Wirtschaft

200 Millionen für Informationen Rekordsumme für Deutsche-Bank-Whistleblower

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Den Namen des ehemaligen Mitarbeiters der Deutschen Bank nennt die US-Behörde nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist einer der größten Finanzskandale der vergangenen Jahre: Mitarbeiter von Großbanken manipulieren systematisch wichtige Zinssätze. Ein Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank bringt die Ermittlungen einen entscheidenden Schritt voran. Dafür erhält er nun eine Rekordbelohnung von der US-Behörde.

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC zahlt Insidern zufolge einem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank eine Rekordbelohnung von fast 200 Millionen Dollar für die Aufdeckung eines Skandals um manipulierte Zinssätze. Die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die für die Kontrolle der Derivatemärkte zuständig ist, kündigte die Belohnung in einer Mitteilung an, nannte aber keine näheren Details.

Während der Finanzkrise war bekannt geworden, dass es zwischen den Mitarbeitern mehrerer Großbanken über Jahre hinweg illegale Absprachen gegeben hatte, die wichtige Referenzzinssätze wie den Libor-Satz zu ihren Gunsten beeinflusst hatten. Im vergangenen Jahrzehnt hatten Behörden weltweit daher Strafen in Milliardenhöhe gegen Banken und Händler verhängt sowie Strafverfahren angestrengt.

Zwei mit dem Fall vertrauten Personen zufolge war der Whistleblower ehemals bei der Deutschen Bank beschäftigt. Das Geldhaus lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Die Kanzlei Kirby McInerney teilte mit, die von ihr vertretene Person habe die Rekordsumme zugesprochen bekommen, da sie 2012 umfangreiche Informationen und Dokumente zur Verfügung gestellt habe.

Gefährdet Auszahlung Whistleblower-Programm?

Kurz nach der Eröffnung der Ermittlungen habe er die Behörde mit Unterlagen versorgt, die zu unmittelbaren Beweisen von Fehlverhalten führten. Zudem hätten daraufhin noch andere Behörden eingeschaltet werden können, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete.

Dies habe Untersuchungen der CFTC und einer ausländische Behörde beschleunigt. Den Namen der Person nannte sie nicht. In den USA wurde vor kurzem ein Gesetz verabschiedet, um das CFTC-Whistleblower-Programm aufrecht zu erhalten.

Das "Wall Street Journal" hatte im Mai berichtet, das Programm sei aufgrund einer erwarteten hohen Auszahlung an einen Deutsche-Bank-Manager gefährdet. Diese stehe im Zusammengang mit dem Vergleich in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, auf den sich die Deutsche Bank vor einigen Jahren mit Aufsehern wegen der Libor-Manipulationen geeinigt hatte. Die CFTC lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf die Politik der Behörde ab. Nach dem Skandal wird inzwischen an einem Ersatz für den Libor-Zinssatz gearbeitet.

Quelle: ntv.de, spl/rts

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