Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:54 Slowakischer Wirtschaftsminister tritt im Streit um Krisenmanagement zurück +++

Im Streit um das Krisenmanagement in der Slowakei ist Wirtschaftsminister Richard Sulik zurückgetreten. Nun müsse auch Ministerpräsident Igor Matovic sein Amt aufgeben, um den Weg für ein neues Kabinett freizumachen, erklärt Sulik, der auch Vizeregierungschef ist. Matovic hatte am Sonntag seinen Rücktritt angeboten, um die Vier-Parteien-Koalition zu retten. Er wolle aber Regierungsmitglied bleiben, hatte er gesagt. Dies hatte Sulik zurückgewiesen. Meinungsumfragen zufolge wünschen sich mehr als 80 Prozent der Slowaken einen Rücktritt des Regierungschefs. Die slowakische Regierung steht wegen der Corona-Krise unter Druck. Das Land hat derzeit eine der höchsten Todesraten im Verhältnis zur Einwohnerzahl sowie eine der höchsten Ansteckungsraten. Kritik gibt es unter anderem an dem umstrittenen Ankauf des russischen Impfstoffs Sputnik V.

+++ 23:16 Vierer-Runde berät auf Gipfel über Ausweg beim Streit um Reisen +++
Die Beratungen von Bund und Ländern finden immer noch nicht wieder in großer Runde statt. Nun beraten Kanzlerin Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Olaf Scholz über einen Ausweg im Streit um innerdeutsche Reisen an Ostern, heißt es in Verhandlungskreisen. Zuvor hatte lange Zeit die SPD-Seite untereinander verhandelt, ebenso wie die Unions-Länderchefs. Die Konfliktlinien verliefen dabei beispielsweise zwischen Sachsen und Schleswig-Holstein bei den unionsgeführten Ländern sowie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern auf der SPD-Seite, heißt es. Hintergrund ist der Wunsch, etwa der Küstenländer, trotz steigender Infektionszahlen über Ostern "kontaktarmen Urlaub" innerhalb ihrer Bundesländer zu erlauben.

+++ 23:02 Österreich verbietet Gastgärten +++
Österreich untersagt weiterhin die Bewirtung unter freiem Himmel. Die Gastgärten werden angesichts des raschen Anstiegs der Infektionen nicht wie geplant am Samstag öffnen. Öffnungsschritte sollen nach Ostern stattfinden, sobald es die Situation auf den Intensivstationen erlaube, sagt Kanzler Sebastian Kurz nach Gesprächen mit Experten, Landeschefs und der Opposition. Aufgrund der hohen Inzidenzwerte in der Hauptstadt Wien und im Osten des Landes, sollen in den nächsten Tagen eigene Maßnahmen für die Region ausgearbeitet werden.

+++ 22:35 Corona-Gipfel seit vier Stunden unterbrochen +++
Seit fast vier Stunden ist der Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern unterbrochen. Offenbar sind die Fronten verhärtet, seit Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Vorschlag von fünf Ministerpräsidenten zurückwies. Vor allem die Nordländer bestehen darauf, ihren Bürgern trotz der dritten Corona-Welle samt Virusvarianten "kontaktlosen Urlaub" im eigenen Bundesland erlauben zu wollen. Daraufhin zog die Kanzlerin ihre ganz persönliche Corona-Notbremse: Sollten Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz weiter auf Osterurlaub bestehen, könne sie den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz nicht mittragen, berichteten Teilnehmer von der Auseinandersetzung. Seitdem wird in kleineren Kreise weiterverhandelt, ein Ende ist offen.

+++ 22:15 Fast die Hälfte der Regionen über der 100er-Marke +++
Die Deutschland-Karte färbt sich weiter rot: Laut den Daten der Bundesländer liegen nur noch 38 der 412 Regionen unter der "Obergrenze" der Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Über der Schwelle liegen 374, wobei fast die Hälfte, nämlich 202 bereits bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mindestens 100 angekommen sind. Ab diesem Wert greift die Notbremse und Lockerungen müssten zurückgenommen werden.

+++ 21:40 Zehn Bundesländer über dem Notbremsen-Wert +++
15 von 16 Bundesländern verzeichnen steigende Inzidenzen - einzige Ausnahme ist Baden-Württemberg, wo der Wert um -0,1 gesunken ist. Inzwischen liegen 10 von 16 Bundesländern bei einer 7-Tage-Inzidenz von mindestens 100 - zwei weitere liegen über 96, also kurz vor der Schwelle, an der normalerweise die Notbremse greift und Lockerungen zurückgenommen werden sollten.

Aktuell weist Hamburg die meisten neuen Fälle je 100.000 Einwohner auf, gefolgt von Berlin und Thüringen. Die meisten aktiven Fälle je 100.000 Einwohner gibt es weiterhin in Thüringen, wo die 300er Schwelle überschritten wurde - dahinter folgen Sachsen, Hamburg, Hessen, Sachsen-Anhalt und Bayern.

+++ 21:35 Aktuelle Datenlage in Deutschland: Mehr als 7400 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.670.945 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 7475 neue Fälle hinzu. Vor allem im Wochenvergleich zeigt sich, wie stark die Fallzahlen derzeit ansteigen. Der aktuelle Tageszuwachs liegt 1757 Fälle über dem gemeldeten Niveau der vergangenen Woche und markiert den höchsten Montagswert seit dem 18. Januar und einen Anstieg um 30,7 Prozent. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 114 auf 74.822. An den Montagen vor einer Woche waren es weniger Tote, nämlich 105 vor einer Woche und 104 vor zwei Wochen. Als aktuell infiziert gelten rund 172.800 Personen.

