Wirtschaft

Kieler Marinewerft die Rettung? TKMS liebäugelt mit insolventen MV Werften

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Aufträge der norwegischen, deutschen und israelischen Marine führen bei der TKMS zu einer komfortablen Auftragslage.

(Foto: picture alliance /)

Auf Jahre hinaus ist Thyssenkrupp Marine Systems ausgelastet. Die Kieler U-Boot-Werft denkt daher über eine Kapazitätserweiterung nach. Die insolventen MV Werften lässt das hoffen.

Die Kieler U-Boot-Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat ein Auge auf die insolventen MV Werften geworfen. TKMS habe derzeit eine gute Auftragslage, sagte ein Werftsprecher. "Im Zuge dessen gibt es auch Überlegungen über Kapazitätserweiterungen in Deutschland, um die Produktion der aktuellen Aufträge bestmöglich und vor allem zeitnah abwickeln zu können." Aktuell befinde sich das Unternehmen dazu "noch in einer Ideenphase, die Lage ist noch sehr allgemein".

Der Sprecher des Insolvenzverwalters der MV Werften, Christoph Morgen, wollte die Offerte weder bestätigen noch dementieren. Mit allen Interessenten sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Wie es weiter hieß, sollen bis Anfang April indikative Angebote eingereicht werden. Diese enthalten demnach zunächst noch keine genauen Angaben der Interessenten zu ihren Plänen und der Finanzierung.

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TKMS ist auf Jahre hinaus ausgelastet. Die Werft baut zwei U-Boote für die deutsche und vier weitere für die norwegische Marine. Das Auftragsvolumen beträgt rund 5,5 Milliarden Euro. Die Auslieferung des ersten U-Boots für Norwegen wird früheren Angaben zufolge 2029 erwartet, die Auslieferung der beiden Boote für die deutsche Marine ist für 2032 und 2034 geplant. Zudem wurde Ende Januar bekannt, dass Israel drei weitere U-Boote in Kiel kauft.

Am 1. März hat das Insolvenzverfahren für die MV Werften begonnen. Grund für die Insolvenz war der coronabedingte Einbruch auf dem weltweiten Kreuzfahrt-Markt, durch den der bisherige Werfteigner Genting Hongkong seine Zahlungsfähigkeit verloren hatte. Unklar ist, ob der von Genting in Auftrag gegebene Riesen-Kreuzliner "Global Dream" noch fertig gebaut werden kann. Insolvenzverwalter Christoph Morgen sucht nach einem neuen Abnehmer, wie auch nach Interessenten für die Werft-Standorte Wismar und Rostock-Warnemünde. Die Bürgerschaft in Stralsund hat bereits entschieden, das dortige Werftgelände zu kaufen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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