Wirtschaft

Ruf nach mehr Hilfen aus Berlin Wirtschaftsexperten warnen vor Rezession

Die Bundesregierung will mit einem Maßnahmenpaket die Folgen der Corona-Krise für die deutsche Wirtschaft abmildern. Wirtschaftsexperten von Ifo und DIW gehen die Schritte nicht weit genug. Sie rechnen mit einer ernsthaften Krise.

Deutschland steuert nach Meinung führender Wirtschaftsexperten wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf eine Rezession zu. Sie sei, so der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, möglicherweise nicht zu vermeiden. "Es spricht einiges dafür, dass eine Rezession bevorsteht", sagte Clemens Fuest der "Augsburger Allgemeinen". "Leider sagen viele Virologen, dass sie vielleicht im Sommer abflaut, im Herbst aber zurückkommt", fügte er hinzu. "Dann wäre eine Rezession nicht zu vermeiden."

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht von einer Rezession in Deutschland aus. Darunter werde auch die Beschäftigung leiden, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen der Funke Mediengruppe. "Dies betrifft vor allem den Aufbau der Belegschaft in der Industrie. Wahrscheinlich wird hier die Stammbelegschaft zwar gehalten, aber kaum mehr Zeitarbeit nachgefragt werden. Im Bereich der Dienstleistungen ist auch ein Stellenabbau denkbar." Die von der Regierung in Aussicht gestellten Hilfen wie die Liquidität der Unternehmen und Ausweitung des Kurzarbeitergeldes hätten sich in der Finanzkrise bewährt, so der DIW-Experte.

Für Ifo-Chef Fuest muss die Bundesregierung ihre Hilfen noch verstärken. Die bisherigen Maßnahmen wiesen zwar in die richtige Richtung. Allerdings: "Die betroffenen Branchen brauchen erhebliche Liquiditätshilfen, damit die Krise nicht Unternehmen in die Insolvenz treibt, deren Geschäftsmodell eigentlich gesund ist."

Quelle: ntv.de, bad/rts