Im Sieben-Tage-Trend kommt Deutschland inzwischen wieder auf einen Mittelwert von 15.000 neugemeldeten Fällen pro Tag.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,19 angegeben (Vortag: 1,31). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 119 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,12 (Vortag: 1,22). Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland ist den zehnten Tag hintereinander gestiegen und bewegt sich weiter oberhalb der 3000er-Marke. In deutschen Kliniken werden derzeit 3145 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 89 Patienten. Demnach müssen 1678 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 27 Personen mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 4885 Betten in den deutschen Kliniken frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 21:05 Airlines wollen Mallorca-Urlauber selber testen +++
Während sich beim Corona-Gipfel Kanzleramt und Länderchefs zum Thema Osterreisen verhakt haben und die Verhandlungspause weiter andauert, wollen deutsche Fluggesellschaften Mallorca-Rückkehrer selbst auf Corona testen. Das berichtete die "Bild"-Zeitung am Abend. Die Zeitung nannte die Fluggesellschaften Tui, Condor, Eurowings und Lufthansa, die noch auf der Insel testen wollten. Es werde nun nach Örtlichkeiten gesucht, es gehe um bis zu 40.000 Rückkehrer zu Ostern. Verkehrsminister Andreas Scheuer habe sich in den vergangenen Stunden massiv dafür eingesetzt, dass die Fluggesellschaften testen. Die Bundesregierung hatte die Lieblingsinsel der Deutschen vor einer Woche von der Liste der Risikogebiete gestrichen und die Reisewarnung wegen stark gesunkener Infektionszahlen aufgehoben. Damit entfiel auch die Testpflicht und die Quarantäne für Rückkehrer. Das hat zu einem Buchungsboom geführt, aber auch zu hitzigen Diskussionen, ob man damit einen neuen Infektionsherd riskiert. Deswegen standen bei den Beratungen von Bund und Ländern am Montag Forderungen nach einer Wiedereinführung der Testpflicht und auch nach einer Wiedereinführung der Quarantäne im Raum.

+++ 20:40 Restaurants wieder dicht: Ansteckungszahlen in Mallorca steigen erneut +++
Wegen zuletzt wieder steigender Corona-Zahlen will die Regionalregierung Mallorcas die erst vor kurzem wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen schließen. Die Maßnahme solle noch diese Woche umgesetzt werden, schrieb die deutschsprachige "Mallorca-Zeitung". Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört, stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Abend auf 26,45. Vergangene Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 20 gelegen. Im Vergleich zu Deutschland ist das ein immer noch relativ niedriger Wert. Über das Wochenende wurden nach Behördenangaben fast 8000 Einreisende aus dem Ausland auf dem Flughafen der Insel kontrolliert, die meisten waren Urlauber aus Deutschland. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vorgelegt werden. Insgesamt 121 Reisende, bei denen es Unstimmigkeiten mit ihrem Einreiseformular gab, seien einem zweiten Test unterzogen worden. Keiner davon sei positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung.
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+++ 20:15 "Sind nicht im Freizeitpark": Ökonom tadelt Bundesregierung +++
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat die politische Führung in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. "Wo sind wir denn? Sind wir in der Krise oder im Freizeitpark, wo jeder macht, was er will?", sagte Michael Hüther bei "Bild live". "Wenn wir in der Krise sind, dann muss man auch verdammt nochmal langsam in den Krisenmodus in der Politik hineinkommen." Hüther mahnte mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern zu mehr Pragmatismus und Einigkeit bei der Bekämpfung der Pandemie. "Die politische Führung ist die falsche, die wir momentan im Lande haben", sagte er. Die Krise müsse besser gesteuert werden. "Wir verzetteln uns, weil wir glauben, das muss oft, vielfach besprochen werden", sagte Hüther. Die Gipfel-Beratungen sind seit 18:45 Uhr unterbrochen.

+++ 19:45 Schweiz lässt Vakzin von J&J zu - aber kauft es nicht +++
In der Schweiz ist der Corona-Impfstoff des US-Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson zugelassen worden. Es ist der dritte Impfstoff, den die Arzneimittelbehörde Swissmedic freigibt. Die Schweiz hat bei J&J unter Verweis auf eine späte Lieferung erst im Laufe des Jahres jedoch keine Impfdosen bestellt. Die Alpenrepublik hat sich bislang rund 36 Millionen Dosen von anderen Herstellern gesichert. Zugelassen sind bislang auch die Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna. Noch keine Freigabe haben Astrazeneca, Curevac und Novavax erhalten.

