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Ab 2025 Realität? Das Geschäftsmodell Flugtaxi boomt

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So stellt sich Airbus ein Flugtaxi der Zukunft vor.

(Foto: Airbus)

Fliegende Autos waren schon vor fast 100 Jahren ein Menschheitstraum. Während die aber weiter auf sich warten lassen, sind Flugtaxis kurz vor dem Abheben. Die Technik ist da und Investoren sind willig. Selbst konkrete Pläne gibt es.

Gerade noch spinnerter Science Fiction, jetzt schon ein Geschäftsmodell mit Zukunft. Die lange Zeit skeptisch beäugte Lufttaxi-Branche scheint kurz davor abzuheben: In den vergangenen vier Jahren haben sich die Investitionen in die selbstfliegenden Drohnen-Shuttles verzwanzigfacht. Schon bald sollen die ersten Elektro-Flieger in der Luft sein.

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Konkrete Pläne für Flugtaxis gibt es in China, in Paris und Dallas.

(Foto: dpa)

Bislang sind Flugtaxis lediglich in einzelnen Pilotversuchen unterwegs, etwa seit 2018 im chinesischen Guangzhou. In Paris sollen noch vor 2025 erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas stehen demnächst Testflüge auf dem Programm. Weltweit mehr als 110 städtische oder regionale Projekte zur Bereitstellung autonomer Lufttransportangebote hat die Unternehmensberatung Roland Berger für eine aktuelle Studie zum Lufttaxi-Geschäft gezählt. Die Hälfte davon kommt aus Europa.

Experten erwarten Start 2025

Eine größere Verbreitung des Lufttaxis startet den Experten zufolge ab 2025, wenn erste kommerzielle Anbieter auf den Markt kommen. Das stärkste Wachstum folgt dann nach den Berechnungen ab 2030. Weiterhin wird vorausgesagt, dass 2050 weltweit etwa 160.000 kommerzielle Shuttle-Drohnen mit einem jährlichen Marktvolumen von 90 Milliarden Dollar unterwegs sein werden.

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Zuerst werden die fliegenden Taxis wohl ein besonders solventes Publikum befördern.

(Foto: Uber)

Obwohl bislang noch kein konkretes und geprüftes Geschäftsmodell erkennbar ist, sollen die Investoren Schlange stehen. Die Ansätze und Ideen sind vielfältig. In den Megametropolen im Osten könnten die Fluggeräte eilige und besonders solvente Passagiere über chronisch verstopften Straßen fliegen. In Europa sieht man diese Art der Fortbewegung eher als schnelle und flexible Verbindung zwischen einzelnen Städten. Auch eine Überbrückung zwischen Fernflughäfen und der City wären denkbar. In Regionen wie dem Ruhrgebiet, im Rhein-Main-Raum oder im Dreieck München, Augsburg, Ingolstadt könnten Flugtaxis die Reisen auf Kurz- und Mittelstrecken beschleunigen

Computer statt Kapitän

Während bei den ersten Flugtaxis wohl zunächst noch Piloten mit an Bord sein werden, dürfte relativ schnell der Computer übernehmen. Die Sicherheit müssten dann Überwachungszentren am Boden garantieren, die im Notfall per Fernsteuerung eingreifen. Der Antrieb der Drohnen erfolgt elektrisch, in der Regel mit Hilfe von mehreren Propellern. Alternativ oder zusätzlich sind Konzepte mit Flügeln für den zeitweiligen Gleitflug angedacht. Die nötige Energie soll aus Akkus kommen, wie man sie in Elektroautos verwendet.

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Bis zu 300 Kilometer sollen die Flugtaxis zurücklegen können.

(Foto: Airbus)

Einen zeitlichen Vorteil sollen Flugtaxis gegenüber heutigen Verkehrsmitteln schon ab zehn Kilometern Reisedistanz haben, die maximalen Reichweiten liegen bei rund 300 Kilometern. Als Kundschaft haben Entwickler und Investoren nach Etablierung des Geschäfts keinesfalls nur die oberen Zehntausend im Blick. Eine Studie von Porsche Consulting etwa erwartet Preise im Bereich von rund 10 Euro pro Flugminute. Ein Flug vom Stuttgarter Flughafen ins benachbarte Bietigheim-Bissingen würde etwa sechs Minuten dauern und rund 60 Euro kosten. Ein Taxi bräuchte etwa eine halbe Stunde, am Ziel stünden etwa 90 Euro auf der Uhr. Bus und Bahn oder selbst ein Mietwagen dürften unterm Strich billiger sein, aber ebenfalls deutlich länger brauchen als die Drohne. Vor allem für eilige Geschäftsreisende wären solche Verbindungen recht attraktiv.

Schaffung eines Ökosystems

Neben den City- und Airport-Shuttles mit einer Reichweite von 15 bis 50 Kilometern wird es nach Einschätzung von Experten auch Langstrecken-Taxis geben. Diese Intercity-Jets übernehmen dann Distanzen bis 250 Kilometer; die Marktanteile sieht die Berger-Studie relativ gleichmäßig verteilt. Zunächst werden die Hersteller der Flugtaxis den Markt dominieren, doch alleine dürften sie nicht weit kommen. Rund um die neue Mobilitätsform muss ein ganzes Ökosystem wachsen, der eine Reihe von unterschiedlichen Geschäftsmodellen in verschiedenen Segmenten hervorbringt: etwa den Betrieb von Landeplätzen, Dienstleistungen rund um den Flug, Ticket-Vermittlung und Reparaturen.

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Doch selbst wenn die Fluggeräte da sind, bedarf es immer noch einer Infrastruktur darum.

(Foto: Porsche)

Während die Drohnen-Technik bereits sehr weit ist, gibt es um das Drumherum noch Klärungsbedarf. Etwa bei der Frage, wo die Drohnen künftig starten und landen sollen. Neben Hochhausdächern sind als Standort etwa die obersten Decks von Parkhäusern denkbar. Dort müsste es neben ausreichend Platz für die Fluggeräte auch Warteräume für die Passagiere sowie Auflade- oder Tauschmöglichkeiten für die Akkus geben.

Und nicht zuletzt braucht es eine flugwillige Kundschaft. Denn wie gesagt, der Preis ist nicht das Problem, aber der Glaube daran, dass man mit einem solch computergesteuertes Mini-Batteriemobil kilometerweit und vor allem sicher durch die Luft sausen kann, muss erst noch in den Köpfen verankert werden.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x