Essen und Trinken

Wundervolle Weihnachtsbäckerei Auf die Plätzchen, fertig, los!

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Theresas Anisplätzchen ... wie aus Kindertagen!

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

Fernsehköchin und Foodbloggerin Theresa Baumgärtner lässt sich von "Nussknacker" und "Schwanensee" märchenhaft inspirieren und reist mit uns ins vorweihnachtliche Allgäu. Zurück in der heimischen Küche entsteht daraus das schönste Plätzchen- und Keksebackbuch aller Zeiten.

Tschaikowskis "Schwanensee" und "Der Nussknacker" entführen uns mit ihren märchenhaften Ballett-Inszenierungen alljährlich in der Vorweihnachtszeit in eine glanzvolle Traumwelt. In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders, beglückende Theater-Momente fallen dem fiesen Coronavirus zum Opfer. Ein Grund, mal wieder die olle Uralt-Vinylscheibe mit Tschaikowskis Musik zu entstauben, aufzulegen und Corona auch damit die Stirn zu bieten.

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Zum Zauber der Weihnachtszeit gehören liebevoll verpackte Geschenke.

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und meine Plattensammlung durchforstet. Was ich da alles gefunden habe! Nicht nur Tschaikowski, alles mögliche von Prokofjews "Peter und der Wolf" bis Thomanerchor und Turmbläser - längst vergessen, aber umso größer ist die Wiedersehens- und -hörensfreude. Auch wenn 2020 die Familienfeiern kleiner ausfallen, bewusste Vorsicht allgegenwärtig ist, Bussis en masse gefälligst Pause haben und Glühwein nicht auf dem Markt, sondern nur zu Hause geschlürft wird - ein paar Rituale bleiben: der geschmückte Baum, Geschenke und das Festessen an den Feiertagen. Jetzt in der Adventszeit natürlich das Plätzchenbacken! Das bekommt derzeit möglicherweise einen größeren Stellenwert als je zuvor.

Kleines Buch mit viel Inhalt

Das Büchlein "Wundervolle Weihnachtsbäckerei" von Theresa Baumgärtner bietet alles, was wir dafür brauchen: nützliche Informationen und Tipps, Bastel- und Deko-Ideen, ein bisschen Poesie von Hans Christian Andersen bis E.T.A. Hoffmann, kleine Geschichten und Erlebnisse. Und das Wichtigste: 42 wunderbare Rezepte!

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Eine stille, tief verschneite Winterlandschaft ist tatsächlich märchenhaft.

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

Die Bestseller-Autorin, Foodbloggerin (theresaskueche.de) und Fernsehköchin (ARD Buffet) nimmt die Leser mit auf ihre Reise ins winterliche Allgäu. In der Vorweihnachtszeit besucht sie dort eine Zuckerbäckerin und einen Spielzeugmacher. Erschienen ist das Buch im Brandstätter Verlag, wie auch schon im Vorjahr Theresa Baumgärtners weitaus umfangreicheres Buch "Weihnachten", in dem es nicht nur um die Plätzchen geht, sondern um alles von Weihnachtsfrühstück bis Gänsebraten. Erneut sorgte Melina Kutelas (Foodblog aboutthatfood.com) für die schönen Landschafts- und Porträtausnahmen sowie die Food-Fotos; Clare Melinsky zeichnete die anschaulichen Illustrationen.

Achtung, Suchtgefahr!

Theresas Weihnachtsbäckerei lässt den verführerischen Duft von Vanillekipferl und Lebkuchen ahnen. Im Buch fehlt nichts - kein Klassiker wie Zimtsterne oder Springerle, Spekulatius oder Spritzgebäck, feinste Makronen oder knusprige Nusstaler. Aber Theresa überrascht auch mit vielen neuen, himmlischen Kreationen: Hafer- oder Ingwerplätzchen, Zitronenbrezeln mit gezuckertem Thymian, Cookies mit Haselnüssen und Zartbitterschokolade ... Und erst die Füllungen! Mal werden die Kekse mit Kaffeekaramell gefüllt, mal mit einer Mischung aus Rosinen, Walnüssen, Honig und Zimt, andere wiederum mit Quittengelee. Konfekt-Naschkatzen kommen unter anderem mit Kardamom-Zimt-Trüffeln und Walnuss-Rosinen-Konfekt auf ihre Kosten. Und alle können mitmachen, denn die Rezepte sind familiengerecht und leicht nachzubacken.