+++ 19:15 "Zu wenig": Merkel unzufrieden mit Gipfel-Verlauf +++
Kanzlerin Angela Merkel zeigt sich unzufrieden mit der Debatte mit den Ministerpräsidenten über das Vorgehen gegen die Pandemie. "Wir beschließen heute, dass wir das einhalten, was wir das letzte Mal beschlossen haben", sagt sie nach Angaben aus Teilnehmerangaben mit Blick auf die "Notbremse". Das sei in einer Zeit des exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen zu wenig, fügte sie hinzu.
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+++ 18:45 Nach Zoff ums Reisen - Gipfel macht Pause +++
Beim Corona-Gipfel gibt es laut Teilnehmerkreisen Streit ums Thema Reisen. Sowohl Mallorca-Trips als auch innerdeutsche Reisen sind weiter heftig umstritten. "Mitten ins exponentielle Wachstum ist das die falsche Entscheidung", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel laut Teilnehmern. Schon im Kreis der Ministerpräsidenten hatte es dazu zuvor keine Einigung gegeben, weil die Küstenländer auf "kontaktarme Reisen" in ihren Ländern pochen. Jetzt ist eine Gipfel-Unterbrechung angesetzt.
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+++ 18:25 "Schwappt rüber": Johnson warnt vor dritter Welle aus der EU +++
Der britische Premierminister Boris Johnson warnt seine Landsleute vor einer dritten Infektionswelle, die vom europäischen Festland auf die Insel übergreifen könne. "Die früheren Erfahrungen haben uns gelehrt, dass eine Welle, die unsere Freunde trifft, leider auch an unsere Ufer schwappt", sagte er vor Journalisten. Im Streit um knappen Corona-Impfstoff gab sich der Premier zuversichtlich, Exportverbote der Europäischen Union abwenden zu können. "Ich bin nach Gesprächen mit EU-Partnern in den vergangenen Monaten sicher, dass sie keine Blockaden wollen", sagte Johnson der Agentur Bloomberg. "Ich denke, das ist sehr, sehr wichtig." Die EU-Kommission stellte in Brüssel klar, dass sie tatsächlich eigentlich keine Exportverbote wolle. Doch müsse die EU bestellte Impfstoffe von Herstellern rasch und verlässlich bekommen.

+++ 17:55 Bundesregierung für Impfstoff-Exportstopp +++
Die Bundesregierung unterstützt im Streit über Exportverbote von Coronavirus-Impfstoffen grundsätzlich die Haltung der EU-Kommission. Die Mitgliedstaaten müssten die vertraglich zugesicherten Impfdosen erhalten, sagte eine Regierungssprecherin in Berlin. Aus der EU seien in jüngster Zeit 34 Millionen Dosen in 30 Länder exportiert worden. Von den USA und Großbritannien sei dagegen "fast nichts" in andere Länder geliefert worden. Deshalb sei es richtig, die EU-Exportrichtlinie zu überarbeiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe über das Thema am Sonntag mit dem britischen Premierminister Boris Johnson gesprochen. Ein Sprecher Johnsons warnte die EU erneut vor Exporteinschränkungen.

+++ 17:25 Pannen bei Schnelltests in Tübingen +++
Bei der Abnahme von Corona-Schnelltests im Zuge des bundesweit vielbeachteten Modellprojekts "Öffnen mit Sicherheit" in Tübingen ist es zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Von an rund 2000 Menschen durchgeführten Tests wurden 25 Menschen in die Isolation geschickt, obwohl sie möglicherweise gar nicht positiv waren. Dies teilte der Betreiber von zwei Schnelltestständen, die Kern Medical GmbH (KME), mit. KME hatte seine Schnelltests bei einer weitaus niedrigeren Temperatur getestet und ausgewertet als vorgeschrieben. Laut Hersteller müssen die Schnelltests bei Zimmertemperatur zwischen 15 Grad und 20 Grad durchgeführt und ausgewertet werden. "Wir gestalten unsere Teststationen gerade um, damit die korrekte Temperatur zur Auswertung der Tests gewährleistet ist" sagte Vek. Der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern.

+++ 16:55 Söder gegen bundeslandweite Notbremse +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beharrt in den Gesprächen unter den Ministerpräsidenten nach Angaben aus Teilnehmerkreisen darauf, dass die "Notbremse" bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 nicht für das ganze Bundesland, sondern nur auf Landkreis-Ebene gelten soll. Er habe Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher widersprochen, der vorgeschlagen habe, Verschärfungen der Maßnahmen bei einem Wert über 100 im gesamten betroffenen Bundesland einzuführen. Söder wolle Landkreise offen halten, die eine Inzidenz unter 100 oder sogar unter 50 haben. Deshalb sei eine "regionale Umsetzung" wichtig. Derweil erreichten die Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Kreis ihrer Länderkollegen nach Informationen von Reuters aus Verhandlungskreisen keine Mehrheit für ihren Vorschlag eines "kontaktarmen Urlaubs" im eigenen Bundesland. Deshalb werde der Vorschlag wohl nur als Protokollnotiz in die geplante Bund-Länder-Erklärung angefügt, heißt es. Dass der Lockdown bis zum 18. April verlängert wird, sei unstrittig gewesen und ohne große Diskussion beschlossen worden, sagten Insider.
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+++ 16:30 Erneut Corona-Ausbruch bei Airbus +++
Rund zwei Monate nach einer mehrwöchigen Corona-Zwangspause sind bei Airbus in Hamburg erneut mehrere Covid-19-Erkrankungen gemeldet worden. "Es handelt sich um eine niedrige zweistellige Anzahl von Fällen. Aufgefallen war der Ausbruch, weil sich mehrere Infizierte bei der eigens eingerichteten Corona-Hotline von Airbus gemeldet hatten, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Daraufhin wurde ein Massentest für rund 500 Mitarbeiter in der betroffenen Produktionshalle angesetzt - der brachte weitere Fälle zum Vorschein. Im Januar hatte ein Ausbruch mit mindestens 21 Fällen die Endmontagelinie für A320-Flugzeuge in Hamburg-Finkenwerder für mehrere Wochen lahm gelegt. In sieben Fällen war damals die infektiösere britische Mutation festgestellt worden.

