Wirtschaft

"Provokation" in Verhandlungen Verdi ruft zu Warnstreiks bei Post auf

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Geht es nach der Gewerkschaft Verdi, bleiben heute viele Pakete bei der Post liegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Gewerkschaft Verdi und die Post ringen um einen Tarifabschluss für rund 140.000 Beschäftigte. Die Vorstellungen liegen noch weit auseinander. Um den Druck zu erhöhen sollen die Beschäftigten nun vorübergehend die Arbeit niederlegen. Kunden sollen den Ausstand spüren.

Verdi will in den Tarifverhandlungen Druck auf die Deutsche Post machen. Die Gewerkschaft rief daher die Beschäftigten für heute zu Warnstreiks auf. Sie sollen sich über komplette Schichten erstrecken. Kunden müssen auf Verzögerungen einstellen. Die Post habe auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, hieß es zur Begründung. Man haben den Eindruck gewonnen, das Unternehmen wolle die Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung von nur 1,5 Prozent für zwölf Monate abspeisen, erklärte Verdi-Vize Andrea Kocsis und sprach von einer Provokation.

Immerhin habe der Konzern im Bereich Post und Paket im ersten Halbjahr knapp die Hälfte mehr verdient. Kocsis betonte, die Post gehörte "zu den Gewinnern der Corona-Krise". Der Konzern müsse deshalb "auch selbst zur Stärkung der Binnennachfrage beitragen". Dazu gehörten "ordentliche" Lohnerhöhungen.

Verdi fordert für die 140.000 Tarifbeschäftigten eine lineare Erhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen für jedes Ausbildungsjahr monatlich um 90 Euro erhöht werden.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 21. und 22. September geplant.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts