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Wildpferd auf dem Ponyhof Ford reitet mit neuem Mustang ein

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Der neue Mustang rollt geschärft auch auf den deutschen Markt.

Über Jahre war ein Mustang nur über den Importeur zu bekommen. Mit seinem neuen Rennpferd wird Ford die Geschicke nun selber lenken. Neue Motoren und Optik sollen die vielen europäischen Fans bewegen, das Muscle Car jetzt in den eigenen Stall zu treiben.

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LED-Leuchten flammen jetzt am Heck des Mustang.

Für viele Europäer ist der Ford Mustang ein Traumauto. Die Umfrage eines Autoportals soll sogar ergeben haben, dass jeder Dritte gerne im Besitz eines amerikanischen "Pony-Cars" wäre. Das trifft sich gut, denn im kommenden Jahr wird die sechste Generation des Muscle Cars auch in Deutschland angeboten. Das passiert aber nicht mehr durch externe Importeure, sondern zum 50. Geburtstag des Wildpferdes nimmt Ford die Geschicke selber in die Hand. Ende 2014 geht es los und 2015 kommt das Kultauto mit neuem Kleid und einem extra Triebwerk über den Teich.

EcoBoost-Kraftzwerg treibt Mustang an

Die US-Amerikaner setzen für den hiesigen Verkauf – und hier darf ein verwundertes Oh ertönen - auf einen Vierzylinder, einen 2,3-Liter-EcoBoost. Dank variabler Nockenwellensteuerung und Turboaufladung generiert das Aggregat 309 PS und stemmt 407 Newtonmeter Drehmoment auf die Hinterachse. Das sollte genügen, um nicht an jeder Ampel von einem Mittelklässler mit GTI-Kennung abgekocht zu werden. Dem Verbrauch dürfte es zugutekommen, mit ursprünglichen Muscle-Car-Motorisierungen hat das aber nichts mehr zu tun. Wer hier dem Spiel der Kräfte standhalten will, der sollte den ebenfalls verfügbaren 5.0-Liter V8 mit 426 PS und 530 Newtonmeter Drehmoment ins Auge fassen. Ob der Reiter seinem Pony per Hand die Sporen gibt oder es dem neu entwickelten Automatikgetriebe überlässt, soll egal sein. Ford verspricht kurze Wege und butterweiche Übergänge beim Schalter und eine neu hinter dem Lenkrad montierte Schaltwippe beim Automaten. Wie sich die Leistungsdaten in Zeitwerten darstellen, verrät Ford noch nicht.

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Dynamischer als sein Vorgänger gibt sich der Mustang in der Seitenansicht.

Davon, dass sich der neue Mustang auch flott durch die Kehre steuern lässt, darf aber ausgegangen werden, denn schließlich wildert man mit ihm auch im Segment der Sportwagen, bei denen vor allem die deutschen Hersteller ein Wörtchen mitreden dürfen. Insofern wirbt Ford mit einer neu entwickelten Stabilitätskontrolle und einer Standard-Launch-Control beim GT, die das Pony auch rennstreckentauglich machen soll. Am Heck arbeitet jetzt eine Mehrlenkerhinterachse, die das dem Mustang seit den 90er Jahren beigegebene starre Fahrwerk ablöst.

Schön wie in den 60er Jahren

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Auch im Innenraum des Ponys hat Ford aufgeräumt.

Alte Tugenden hat Ford beim Design aufgegriffen. Fehlgriffe, wie es sie in den 80er und 90er Jahren gab, sind vergessen. Besonders in der Seitenlinie und am Heck leben laut Designchef Joel Piaskowski die 60er-Jahre auf. Allerdings verzichtet Ford nicht auf die wichtigen Beigaben des 21. Jahrhunderts. So ist der neue Hexagonal-Grill von schmalen Scheinwerfern gerahmt statt der früheren Rundleuchten. Zwei wuchtige Powerdomes prägen die lange Motorhaube und zwei scharf gezeichnete Sicken formen die dynamische Seitenansicht im Zusammenspiel mit der stark abfallenden Dachlinie. Auch am Heck hat ein neues Zeitalter Einzug gehalten. Wo einst banale Glühlampen die drei schmalen Streifen hinterleuchteten, flammen jetzt vertikale LED-Leuchten. Beschlagen wird das Pony mit mindestens 19 Zoll großen Rädern. Drei unterschiedliche Bremssysteme sollen die Fuhre wieder zum Stehen bringen. Beim V8 ist es von Brembo.

Der Mustang ist 4,78 Meter lang, aber nur 1,38 Meter hoch. Das bedeutet, dass Fahrer und Beifahrer bequem sitzen können, die zwei Einbuchtungen auf der Rückbank aber getrost vernachlässigt werden dürfen. Ansonsten erfreut das Rennpferd seine Reiter mit einer neuen Instrumententafel. Wobei Tacho und Drehzahlmesser klassisch daherkommen, ein riesiges 8-Zoll-Display und diverse Anzeigen aber beredte Zeichen für eine Reihe von Assistenzsystemen sind. Mit an Bord sind auf Wunsch auch ein Navi, Totwinkelwarner, Tempomat und für die allgemeine Konnektivität Ford-Sync mit Sprachsteuerung und Bluetooth.  

Zu welchen Preisen der neue Mustang auf den Markt reiten wird, ist noch nicht bekannt. Was allerdings feststeht, ist, dass er 2015 zeitgleich mit dem Cabrio kommt, dessen Dach sich in beachtlichen sieben Sekunden öffnen soll.

Quelle: ntv.de