+++ 16:01 Corona-Gipfel streicht Ausgangssperre und Osterbesuche +++
Seit 45 Minuten berät das Kanzleramt mit den Ministerpräsidenten der Länder über die nächsten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Nach Informationen des Onlineportals Business Insider einigten sich die Teilnehmer bereits in informellen Last-Minute-Gesprächen, dass Ausgangssperren wieder aus der Beschlussvorlage gestrichen werden. Ebenfalls nicht mehr im Angebot: Die großzügigere Familienregelung für Ostern. So sollten nach bisherigen Plänen zwar die Kontaktbeschränkungen verschärft werden, doch in den Ostertagen vom 2. bis 5. April sollte es eine Ausnahme geben: Anstatt nur zu Zweit hätten sich dann Menschen mit vier weiteren Familienmitgliedern aus anderen Haushalten treffen dürfen. Angesichts des Infektionsgeschehens habe man diese Ausnahmen für die weiteren Beratungen nun gekippt, berichtete das Portal.
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+++ 15:45 Flugverkehr in den USA erholt sich +++
In den USA erholt sich der Flugverkehr. Die Sicherheitsbehörde TSA meldet für Sonntag erstmals seit März 2020 wieder mehr als 1,5 Millionen Passagiere, die die Sicherheitskontrollen durchlaufen hätten. Damit sind elf Tage in Folge mehr als eine Million Menschen an den amerikanischen Flughäfen kontrolliert worden.

+++ 15:20 Lindner findet Ausgangssperre "unverhältnismäßig +++
FDP-Chef Christian Lindner lehnt eine Ausgangssperre als unverhältnismäßig ab. Die Lage sei zwar sensibel, schreibt Lindner auf Twitter. Aber: "Die Freiheitseinschränkung ist zu scharf." Stattdessen müsse mehr getestet und geimpft werden. Zudem könne die Politik "der Vernunft der Menschen und den Hygienekonzepten vertrauen", betont der FDP-Chef. "Pauschal den Lockdown zu verlängern, ist nicht alternativlos." Im Interview mit ntv kritisierte Lindner die undifferenziert auf Schließungen setzende Politik der Bundesregierung und verlangte intelligentere Konzepte. Dann seien „Öffnungen verantwortbar“.

+++ 14:50 Beginn des Corona-Gipfels verzögert sich +++
Ursprünglich hätte die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Bundeskanzlerin Merkel um 14.00 Uhr beginnen sollen. Der Beginn der Videoschalte verzögert sich jedoch: Nach ntv-Informationen findet derzeit eine Besprechung der Bundeskanzlerin mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Finanzminister Olaf Scholz statt. Müller ist derzeit MPK-Vorsitzender, Söder vertritt als sein Vorgänger in dieser Funktion die unionsgeführten Länder. Scholz nimmt in seiner Rolle als Vizekanzler an der Besprechung teil. Laut Medienberichten startete die Runde um 15:15 Uhr mit 75 Minuten Verspätung.
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+++ 14:25 NRW setzt Corona-Verordnung wieder in Kraft +++
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die vom Oberverwaltungsgericht Münster aufgehobenen Corona-Beschränkungen im Einzelhandel mit einer Überarbeitung der Corona-Verordnung wieder in Kraft gesetzt. Für Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen und Gartenmärkte bedeutet die Neuregelung schärfere Auflagen, wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilte. Am Vormittag hatte das Gericht auf die Klage eines Media-Markts die Verordnung kassiert. Die Besserbehandlung einiger Händler verstoße gegen den verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, entschieden die Richter in Münster.
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+++ 13:50 Bareiß plädiert für Erlaubnis von "kontaktlosem Reisen" +++
Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, macht sich stark dafür, Reisen in Deutschland trotz steigender Corona-Infektionszahlen unter Auflagen zu ermöglichen. "Ich glaube, dass wir bei kontaktlosem Reisen, bei Ferienwohnungen, bei Ferienhäusern und Campingplätzen offener sein können", sagte der CDU-Politiker kurz vor den Bund-Länder-Beratungen dem Fernsehsender Phoenix. So soll Reisen dort möglich sein, wo Urlauber über eigene sanitäre Anlagen verfügen und sich auch selbst mit Essen versorgen können.

Losgetreten wurde die Debatte mit der Streichung unter anderem von Mallorca von der Liste der Corona-Risikogebiete wegen der dort gesunkenen Infektionszahlen. "Für mich war es bitter, dass wir Mallorca möglich machen und dass es dort keine Reisewarnung mehr gibt, aber das Schwarzwaldhotel oder das Hotel an der Ostsee muss weiterhin geschlossen bleiben", sagte er.

+++ 13:33 Gesundheitsministerium beantragt weitere 5,86 Milliarden Euro +++
Das Bundesgesundheitsministerium hat beim Finanzministerium weitere Ausgaben von rund 5,86 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Pandemie beantragt. Dies geht aus einer Vorlage des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, die Reuters vorliegt. Demnach sind bis zu 3,3 Milliarden Euro Kosten für die sogenannten Bürgertestungen und andere vom Bund zu tragende Testausgaben vorgesehen. Rund 1,5 Milliarden Euro werden eingeplant als Vergütung für Impfungen in Arztpraxen in den Monaten April bis Juni. Für April seien vorerst insgesamt 3,5 Millionen Impfungen in Arztpraxen geplant. Diese Zahl solle sich auf bis zu 7,5 Millionen Impfungen pro Woche im Juni steigern. Zudem ist eine Milliarde Euro für weitere Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser vorgesehen.