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Erstaunlich, was in solch ein kleines Buch alles reinpasst. Theresa Weihnachtsbäckerei ist nämlich kein dicker Wälzer, die Sammlung hat das handliche Format von 20,6 x 17,4 Zentimeter, passt neben jedes Nudelholz. Und doch fehlt nichts. Es gibt eine Übersicht über allerlei Nützliches zum Backen und etliche Tipps für Zutaten von Dinkelmehl bis Vanilleschoten. Theresa beantwortet Fragen unter anderem nach dem perfekten Mürbeteig, warum manche Plätzchen zweimal gebacken werden oder zur Lagerung von Plätzchen (falls das wirklich nötig sein sollte).

Gewürzplätzchen und Hampelmann

Zwischendurch nimmt uns Theresa mit ins Schloss Neuschwanstein, das sich schneebestäubt einmal mehr als Märchenschloss präsentiert, wir schnuppern bei Zuckerbäckerin Stefanie Perkmann in Füssen vorbei oder kommen uns vor wie in einem Marionettentheater beim Besuch bei Spielzeugmacher Markus Wagner in Oberammergau. Wer will, findet in dem Buch etliche Anregungen zum dekorativen Geschenkeeinwickeln, zum Basteln von Papiersternen, Ideen fürs Dekorieren mit Trockenblüten und -gräsern sowie Schablonen zum Backen von Knusperhäuschen und Nussknacker.

Die Rezepte sind einmal alphabetisch aufgelistet und darüber hinaus noch übersichtlich nach Zutaten und Art geordnet. Da sucht man nicht lange nach dem Lieblingsrezept! Meine Favoriten für Sie sind diesmal:

Königliches Shortbread

Dieses knusprig-buttrige Gebäck setzt jeder Teestunde ein Krönchen auf.

Zutaten (für 2 runde Shortbreads):

150 g eiskalte Butter
75 g heller Rohrohrzucker
75 g Reismehl
150 g Dinkelmehl, Type 630
1 Prise Salz
Zum Bestreuen:
etwas heller Rohrohrzucker
Außerdem:
etwas Dinkelmehl für die Arbeitsfläche
Backpapier für das Backblech

Zubereitung:

Die Butter in kleine Würfel schneiden und in eine Rührschüssel geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen und mit der Küchenmaschine oder von Hand fein krümelig vermengen. Die Krümel rasch zu einem Teig zusammenfügen und nur sehr kurz kneten.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche halbieren. Die erste Teighälfte zu einer Kugel formen und dann zu einem 1 cm dicken Kreis ausrollen.

Eventuell mit den Händen noch etwas nachmodellieren. Mit einem großen Küchenmesser acht gleichgroße Tortenstücke in dem Kreis markieren. Mit der Rückseite einer Gabel den Rand des Kreises eindrücken, sodass ein Muster entsteht. Die Kreismitte mehrmals dekorativ einstechen. Die zweite Teighälfte genauso formen. Die Teige auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Das Blech 30 Minuten kühl stellen.

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Shortbread: Nicht nur für Tea-Time-Fans, sondern auch für Kaffee-Junkies sehr lecker.

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

Den Backofen auf 150 °C (Umluft) vorheizen. Die Shortbreads im heißen Ofen 25 - 30 Minuten backen, bis sie leicht zu bräunen beginnen. Nach dem Backen noch heiß mit etwas Zucker bestreuen, in Dreiecke aufschneiden und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Zum Verschenken sieht es auch als ganzes, großes Shortbread wunderschön aus.

Feinherbe Orangenplätzchen

Die Verbindung von Orangen und dunkler Schokolade ist ein süßer Traum.

Zutaten (für ca. 70 Stück):

260 g Dinkelmehl, Type 630
1 Prise Salz
120 g heller Rohrohrzucker
2 TL gemahlener Ceylon-Zimt
abgeriebene Schale von ½ unbehandelten Orange
170 g kalte Butter
1 Ei
Zum Eintauchen:
150 g dunkle Kuvertüre
Zum Bestreuen:
50 g heller Rohrohrzucker
abgeriebene Schale von ½ unbehandelten Orange
50 g gehackte, geschälte Mandeln
Außerdem:
Backpapier für das Backblech
etwas Dinkelmehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Das Mehl, das Salz, den Zucker, den Zimt und die Orangenschale in eine Rührschüssel geben. Die Butter in Würfeln hinzufügen und alles mit der Hand zu Streuseln vermengen.

