Wirtschaft

Preise steigen schon seit 2021 Reifen werden deutlich teurer

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Russland und die Ukraine waren laut Verband bislang führend bei der Versorgung Europas mit synthetischem Kautschuk und mit Ruß.

(Foto: IMAGO/Andreas Haas)

Bereits seit Anfang 2021 sind die Preise für Autoreifen deutlich gestiegen. Inzwischen wirken sich auch die Folgen des Ukraine-Kriegs aus - denn viele Rohmaterialien kommen aus Russland und der Ukraine. Auf kurze Sicht gibt es laut Branchenverband keine alternativen Versorgungsmöglichkeiten.

Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich auf weitere deutliche Preissteigerungen bei Reifen einstellen. "Wir bekommen die Preisentwicklung massiv bei den Personalkosten und im Einkauf zu spüren", sagte Stephan Helm, Vorsitzender des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk, der aktuellen Ausgabe der "Automobilwoche".

Seit Anfang 2021 seien die Reifenpreise bereits um rund 20 Prozent gestiegen. Nun wirken sich die Folgen des Ukraine-Kriegs aus. Russland und die Ukraine waren nach Angaben Helms bislang führend bei der Versorgung Europas mit synthetischem Kautschuk (Butylkautschuk) und mit Ruß. Russland allein lieferte laut europäischem Reifenherstellerverband ETRMA bis zu 40 Prozent des benötigten Rußes. "Diese Rohmaterialien sind von entscheidender Bedeutung für unsere Industrie, und es gibt auf kurze Sicht keine alternativen Versorgungsmöglichkeiten", sagte ETRMA-Generalsekretärin Fazilet Cinaralp der "Automobilwoche".

Die Autoindustrie in Deutschland hat bereits Anfang April wegen des Kriegs in der Ukraine ihre Prognose nach unten geschraubt. Der Branchenverband VDA rechnet für das Gesamtjahr nur noch mit einem Produktionsplus von sieben Prozent auf 3,3 Millionen Autos, bislang hatte er 13 Prozent Zuwachs vorausgesagt. Auch die Auslandsproduktion werde mit zwei Prozent auf 9,6 Millionen Fahrzeuge nur noch halb so stark steigen wie zuletzt angenommen, teilte der VDA mit. Die Anpassungen seien eine erste Reaktion auf den Krieg in der Ukraine und seine Folgen für die Lieferketten und die Weltkonjunktur, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

"Die äußerst dynamischen Umstände, insbesondere die mögliche Ausweitung der Sanktionen gegenüber Russland und zusätzliche Unsicherheitsfaktoren wie mögliche Produktionsausfälle in China in Folge der Null-Covid-Strategie, könnten weitere Anpassungen der Prognosen in den kommenden Monaten erforderlich machen", sagte sie weiter.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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