+++ 13:15 Zahl der Intensivpatienten steigt weiter an - jetzt 3145 +++
Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland ist den zehnten Tag hintereinander gestiegen und bewegt sich weiter oberhalb der 3000er-Marke. In deutschen Kliniken werden derzeit 3145 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 89 Patienten. Demnach müssen 1678 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 27 Personen mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 4885 Betten in den deutschen Kliniken frei.

+++ 13:04 Ungarn lässt weitere Impfstoffe zu - Zugriff auf sieben Vakzine +++
Ungarn gibt die Notfallzulassung von zwei weiteren Impfstoffen bekannt: Den des chinesischen Konzerns Cansino Biologics sowie Covishield, der Markenname des Astrazeneca-Mittels, wie er in Indien vom Serum Institute herstellt wird. Unklar ist zunächst, wie sie eingesetzt werden sollen. Wenn beide auch vom Nationalen Gesundheitszentrum für die Breitenanwendung zugelassen werden, hätte Ungarn Zugriff auf sieben Impfstoffe.

+++ 12:42 Ermittlungen wegen Betrugsverdacht in Lübecker Testzentrum dauern an +++
Bei den Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen den Betreiber eines Corona-Testzentrums in Lübeck sind diverse Beweismittel sichergestellt worden. Diese sollten jetzt ausgewertet werden, sagte die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Die Beschuldigten äußerten sich demnach zunächst nicht zu den Vorwürfen. Sie befinden sich auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorliegen.

Der Betreiber des Testzentrums und eine Mitarbeiterin stehen im Verdacht, Abstriche für PCR-Tests nicht oder nicht ordnungsgemäß untersucht zu haben. Das Zentrum war am Freitag geschlossen worden, nachdem eine Frau wegen Zweifel an der Richtigkeit ihrer ärztlichen Bescheinigung Anzeige erstattet hatte. In dem Testzentrum werden sowohl kostenlose Schnelltests als auch PCR-Tests für knapp 120 Euro angeboten. In wie vielen Fällen Aufträge für PCR-Tests entgegen genommen wurden, müsse noch geklärt werden, sagte Hingst. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit den Corona-Schnelltests gebe es bislang nicht.

+++ 12:25 Neun Prozent in Deutschland sind erstgeimpft +++
Die Zahl der verabreichten Covid-19-Impfdosen in Deutschland ist auf mehr als 10,8 Millionen gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach liegt die Quote der Erstimpfungen nun bei mehr als neun Prozent, die der Zweitimpfungen bei mehr als vier Prozent - das entspricht mehr als 3,3 Millionen voll geimpften Personen. Ein vollständiger Impfschutz besteht bei den aktuell verimpften Prapäraten erst nach zwei Impfungen. Je nach Bundesland variiert der Impffortschritt deutlich: Laut RKI liegt das Saarland im Ranking nach Erstimpfungen mit mehr als 10,7 Prozent weiter vorn, Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 8,0 Prozent am Ende der Tabelle. Im Ranking nach Zweitimpfungen führt Thüringen weiter mit einer Quote von 4,75 Prozent, Schlusslicht ist Brandenburg mit einer Quote von 3,39 Prozent.

+++ 12:08 Umfrage: Große Mehrheit will in Osterferien zu Hause bleiben +++
Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen will eine große Mehrheit der Deutschen in den Osterferien zu Hause bleiben. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 79 Prozent der Befragten an, nicht verreisen zu wollen. Nur 2 Prozent wollen im Ausland Urlaub machen, weitere 4 Prozent wollen im Inland verreisen. 10 Prozent hatten sich zum Zeitpunkt der Umfrage (16. bis 18. März) noch nicht entschieden. Die Ferien beginnen in den meisten Bundesländern in der kommenden Woche.

+++ 12:00 Hamburgs CDU-Landeschef warnt vor möglicher Ausgangsbeschränkung +++
Hamburgs CDU-Landeschef Christoph Ploß kritisiert Überlegungen zu Ausgangsbeschränkungen: "Während Reisen nach Mallorca stattfinden, wird in Deutschland über Ausgangssperren diskutiert. Das versteht niemand mehr! Anstatt Ausgangssperren zu verhängen und immer wieder den Lockdown zu verlängern, brauchen wir Konzepte, um mit dem Virus umzugehen. Dazu gehört, dass die Bundesländer das Impf- und Testmanagement verbessern. Es müssen nicht nur mehr Kapazitäten bereitgestellt, sondern auch die gesamte Logistik und Abläufe mitgedacht werden", sagte er bei RTL. Zudem plädiert er für eine Alternative zu den Inzidenzwerten: "Außerdem sollte man nicht nur auf die Inzidenzwerte schauen, sondern einen Corona-Indikator einführen. Dieser sollte beispielsweise auch die Impfquote oder die Kapazitäten auf den Intensivstationen berücksichtigen."

+++ 11:41 Wartezeiten an Teststation an Grenze zu Polen +++
An der Grenze Brandenburgs zu Polen in Frankfurt (Oder) ist am Morgen eines von drei mobilen Corona-Testzentren in Betrieb gegangen. Weitere gibt es an der Autobahn A12 und in Guben (Spree-Neiße). Bereits vor der offiziellen Öffnung um 7 Uhr hatte sich ab 5 Uhr in Frankfurt (Oder) am aufgebauten Zelt hinter der Stadtbrücke eine lange Schlange von Wartenden gebildet. Ungefähr 150 Berufspendler aus Polen standen bei frostigen Temperaturen an, wollten sich testen lassen und das Ergebnis mitnehmen. Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen wird Polen seit dem Wochenende von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Land ist nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt.

