto: REUTERS)

Der demografische Wandel verheißt für Polen nichts Gutes: Die Gesellschaft altert. Der Nachwuchs wandert ab. In der Wirtschaft zeichnet sich ein bedenklicher Mangel an Arbeitskräften ab. Warschau will mit einem Anwerbeabkommen in Asien gegensteuern.

Die polnische Regierung will wegen des zunehmenden Fachkräftemangels Arbeiter von den Philippinen anwerben. Die Verhandlungen mit der philippinischen Regierung seien "auf einem guten Weg" und könnten im Herbst zur Unterzeichnung eines Anwerbeabkommens führen, sagte der stellvertretende Arbeitsminister Stanislaw Szwed. Er verwies auf die "kulturelle Nähe" beider Länder - "insbesondere durch die katholische Konfession".

Die nationalkonservative Regierung in Warschau verfolgt eigentlich eine migrationsfeindliche Politik und lehnt etwa die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen EU-Ländern strikt ab. Sie begründet dies mit Sicherheitsbedenken und religiösen Zweifeln wegen des muslimischen Glaubens vieler Flüchtlinge.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung der Philippinen sind römisch-katholisch getauft. Weitere 10 Prozent sind evangelisch. In einigen Regionen des Inselstaats mit seinen rund 106 Millionen Einwohnern gibt es muslimisch geprägte Bevölkerungsanteile.

Polen gehen die Arbeiter aus

Wegen der niedrigen Geburtenrate, der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und der Abwanderung polnischer Arbeitskräfte in reichere EU-Länder rechnen Experten allerdings mit einem dramatischen Arbeitskräftemangel: Im Jahr 2030 könnte jeder fünfte Arbeitsplatz in Polen unbesetzt sein, falls das Land dafür keine Migranten anwirbt.

Vizeminister Szwed sagte, Polen wolle sich auf den Philippinen vor allem um qualifizierte Fachkräfte bemühen - etwa im IT-Bereich, im Baugewerbe und im Gesundheitssektor. Zu welchen Konditionen die polnische Regierung die dringend benötigten Fachkräfte anwerben will, ist noch offen.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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