Das Ei verquirlen, dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig abgedeckt 30 Minuten kühl stellen.

Den Teig halbieren. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche die erste Teighälfte 3 mm dick ausrollen und 4,5 cm breite Kreise ausstechen. Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren. Die Plätzchen auf ein Blech legen und 15 Minuten kühl stellen.

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Orangenkekse: Hier gehen Orangen und Schokolade eine innige Verbindung ein.

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

In der Zwischenzeit den Backofen auf 160 °C (Umluft) vorheizen. Die Orangenplätzchen im heißen Ofen in 13 - 14 Minuten leicht goldbraun backen.

Während sie auf einem Gitter abkühlen, die Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen. Für den Orangenzucker den Rohrohrzucker mit der Orangenschale gut vermischen.

Die Plätzchen je zur Hälfte in die Kuvertüre eintauchen und die Schokoladenseite der Plätzchen anschließend mit dem Orangenzucker oder mit den gehackten Mandeln bestreuen.

Kardamom-Zimt-Trüffel

Zutaten (für ca. 30 Stück):

160 g Zartbitterschokolade (70 % Kakaoanteil in bester Qualität)
90 ml Sahne
1 Ceylon-Zimtstange
4 ganze Kardamomkapseln
20 g weiche Butter (Zimmertemperatur)
Zum Wälzen:
etwas Kakaopulver

Zubereitung:

Die Schokolade fein reiben und in eine Metallschüssel füllen. Die Sahne (hier geht es zum Sahnespender Vergleich) in einen kleinen Topf geben und die Zimtstange hineinlegen. Die Kardamomkapseln öffnen. Die Schale und die Samen zur Sahne geben. Die Sahne zum Kochen bringen und sobald sie zu köcheln beginnt, bei schwacher Hitze genau 1 Minute köcheln lassen. Nun die Gewürzsahne durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf gießen. Es sollten noch etwa 60 ml Sahne übrigbleiben.

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Schokolade satt: Kardamom-Zimt-Trüffel und Walnuss-Rosinen-Konfekt.

(Foto: © Melina Kutelas / Brandstätter Verlag)

Die aromatisierte Sahne noch einmal ganz kurz aufkochen und in einem feinen Strahl langsam mit dem Schneebesen unter die geriebene Schokolade rühren. Dabei so lange weiterrühren, bis sich die Schokolade aufgelöst hat und eine homogene Masse entsteht. Zum Schluss die Butter in kleine Stückchen schneiden und unterrühren.

Die Ganache abdecken und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden fest werden lassen. Danach mit einem Teelöffel kleine Stücke herausstechen und zwischen den Handinnenflächen zu kirschgroßen Kugeln formen. Zum Schluss in Kakao wälzen.

Die Weihnachtstrüffel halten sich luftdicht verschlossen im Kühlschrank am besten frisch.

Walnuss-Rosinen-Konfekt

Zutaten (für ca. 20 Stück):

100 g frische Walnusskerne
100 g dunkle Kuvertüre (70 % Kakaoanteil in bester Qualität)
10 g Butter
60 g Rosinen (Blaue Weinbeeren)
Zum Bestreuen:
etwas Maldon Sea Salt
Außerdem:
Backpapier für das Backblech

Zubereitung:

Den Backofen auf 150 °C (Umluft) vorheizen. Die Walnüsse flach auf einem Blech verteilen und 10 Minuten auf der obersten Schiene rösten, bis sie beginnen herrlich zu duften. Danach abkühlen lassen und grob hacken.

Die Kuvertüre fein reiben und über einem Wasserbad schmelzen. Die Butter unterrühren. Anschließend die Walnüsse und die Rosinen untermengen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Jeweils einen gehäuften Teelöffel der flüssigen Nuss-Rosinen-Schokolade als Häufchen auf das Blech setzen. Die Schokolade in einem kühlen Raum fest werden lassen.

Viel Erfolg beim Plätzchenbacken und ein besinnliches Weihnachtsfest wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de