Wirtschaft

Probleme dürften weiter wachsen Renault-Warnung schockt Autobranche

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Renault leidet unter anderem unter der schwierigeren Marktlage außerhalb Europas, geringen Fortschritten bei der Effizienzverbesserung und den Kosten im Zusammenhang mit Emissionsvorschriften.

(Foto: REUTERS)

Der französische Autobauer rechnet nun mit einem deutlichen Rückgang beim Umsatz bei sinkender Profitabilität. Die Aktionäre reagieren geschockt. Laut Analysten ist eine Verbesserung der Lage nicht absehbar.

Mit einer Warnung vor sinkendem Umsatz und Gewinn hat der Autobauer Renault die Anleger der gesamten Branche geschockt. Die Aktien des französischen Konzerns verloren 14 Prozent an Wert und steuern auf den größten Tagesverlust seit elf Jahren zu. Auch die Anteile der deutschen Autobauer gaben deutlich nach. Der Index für die Aktien der ganzen europäischen Autobranche büßte 2,7 Prozent ein.

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Die schwächelnde Nachfrage belastet Renault nach eigenen Angaben erheblich stärker als bisher erwartet. Bis vor wenigen Monaten war das damalige Management noch von einem deutlichen Umsatzanstieg für dieses Jahr ausgegangen. Im Juli wurde diese Hoffnung dann offiziell begraben.

Nun heißt es, die Erlöse dürften 2019 voraussichtlich um 3 bis 4 Prozent sinken. Zudem sollen nur noch etwa 5 statt 6 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn beim Konzern hängen bleiben. Die Konjunktur sei weniger vorteilhaft als erwartet, hieß es zur Begründung. Im dritten Quartal sank Renaults Umsatz den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Auf bereinigter Basis hätte der Rückgang 1,4 Prozent betragen. Trotz der bekannten Schwierigkeiten der gesamten Branchen hatten die Anleger mit so schlechten Zahlen offenbar nicht gerechnet.  Weitere Zahlen zum dritten Quartal will Renault am 25. Oktober veröffentlichen.

Chef ausgetauscht

Die Analysten von Evercore ISI befürchten, dass die Ursachen der Probleme von Renault - die schwierigere Marktlage außerhalb Europas, geringe Fortschritte bei der Effizienzverbesserung und Kosten im Zusammenhang mit Emissionsvorschriften - nicht verschwinden werden, sondern sich vielmehr verschlimmern dürften. Und die Abhängigkeit von den Dividenden des japanischen Partners Nissan sei ein großes Risiko in einer Zeit, in der die beiden Mühe hätten, ihre Partnerschaft am Leben zu erhalten. Die Renault-Gewinnwarnung dürfte diesen Konflikt verschärfen.

Erst vergangene Woche hatte Renault seinen Generaldirektor Thierry Bolloré gefeuert. Interims-Nachfolgerin wurde die bisherige Finanzchefin Clotilde Delbos. Bolloré führte bei Renault das operative Geschäft. Der Manager war schon unter dem früheren Konzernchef Carlos Ghosn die Nummer zwei bei dem Hersteller und galt als Kronprinz. Ghosn war im Januar zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/rts

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