Wirtschaft

Nike auf Talfahrt Wall Street zeigt sich zum Wochenausklang volatil

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(Foto: REUTERS)

An der Wall Street dominieren weiter die Sorgen um weitere kräftige Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit einer Rezession. Am letzten Handelstag verabschiedet sich der Leitindex mit einem Minus ins Wochenende.

Nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen lässt der Verkaufsdruck an der Wall Street etwas nach. Wieder aufgeflammte Zinserhöhungsängste bremsten die Erholung der US-Börse allerdings aus. An der Wall Street hat der Dow Jones am Freitag nachgegeben. Der US-Leitindex verlor 1,7 Prozent auf 28.725,51 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,5 Prozent auf 10.575,62 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 1,5 Prozent auf 3585,63 Punkte ein.

"Derzeit ist am Markt ein Tauziehen im Gange", sagte Börsen-Experte John Woolfitt vom Brokerhaus Atlantic. Auf der einen Seite seien Schnäppchenjäger auf der Pirsch. Auf der anderen Seite trennten sich Investoren von Werten, die aus ihrer Sicht im aktuellen Umfeld nicht mehr in das Portfolio passten. Die Stimmung wurde allerdings durch die US-Konsumdaten getrübt. Zwar stiegen die Ausgaben mit einem Plus von 0,4 Prozent doppelt so stark wie erwartet. Gleichzeitig zog aber der für die US-Geldpolitik wichtige Index der Preisentwicklung um 0,3 Prozent an. Dies sei ein weiteres Argument für die Notenbank Fed, die Geldpolitik zu straffen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Investoren rechnen für Anfang November mit der vierten Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte in Folge.

Nike
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Unterdessen nahm die Weltleitwährung wieder Anlauf zum Sprung auf neue Hochs. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,4 Prozent auf 112,2 Punkte. Jeder Rücksetzer sei nur Gewinnmitnahmen geschuldet, um die Basis für einen neuen Kurssprung zu bilden, sagte Anlagestratege Joel Kruger vom Finanzdienstleister LMAX. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Investoren gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed auf absehbare Zeit an ihrem strammen Zinserhöhungskurs festhalten wird.

Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählte Nike mit einem Kursrutsch von mehr als zwölf Prozent. Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller gab einen Gewinneinbruch bekannt und warnte vor weiterem Margendruck wegen des starken Dollar und hoher Lagerbestände, die mit Rabatten losgeschlagen werden müssten. Die Talsohle beim Absatz sei aber wohl durchschritten, kommentierte Analyst David Swartz vom Research-Haus Morningstar. Außerdem könne dank des starken Markennamens und der geplanten Einsparungen längerfristig wieder mit höheren Margen gerechnet werden. Im Sog des aktuellen Nike-Kursrutschs fielen die Titel der Rivalen Under Armour um 9,4 Prozent und Lululemon um 6,4 Prozent. Der Sportartikel-Händler Foot Locker büßten 4,7 Prozent ein.

Nachgelassen haben auch die Anteilsscheine von Tesla, die rund ein Prozent verloren. Der Elektroautobauer will die Produktion seiner meistverkauften Fahrzeuge Model Y und Model 3 im vierten Quartal wohl deutlich steigern. Laut internen Plänen, die Reuters einsehen konnte, sollen im Schlussquartal 2022 fast 495.000 Fahrzeuge der Baureihe Model Y und Model 3 hergestellt werden. Gefragt waren dagegen die Papiere von Micron, die sich um 0,8 Prozent verteuerten. Dem Speicherchip-Hersteller winken in Japan Subventionen von umgerechnet bis zu 330 Millionen Euro zum Ausbau der dortigen Produktion.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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