+++ 11:06 Bund und Länder diskutieren Sonderregeln für private Treffen an Ostern +++
Wenige Stunden vor Beginn der Runde zur Verlängerung der Corona-Maßnahmen ist ein aktueller Entwurf für einen Bund-Länder-Beschluss bekannt geworden. Danach wird zwischen Kanzleramt und Bundesländern über die Möglichkeit von Sonderregeln über die Osterfeiertage diskutiert.

"Anders als im Lockdown über Ostern im letzten Jahr sollen Verwandtenbesuche in diesem Jahr möglich sein", heißt es in dem Entwurf, das einen Zeitstempel von heute 10 Uhr trägt und ntv.de vorliegt. Vom 2. bis zum 5. April sollen Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen erlaubt sein. Wie bisher werden Kinder im Alter bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Die vier Personen müssen allerdings "aus dem engsten Familienkreis" kommen. Gemeint sind "Verwandte in gerader Linie", also Ehegatten, Lebenspartner, Geschwister sowie Nichten und Neffen. Der Absatz steht allerdings in eckigen Klammern und ist damit als noch umstritten gekennzeichnet.

+++ 11:03 Oberverwaltungsgericht kippt Beschränkungen in NRW-Einzelhandel +++
Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hat die Corona-Beschränkungen im Einzelhandel teilweise gekippt. Wie das Gericht mitteilte, entfallen ab sofort die Kundenbegrenzung pro Quadratmeter sowie die bislang erforderliche Terminbuchung. Die Regelungen verstoßen nach Auffassung des Gerichts gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. "Auf der Grundlage der aktuellen nordrhein-westfälischen Coronaschutzverordnung können seit dem 8. März 2021 wieder alle Einzelhändler öffnen", heißt es.

+++ 10:28 Johnson will mit EU über drohenden Impfstoff-Lieferstopp sprechen +++
Im Streit um einen möglichen Exportstopp der EU von Corona-Impfstoffen nach Großbritannien sucht der britische Premierminister Boris Johnson nun das Gespräch. Johnson wolle noch vor dem EU-Gipfel diese Woche bei Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür werben, die Ausfuhr nicht zu blockieren, berichtete die BBC. Gesundheits-Staatssekretärin Helen Whately sagte im Sender BBC Radio 4, kein Land und auch nicht die EU solle "Impfnationalismus oder Impfprotektionismus" zulassen. "Wir erwarten, dass die Europäische Union sich an ihre Verpflichtungen hält. Und ich bin mir sicher, dass der Premierminister mit seinen Kollegen in Kontakt sein wird", sagte Whately. Wichtig sei, dass alle Länder mit ihren Impfungen vorankämen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Wochenende wegen des Mangels an Corona-Impfstoff in der EU mit weiteren Exportbeschränkungen gedroht.

+++ 10:00 So wenige Virus-Tote in den USA wie seit vier Monaten nicht +++
In den USA entwickeln sich die Zahlen der täglich registrierten Todesfälle sowie Corona-Infektionen weiter rückläufig. Binnen eines Tages verzeichneten die Behörden zwar mindestens 444 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus - zugleich ist das der niedrigste Tageszuwachs seit Anfang November. Das geht aus den Zählungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de täglich seit Beginn der Pandemie bezieht. Die Gesamtzahl der US-Todesopfer beträgt demnach nun 541.937. Die Zahl der binnen 24 Stunden nachgewiesenen Ansteckungsfälle in den Vereinigten Staaten stieg laut NYT um mindestens 34.217. Das ist der niedrigste Tageszuwachs seit 13. September - also seit einem halben Jahr. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Corona-Fälle beläuft sich nun auf mehr als 29,84 Millionen. Im Sieben-Tage-Schnitt schwächt sich das Infektionsgeschehen kontinuierlich ab.

+++ 09:45 Amtsärzte beklagen anhaltenden Personalmangel in Gesundheitsämtern +++
Die Amtsärztinnen und Amtsärzte in Deutschland sehen die Personalausstattung der Gesundheitsämter weiterhin kritisch. Fachpersonal sei "sehr schwer zu bekommen", sagte die Vorsitzende der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, der "Rheinischen Post". Das gelte insbesondere für Ärztinnen und Ärzte, die "in Krankenhaus und Praxis noch immer besser bezahlt werden als im Gesundheitsamt. Das ist ein Hauptgrund dafür, dass wir personell nicht vorankommen." Mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern am Montagnachmittag zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise sagte Teichert, wenn die Inzidenzen "weiter hochgehen, wird die Kontaktnachverfolgung für die Gesundheitsämter wieder schwierig". Die Ämter seien ohnehin schon überlastet und mit weiteren Lockerungen werde es noch schwieriger. "Der Druck steigt. Die Anzahl der Kontakte jedes Einzelnen spüren wir bei Lockerungen sofort."

+++ 09:22 Warum schwere Verläufe bei Jüngeren anteilig zunehmen +++

Nach ersten Lockerungen steigt die Anzahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen wieder. Auffällig ist, dass die Corona-Patienten im Durchschnitt jünger werden. ntv spricht mit dem Medizinjournalisten Dr. Christoph Specht über die veränderte Lage und die schleppende Impfkampagne.

