Wirtschaft

Übernahmeangebot angenommen Volkswagen kann Europcar zurückkaufen

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Europcar gehörte früher schon einmal zu Volkswagen, wurde aber 2006 verkauft.

(Foto: REUTERS)

Die Übernahme des französischen Autovermieters Europcar durch Volkswagen rückt näher: Europcar will das Angebot eines Konsortiums um den Autobauer anzunehmen. Eine erste Offerte vor einem Monat hatte das Unternehmen noch zurückgewiesen.

Der Volkswagen-Konzern kann einen neuen Anlauf starten, seine einstige Tochter Europcar wieder stärker an sich zu binden. Wie die Volkswagen AG mitteilte, wird der Autohersteller in einem Konsortium mit dem Vermögensverwalter Attestor und dem niederländischen Mobilitätsanbieter Pon Holdings ein Übernahmeangebot für den französischen Autovermieter vorlegen. Die Aufsichtsgremien beider Unternehmen stimmten am Mittwoch einem Gebot von je 0,50 Euro für alle im Umlauf befindlichen Aktien der Europcar Mobility Group zu.

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Die Mindestannahmeschwelle für das Übernahmeangebot liegt bei 67 Prozent. Anteilseigner, die zusammen 68 Prozent der Europcar-Aktien halten, haben ihre Andienung den weiteren Angaben zufolge bereits verbindlich zugesagt, einschließlich der 12,8 Prozent im Besitz von Attestor. Der Angebotspreis wird auf 0,51 Euro je Aktie steigen, wenn eine Annahmequote von mehr als 90 Prozent erreicht wird. Der Angebotspreis entspricht einem Aufschlag von 27 Prozent auf den Euronext-Paris-Schlusskurs von 0,39 Euro am 22. Juni 2021 - dem Tag, bevor das Vorhaben des Konsortiums öffentlich wurde. Das entspricht einem implizierten Unternehmenswert von 2,9 Milliarden Euro.

Kartellbehörde muss noch zustimmen

Die Transaktion unterliegt noch der Zustimmung der französischen Börsenaufsichtsbehörde AMF und der zuständigen Kartellbehörden. Das Angebot soll voraussichtlich bis zum Ende des dritten Quartals bei der AMF eingereicht werden, und die Transaktion im vierten Quartal dieses oder im ersten Quartal nächsten Jahres abgeschlossen sein. Volkswagen wird nach eigenen Angaben zwar eine Mehrheitsbeteiligung an der für die Transaktion gegründeten Beteiligungsgesellschaft, der Green Mobility Holding, halten, aber weder das Konsortium noch Europcar kontrollieren. Somit werden weder die Green Mobility Holding noch Europcar im Volkswagen-Konzern konsolidiert.

"Durch die Partnerschaft mit bedeutenden Branchenexperten werden wir die Transformation des Volkswagen-Konzerns in ein weltweit führendes Mobility-Tech-Unternehmen weiter beschleunigen", sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. Der Mobilitätsmarkt veränderte sich rasant. Kunden wünschten sich zunehmend neue Mobilitätslösungen, beispielsweise Abo- oder Sharing-Modelle, als Alternative zum eigenen Auto, so Diess. Europcar verfüge über ein modernes Flottenmanagement sowie ein breites Netz von Stationen an Flughäfen, Bahnhöfen und in Innenstädten. "Das wird uns dabei helfen, unsere ambitionierten Ziele zum Ausbau von Mobilitätsdienstleistungen schneller zu erreichen."

Der Wolfsburger DAX-Konzern hatte vor gut einem Monat bestätigt, Europcar übernehmen zu wollen und mit Partnern eine unverbindliche Offerte von 0,44 Euro je Aktie gemacht zu haben. Das Angebot wurde von Europcar aber zurückgewiesen. Schon vergangenes Jahr hatte es in Medienberichten geheißen, dass VW den Rückkauf des 2006 veräußerten Autovermieters erwägt. Volkswagen hatte Europcar seinerzeit für rund 3,32 Milliarden Euro an die Investmentfirma Eurazeo verkauft.

Quelle: ntv.de, ino/DJ

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