Wirtschaft

Coronavirus legt Betriebe lahm Webasto hält Zentrale weiter dicht

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Bis zum 11. Februar soll die Webasto- Zentrale mindestens geschlossen bleiben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus breitet sich aus und die Wirtschaft leidet. Neben mehreren Betrieben in China ist auch die deutsche Firma Webasto betroffen. Der bayerische Automobilzulieferer hält nach einem Infektionsfall seine Zentrale länger geschlossen.

Der vom neuartigen Coronavirus betroffene bayerische Automobilzulieferer Webasto verlängert die Schließung seiner Firmenzentrale in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Bis einschließlich 11. Februar bleibe die Zentrale geschlossen, teilte das Unternehmen mit. Damit bleiben die Mitarbeiter insgesamt zwei Wochen zu Hause, was der von Experten angenommenen längsten Inkubationszeit von 14 Tagen entspricht.

Das Unternehmen macht allerdings eine Ausnahme bei der Schließung. Ab Dienstag sollen rund 20 Mitarbeiter im Bereich Testing und Prototypenbau für Dachsysteme "auf freiwilliger Basis" und nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt wieder in Stockdorf arbeiten. Dies sei nötig, um die Anforderungen der Kunden weiter zuverlässig und auf höchstem Qualitätsniveau erfüllen zu können.

Bei Webasto war es zur ersten Coronavirusinfektion in Deutschland gekommen. Eine aus China eingereiste und unerkannt erkrankte Mitarbeiterin hatte ihre Kollegen angesteckt. Inzwischen sind sieben Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Zudem erkrankte ein Kind eines Mitarbeiters.

Webasto-Vorstandschef Holger Engelmann erklärte, "die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen steht für uns an allererster Stelle". Deshalb werde ein Großteil der mehr als tausend Mitarbeiter weiter von zu Hause arbeiten. Trotz des mobilen Arbeitens des Verwaltungs- und Entwicklungszentrums sei es zu keinerlei Einschränkungen im laufenden Betrieb gekommen.

Auch Honda und Apple schließen

Auch die Wirtschaft in China wird zunehmend von der Ausbreitung des Virus in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktienmärkte seien wegen einiger irrationaler Faktoren eingebrochen. Als Beispiel werden durch einen "Herdentrieb" ausgelöste Panikverkäufe genannt.

Der US-IT-Gigant Apple kündigte an, bis zum 9. Februar seine Filialen und Büros in Festland-China vorsichtshalber dicht zu machen. Und auch der japanische Autobauer Honda hält seine drei zusammen mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng betriebenen Autowerke in Wuhan länger geschlossen. Der Betrieb werde bis mindestens 13. Februar ruhen, sagte ein Sprecher.

Ob die Produktion dann wieder anläuft, sei noch nicht klar. Man halte sich an die Vorgaben der lokalen Behörden. In Wuhan war das Coronavirus, das inzwischen fast 400 Menschen das Leben gekostet hat, zum ersten Mal aufgetaucht.

*Datenschutz

In China sind nach aktuellen Behördenangaben mehr als 17.000 Menschen am Coronavirus erkrankt, 361 starben. Auch in anderen Ländern gibt es vereinzelte Infektionen. In Deutschland sind es derzeit zehn.

Quelle: ntv.de, can/AFP/rts