+++ 09:15 US-Studie: Astrazeneca-Impfstoff ist zu 79 Prozent wirksam +++
Astrazeneca hat mit seinem Covid-19-Impfstoff in den USA einen Studienerfolg erzielt: Das Vakzin habe sich in klinischen Studien mit mehr als 32.000 Teilnehmern als sicher und zu 79 Prozent wirksam bei der Verhinderung einer symptomatischen Erkrankung erwiesen, teilte der Pharmakonzern mit. Bei Teilnehmern im Alter von 65 Jahren und älter sei eine Impfstoffwirksamkeit von 80 Prozent nachgewiesen worden. Die Daten würden weiter analysiert, und der Konzern bereite sich darauf vor, in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung zu beantragen. Die in den USA durchgeführten Studien sind die bislang umfangreichsten Tests des Impfstoffs und könnten das Vertrauen in seine Anwendung stärken, denn in den US-Studien wurde kein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerer Blutgerinnsel festgestellt.

+++ 09:00 Ramelow kritisiert Fluggesellschaften wegen Mallorca-Flügen +++
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Fluggesellschaften kritisiert, die in der gegenwärtigen Pandemie-Lage Mallorca-Reisen anbieten. Dies sei besonders bei Unternehmen problematisch, die staatliche Hilfen in der Corona-Krise erhielten, sagt der Linken-Politiker im Deutschlandfunk. Er könne nur den Kopf schütteln, dass die Schweiz Thüringen wegen hoher Infektionszahlen gerade zum Hochrisikogebiet erklärt habe, Thüringer aber gleichzeitig in den Urlaub nach Mallorca fliegen könnten. Ramelow fordert die Wirtschaft zudem auf, ihre Mitarbeiter selbst zu testen. Er wäre froh, "wenn die ganzen Unternehmen mitmachen".

+++ 08:45 "Notbremse": Zahl der Regionen über der 100 klettert auf 199 +++
Für zahlreiche deutsche Regionen gibt es mit Blick auf die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz vorerst keine Grundlage für zeitnahe und umfangreiche Öffnungsschritte: Von den 412 Regionen, die das Robert-Koch-Institut ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), überschreiten 199 (gestern: 180, vorgestern: 173, vorvorgestern: 150) die von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Notbremse" bezeichnete 100er-Marke - sie sind also von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen weit entfernt. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge liegen von den 20 Regionen mit den höchsten Werten allein jeweils sieben in Bayern und Thüringen. Beide Freistaaten mit ihren Fallaufkommen teils deutlich über dem Bundeswert (107,3): Bayern mit 110,7 und Thüringen mit der bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von 209,7.

+++ 08:28 SPD-Länder fordern Maskenpflicht am Arbeitsplatz +++
Vor der heutigen Bund-Länder-Runde fordern die SPD-geführten Bundesländer nach Informationen von ntv, dass Unternehmen ihren in Präsenz Beschäftigten "pro Woche das Angebot von mindestens zwei Schnelltests" machen sollen. Dies geht über den gestern bekannt gewordenen Entwurf des Bundeskanzleramts hinaus. Darin heißt es, Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern "mindestens einmal und bei entsprechender Verfügbarkeit zwei Mal pro Woche" einen Schnelltest anbieten.

Die SPD-geführten Länder fordern zudem, dass die Bundesregierung dafür sorgt, dass Arbeitgeber Testbescheinigungen ausstellen können. Mit solchen Bescheinigungen wäre der Zugang etwa zu Geschäften möglich. Außerdem soll es eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske am Arbeitsplatz geben, "wenn sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten". Diese Forderungen fanden sich bereits im Entwurf der SPD-geführten Länder, der am Sonntag veröffentlicht worden war. Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten kommen heute Nachmittag zu einer Videoschalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Dabei dürfte unter anderem die Verlängerung des Lockdown bis in den April beschlossen werden.

+++ 08:13 Lehrerverband und Kultusminister-Chefin uneins über Schulschließungen +++
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hat vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor den Auswirkungen von erneuten Schulschließungen gewarnt. "Die Kultusministerinnen und Kultusminister betrachten die Auswirkungen der im Zuge der Eindämmung der Sars-CoV-Pandemie getroffenen Maßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Sorge", sagte die Bildungsministerin von Brandenburg der "Bild"-Zeitung. "Viele Kinder und Jugendliche leiden unter der Pandemiesituation. Damit die Folgen nicht dauerhaft ihr Leben begleiten, liegt die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten."

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, kritisierte dagegen das Festhalten der Politik am Präsenzunterricht ohne ausreichende Tests. "Wenn es den Bundesländern ernst damit gewesen wäre, Schulen trotz stark steigender Inzidenzzahlen offenzuhalten, hätte man dafür sorgen müssen, dass jetzt Lehrkräfte geimpft und Schulen mit Schnelltests in ausreichender Zahl ausgestattet sind. Davon sind wir aber an 9 von 10 Schulen noch meilenweit entfernt", sagte er der "Rheinischen Post".

+++ 07:58 Weil stellt Mallorca-Urlaube infrage +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert eine Überprüfung der Reisemöglichkeit nach Mallorca. Man werde in der Bund-Länder-Runde besprechen müssen, ob die Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einzustufen, "in Stein gehauen" sei, sagt der SPD-Politiker. Zugleich schlägt er im ZDF die Möglichkeit für einen "kontaktarmen Urlaub" im eigenen Bundesland vor. Urlaub als Selbstversorgung sollte hier möglich sein.

