Wirtschaft

Deutschen Champion formen Thyssenkrupp Marine Systems will MV Werft Wismar

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Bislang baut Thyssenkrupp Marine Systems U-Boote in Kiel. Doch das Unternehmen hält auch den Standort Wismar für geeignet - und will diesen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bauer militärischer Schiffe, Thyssenkrupp Marine Systems, sagt eine Bereinigung des Werftenmarktes in Europa voraus. Dabei strebt das Unternehmen eine führende Rolle an. Mit Blick auf die anstehenden Bundeswehr-Milliarden richtet der Konzern seinen Blick auf weitere Kapazitäten und blickt konkret in den Nordosten.

Der U-Boot- und Marineschiff-Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) will eine führende Rolle bei der Konsolidierung der Werftindustrie in Deutschland und Europa einnehmen. "Wir brauchen eine Konsolidierung in Europa. Als TKMS können wir uns vielerlei Formen von Partnerschaften vorstellen", sagte Oliver Burkhard, der neue Vorstandsvorsitzende von TKMS, der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. Zunächst müsse jedoch für Deutschland eine Lösung gefunden werden.

"Wenn der Weg zu einem europäischen Riesen noch zu schwer ist, könnte stattdessen zunächst ein deutscher Champion geformt werden mit zum Beispiel Lürssen oder German Naval Yards", sagte Burkhard, der zugleich auch Personalvorstand des TKMS-Mutterkonzerns Thyssenkrupp ist.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und mit Blick auf das von der Bundesregierung angekündigte 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen zum Ausbau der Bundeswehr müsse sein Unternehmen zusätzliche Kapazitäten aufbauen. "Wir suchen auch aktiv nach neuen Fertigungsstandorten. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten", sagte Burkhard. An Nord- und Ostsee gebe es reichlich Werften, die aus der Krise des zivilen Schiffbaus heraus neue Betätigungsfelder suchten.

Aufträge bis zum Ende des Jahrzehnts

Dazu ist TKMS ins Rennen um einen möglichen Kauf von Teilen der insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern eingestiegen. "Wir haben Interesse am Standort Wismar", sagte Vorstandschef Burkhard. "Die Werft wäre für jede Form von zusätzlichen Aufträgen geeignet, seien es U-Boote oder Überwasser-Schiffe." Jetzt liege die Entscheidung beim Insolvenzverwalter und beim Gläubigerausschuss.

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Die MV Werften gehörten bis Januar zum asiatischen Genting-Konzern. Die Betriebe in Wismar, Rostock und Stralsund bauten mit mehr als 2000 Beschäftigten Kreuzfahrtschiffe für den Mutterkonzern. Die Corona-Pandemie brachte das Geschäft jedoch zum Erliegen und für die MV Werften wurde Insolvenz angemeldet. In einer Transfergesellschaft sind aktuell noch rund 1900 einstige Werftmitarbeiter versammelt.

TKMS ist auf Jahre hinaus ausgelastet. Die Werft baut zwei U-Boote für die deutsche und vier weitere für die norwegische Marine. Das Auftragsvolumen beträgt rund 5,5 Milliarden Euro. Die Auslieferung des ersten U-Boots für Norwegen wird früheren Angaben zufolge 2029 erwartet, die Auslieferung der beiden Boote für die deutsche Marine ist für 2032 und 2034 geplant. Zudem wurde Ende Januar bekannt, dass Israel drei weitere U-Boote in Kiel kauft.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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