Wirtschaft

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Taliban wollen Arbeiter mit Weizen bezahlen

40181204.jpg

Im ganzen Land sollen insgesamt 66.600 Tonnen Weizen verteilt werden.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Seit der Machtübernahme der Taliban verschlechtert sich die Wirtschaft Afghanistans immer weiter. Die Menschen finden keine Arbeit und jeder dritte Afghane ist vom Hunger bedroht. Die Regierung kündigt deswegen ein neues Beschäftigungsprogramm an. Geld sollen die Arbeiter aber nicht bekommen.

Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat ein Beschäftigungsprogramm zur Reduzierung von Arbeitslosigkeit und Hunger angekündigt. Wie der Regierungssprecher Sabihullah Mudschahid bei einer Pressekonferenz sagte, sollen tausende Arbeitslose an Beschäftigungsmaßnahmen teilnehmen und im Gegenzug Weizen bekommen. "Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit", sagte der Sprecher. Die Teilnehmer müssten jedoch "hart arbeiten". Geld sollen sie nicht bekommen.

Allein in der Hauptstadt Kabul sollen 40.000 Männer an dem auf zwei Monate angelegten Programm teilnehmen. Dafür sind demnach insgesamt 11.600 Tonnen Weizen vorgesehen. Im Rest des Landes sollen 55.000 Tonnen Weizen verteilt werden. Das neue Programm zielt auf Arbeitslose ab, die im Winter besonders von Hunger bedroht sind. Sie sollen etwa Wasserkanäle und Auffangbecken graben, um künftige Dürren abzumildern.

Afghanistan ist in hohem Maße auf ausländische Hilfen angewiesen, die seit der Machtübernahme der radikalislamischen Miliz im August zunächst stark zurückgefahren wurden. Die UNO warnt vor einer drohenden Hungersnot für einen Großteil der Bevölkerung, darunter Millionen Kinder, im Winter. Das Land kämpft mit einer Dürre, einer Wirtschaftskrise sowie Stromausfällen.

Wirtschaft kurz vor Kollaps

Nach der Machtübernahme durch die Taliban steht die Wirtschaft Afghanistans nach Einschätzung der Vereinten Nationen kurz vor dem Kollaps. Die weit verbreitete humanitäre Not, steigende Preise, eingefrorene Vermögen und eingestellte Entwicklungsprojekte hätten laut der Afghanistan-Beauftragte der Welternährungsorganisation WFP, Mary-Ellen McGroarty, zu einer Liquiditätskrise mit ungenügenden Mitteln an Bargeld geführt. Es könne sich nur noch um Wochen handeln, bis die Ökonomie des Landes zusammenbreche.

"Die Menschen werden Schwierigkeiten haben, sich selbst zu ernähren und sich warmzuhalten. Ich bin schon lange bei der WFP, und es ist das erste Mal, dass ich eine Krise so schnell eskalieren sehe wie diese", so McGroarty weiter. Mitte August hatten die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan die Macht übernommen. Seitdem hat sich die wirtschaftliche Lage des Landes immer weiter verschlechtert. Jeder dritte Afghane ist vom Hunger bedroht.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen