Wirtschaft

Enttäuschung über Paypal US-Börsen drehen ins Minus

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Verhaltene Töne aus den Unternehmen trugen zur pessimistischen Stimmung bei.

Verhaltene Töne aus den Unternehmen trugen zur pessimistischen Stimmung bei.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Kommt die Zinspause der Fed oder nicht? Von den neuesten Inflationsdaten erhoffen sich die Händler an der Wall Street Aufschluss. Am Tag vor der Veröffentlichung der Zahlen steigt die Nervosität. Gold ist gefragt, die Leitindizes geben dagegen nach.

Sorgen um die US-Inflation, die US-Schuldenobergrenze und die trüben Aussichten bei den Unternehmen haben die Wall Street am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 33.561 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,6 Prozent auf 12.179 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 4119 Punkte ein.

Die Anleger warteten mit Spannung auf die am Mittwoch anstehenden Inflationsdaten aus den USA, von denen sie sich nach stark ausgefallenen Jobdaten vom Freitag weitere Hinweise erhofften, wann die US-Notenbank Fed das Ende des Zinserhöhungszyklus einläutet. "Wir haben endlich den Punkt erreicht, an dem die US-Notenbank das Ende ihres Straffungszyklus erreicht haben könnte und wir beginnen können, uns darauf zu freuen", sagte Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. "Damit dies jedoch der Fall ist, müssen wir in den Daten Anzeichen dafür sehen, dass die Fed ab morgen auf dem Weg zu ihrem Inflationsziel von zwei Prozent ist."

Goldpreis
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Auch der Streit zwischen den Republikanern und den Demokraten um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA machte die Anleger nervös. Biden trifft sich am Dienstag voraussichtlich mit führenden Vertretern des Kongresses zu diesem Thema. "Das US-Finanzministerium hat den 1. Juni als 'X-Day' festgelegt. Wird bis dahin keine Einigung erzielt, haben die USA möglicherweise nicht genug Geld, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, was zu einem technischen Zahlungsausfall führen und möglicherweise eine Finanzkrise auslösen könnte", sagte Konstantin Oldenburger, Analyst vom Broker CMC Markets. Solche Situationen hätten sich in der Vergangenheit immer wieder entspannt, unterschätzen solle man sie als Anleger dennoch nicht.

Die Nervosität der Investoren stützte das Gold, das als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten gilt. Das Metall verteuerte sich um 0,6 Prozent auf rund 2034 Dollar je Feinunze.

Moll-Töne aus Unternehmen

Auch verhaltene Töne aus den Unternehmen trugen zur pessimistischen Stimmung bei. Eine Senkung der Margenprognose drückte etwa die PayPal-Aktie, die um mehr als zwölf Prozent abstürzte. Das Unternehmen erwartet 2023 einen Anstieg der bereinigten operativen Marge um 100 Basispunkte. Zuvor hat es mit 125 Basispunkten gerechnet. Analysten zufolge befürchten die Investoren unter anderem, dass PayPal Marktanteile an Apple verliert.

Under Armour
Under Armour 6,03

Eine Jahresprognose unter den Analystenerwartungen setzte auch die Aktie von Under Armour unter Druck. Die Papiere des Sportartikelherstellers verloren knapp sechs Prozent auf 8,16 Dollar. Das Unternehmen erwartet 2024 höchstens ein knappes Umsatzwachstum, von Refinitiv befragte Experten waren dagegen im Schnitt von einem Wachstum um 3,7 Prozent ausgegangen. Analysten zufolge hat die hohe Inflation die Kunden zum Sparen angeregt. Dabei genieße Under Armour nicht die gleiche Loyalität wie die Konkurrenten Nike and Lululemon, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation starke Quartalszahlen verzeichnen konnten.

Steil nach oben ging es dagegen für Novavax. Die Titel des US-Biotechunternehmens sprangen um fast 28 Prozent in die Höhe. Der Corona-Impfstoffhersteller hatte mitgeteilt, seine Corona-/Grippe-Kombinationsimpfung sei in einer Studie im mittleren Stadium sicher und gut verträglich gewesen. Eine Prognoseanhebung trieb auch die Aktie des US-Dialyse-Anbieters DaVita an. Die Anteilsscheine kletterten um 12,9 Prozent.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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