Wirtschaft

Konkurrenz für Nike Tommy Hilfiger drängt in Sportmarkt

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Tommy Hilfiger will weiter in guten Lagen präsent bleiben, aber nicht mehr mit großen Flagshipstores.

(Foto: imago/Manfred Segerer)

Das modische Comeback der 90er beflügelt auch den Umsatz von Tommy Hilfiger. Künftig soll das auffällige Logo nicht nur auf Jeans oder Daunenjacken prangen, sondern auch auf Tennisröcken oder Golfwesten.

Der Modekonzern Tommy Hilfiger will in den Markt für Sportbekleidung expandieren. Der Markt sei im Aufschwung, die Nachfrage sei groß, sagte Daniel Grieder, Vorstandschef von Tommy Hilfiger, der "Süddeutschen Zeitung". "Unsere Marke Tommy hat etwas Sportliches, dafür stehen auch unsere Farben rot-weiß-blau, und die Leute warten auf etwas Neues", so Grieder.

Chancen rechnet sich Grieder vor allem bei Golf oder Tennis aus, diese Sportarten würden zur Marke passen. Derzeit wird der Markt dominiert von großen, breit aufgestellten Sportartikelkonzernen wie Adidas oder Nike. Die wiederum sind längst im Bereich der Freizeitkleidung unterwegs. "Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Grieder. Hilfiger werde "natürlich nie größer werden als Adidas und Nike". Der Sportbereich könnte aber interessante Impulse geben, etwa bei Materialien und Schnitten. Im Flugzeug sehe man oft Menschen, die Nike oder Adidas tragen, "einfach, weil es bequem ist". Davon könne auch Hilfiger lernen.

Grieder kündigte außerdem an, dass die Filialen auf den Prüfstand kommen: "Wir glauben nicht mehr an die Flagship-Geschäfte, die 2000 Quadratmeter groß sind. Das ist vorbei und nicht mehr zeitgemäß." Die Kunden kämen in diese Läden und seien orientierungslos. Durch die Digitalisierung könne man heute auf kleinerem Raum viel mehr zeigen. Statt Auswahl vor Ort gebe es Musterteile, "wir können gar nicht alle Daunenjacken in allen Farben und Größen im Laden aufhängen." Von den Geschäften in guten Lagen will sich Hilfiger zwar nicht verabschieden, sie sollen aber deutlich kleiner werden. "300 Quadratmeter reichen heute. Die Kunden wollen etwas erleben und überrascht werden", so Grieder. Hilfiger hatte bereits das Flagship-Geschäft in New York geschlossen. Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz seit 2006 in Amsterdam hat, macht insgesamt mehr als vier Milliarden Dollar Umsatz im Jahr.

Quelle: n-tv.de, ino/rts

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