Wirtschaft

Mehr Verkehr auf die Schiene? Private Güterbahnen fordern vier Milliarden

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Nach Berechnungen des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) wurden seit der Bahnreform 1994 bis Anfang 2018 gut 1700 Kilometer Eisenbahnstrecke in Deutschland neu gebaut oder umgebaut. Das Straßennetz ist dagegen um 247.000 Kilometer gewachsen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei Investitionen in die Infrastruktur liegt der Straßenbau weiter vorn. Wenn mehr Verkehr auf die Schiene soll, so wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, braucht es eine andere Investitionsstrategie. Die privaten Güterbahnen haben einen Plan - und präsentieren gleich die Rechnung dazu.

Die privaten Güterbahnen fordern von der Bundesregierung, den Marktanteil der Schiene am Güterverkehr von jetzt 19 Prozent bis 2035 zu verdoppeln. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) und der Verband der Güterwagenhalter (VPI) dringen auf einen zügigeren und umfangreicheren Ausbau der Infrastruktur als bisher geplant, wie das Magazin "Focus" berichtete.

"Wenn die Bundesregierung es Ernst meint mit ihrem Versprechen, deutlich mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, muss sie das Schienennetz effizienter nutzen und für den gezielten Ausbau verlässlich mehr Geld als bisher zur Verfügung stellen", sagte der NEE-Vorstandschef Ludolf Kerkeling dem "Focus". Gleichzeitig müssten die Behörden die Genehmigungsverfahren schneller bearbeiten und vor allem müsse die Sparte DB Netze schneller planen.

Das Ziel mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, haben Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. In einem Gutachten für die Verbände kommt die Beratungsgesellschaft KCW laut dem Bericht auf insgesamt 118 Ausbaumaßnahmen, die notwendig wären, um den Güterverkehr zu verdoppeln. Dafür errechneten die Gutachter Mehrkosten von 4,2 Milliarden Euro, zusätzlich zu den 18 Milliarden Euro, die bislang für Aus- und Neubau geplant sind.

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Quelle: n-tv.de, ddi/AFP

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