Wirtschaft

Trotz Belastung durch Corona Zahl der Pflegekräfte in Deutschland steigt

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Die Bundesagentur für Arbeit widerspricht der Annahme, dass die Pflege im Laufe der Pandemie 9000 Beschäftigte verloren habe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer wieder werden Befürchtungen laut, der Fachkräftemangel in der Pflege könne durch die Erfahrung der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt werden. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeichnen ein anderes Bild. Und trotzdem: An Pflegepersonal fehlt es weiterhin in Deutschland.

Die Zahl der Beschäftigten in der Pflege ist während der Corona-Pandemie entgegen landläufiger Auffassung gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Oktober 2020 habe es in der Gesundheits- und Altenpflege 1,77 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gegeben. Das seien 43.300 mehr als ein Jahr zuvor. Auch von 2019 auf 2020 habe es ein Plus gegeben. In den vergangenen fünf Jahren sei in der Pflege ein Beschäftigungsplus um 14 Prozent zu verzeichnen.

Die von mehreren Interessenvertretern zuletzt zitierte Zahl von 9000 Menschen, die dem Pflegeberuf während der Pandemie den Rücken gekehrt haben sollen, kann laut der Bundesbehörde aus der Datenlage nicht bestätigt werden. Zwar sei die Zahl der Alten- und Krankenpflegekräfte in den Monaten März bis Juli 2020 um 0,5 Prozent gesunken - dieser saisonale Rückgang sei aber jedes Jahr festzustellen und nicht vorwiegend durch die Pandemie bedingt. Ursache sind etwa endende Ausbildungsverhältnisse und angepasste Stellenbesetzungsprozesse vor den Sommerferien.

Im März berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe von einem Rückgang um 9000 Beschäftigte in der Pflege, allerdings bezog sich diese Zahl der Bundesagentur für Arbeit nicht auf das gesamte Jahr 2020, sondern lediglich auf die Zeit zwischen Anfang April und Ende Juli.

Fachkräftebedarf bleibt trotzdem hoch

Trotz des Beschäftigungsaufbaues sei der Fachkräftebedarf in der Pflege erheblich. Medizinischer Fortschritt und höheres Durchschnittsalter führten zu einem erhöhten Bedarf. Auf aktuell 12.700 gemeldete Stellen für Fachkräfte in der Gesundheitspflege kämen lediglich 5800 Arbeitslose. In der Altenpflege seien für 12.800 Stellen nur 3600 Arbeitslose registriert. Allerdings: Bei den Pflegehelfern sowohl im Gesundheits- als auch im Altenpflegebereich gebe es mehr Bewerber als Stellen.

Die Bundesagentur für Arbeit versuche, das Problem unter anderem mit Umschulungen in den Griff zu bekommen. Seit 2015 seien so mehr als 40.000 Menschen zu Pflegern geworden. Außerdem versucht die Behörde, Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen - etwa aus Ländern wie Bosnien-Herzegowina, Tunesien und den Philippinen. Hier hatten jedoch unter anderem die Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie dazu geführt, dass die Anwerbebemühungen ins Stocken gerieten.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP

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