+++ 07:22 Virologe: Mutationen könnten mildernde Frühjahrs-Effekte "auffressen" +++
Die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen könnte nach Ansicht des Virologen Ulf Dittmer die im Frühjahr zu erwartenden, mildernden saisonalen Effekte für die Pandemie abschwächen. Grundsätzlich würden Umweltfaktoren wie etwa UV-Strahlen und höhere Temperaturen sowie das vermehrte Aufhalten im Freien in der wärmeren Jahreszeit helfen, das Infektionsgeschehen zu bremsen. "Dieser Vorteil könnte jetzt - und das ist ein wenig die Gefahr - von den Mutanten aufgefressen werden", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Die saisonalen Effekte könnten wegen der sich leichter ausbreitenden Corona-Variante B.1.1.7 nicht dafür ausreichen, dass der R-Wert langfristig unter die Schwelle von 1 sinke, ab der die Pandemie abflaut.

+++ 07:05 Nur noch sechs Bundesländer unter "Notbremsen"-Marke +++
In der aktuellen Virus-Lage hat dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge nun auch Baden-Württemberg die 100er-Schwelle bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten (103,1 | Vortag: 99,8). Damit weisen nur noch sechs Bundesländer ein Fallaufkommen unter der "Notbremsen"-Marke von 100 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner auf: Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Schleswig-Holstein. Thüringen hingegen weist laut RKI mit 209,7 (Vortag: 207,7) das deutlich höchste Fallaufkommen im Ländervergleich auf und liegt als einziges Land über der 200er-Marke.

+++ 06:38 Brinkhaus: "Notbremse konsequent und ohne Ausnahme umsetzen" +++
Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise hat sich Unionsfraktions-Chef Ralph Brinkhaus für einen absolut strikten Lockdown ausgesprochen. "Wir sind jetzt in der wahrscheinlich kritischsten Phase der Pandemie. Die Anfang März vereinbarte Notbremse muss deswegen konsequent und ohne Ausnahme umgesetzt werden", forderte der CDU-Politiker. "Lockerungen auch im Osterreiseverkehr verbieten sich. Im Gegenteil: Die Lockdown-Maßnahmen müssen - so problematisch das auch ist - noch einmal erweitert werden. Ansonsten wird es für uns alle ein sehr schwerer Sommer."

+++ 06:16 Österreich wird wohl von Lockerungen ablassen +++
In Österreich berät die Regierung heute mit Experten und den Ministerpräsidenten über die weitere Corona-Strategie. Der ursprüngliche Plan der Koalition von konservativer ÖVP und Grünen, zu Ostern landesweit zumindest die Außengastronomie zu öffnen, scheint wegen der deutlich gestiegenen Infektionszahlen vom Tisch. Vielmehr könnte es angepasst an die Infektionslage zu regional unterschiedlichen Maßnahmen kommen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober hatte auf die sich zuspitzende Lage vor allem in den Intensivstationen der östlichen Bundesländer hingewiesen. Dort ist die ansteckendere britische Virusvariante teils für 95 Prozent aller Neuinfektionen verantwortlich. Anschober will daher "regionale Notbremsen".

Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. So ist die Lage im westlichsten Bundesland Vorarlberg, wo seit einer Woche auch wieder die Gastronomie geöffnet hat, vergleichsweise entspannt. Dort beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nur 62. Österreichweit liegt der Wert bei 235.

+++ 05:33 RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 107,3 +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet binnen eines Tages 7709 Neuinfektionen und 50 weitere Todesfälle. Das sind 1105 Neuinfektionen mehr als am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 107,3 nach 103,9 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 05:06 Lauterbach: Keine Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer +++
"Derjenige, der getestet wurde und negativ ist, muss nicht in Quarantäne, weil Mallorca kein Risikogebiet ist", sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Politik-Talk der "Bild". Er rät jedoch dringend von einem Urlaub auf der Balearen-Insel ab. "Wir haben seit einer Woche die brasilianische Mutation auf Mallorca. Ich appelliere an jeden, nicht zu reisen." Alle Reiserückkehrer müssten getestet werden. "Das ist das mindeste, was man verlangen kann, wenn jemand eine solch riskante Reise macht."

+++ 03:51 Intensivmediziner fordern strengeren Lockdown und Kontaktverbote +++
Die deutschen Intensivmediziner pochen vor den Beratungen der Länder mit Kanzlerin Merkel auf einen strengeren Lockdown mit Verschärfungen des Kontaktverbots. "Ich erwarte von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, dass sie sich an diesem Montag auf bundesweit einheitliche und ganz einfache Verschärfungen einigen", sagt Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (Divi), der "Rheinischen Post". Es sei entscheidend, dass alle Länder dieselben Maßnahmen umsetzen und diese leicht zu verstehen sind. Er fordert eine Rückkehr zu einem strengeren Lockdown wie Anfang März und die Schließung von Schulen und Kitas bis ausreichende Testmöglichkeiten vorliegen sowie Kontaktmöglichkeiten "massiv" zu beschränken. Das derzeitige Tempo der Ansteckungen werde ansonsten "im April bis Mai für eine Überlastung der Intensivstationen sorgen".

+++ 02:38 Serbiens Gaststätten bleiben wegen steil gestiegener Zahlen geschlossen +++
Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Corona-Zahlen müssen in Serbien alle Gaststätten und Einkaufszentren geschlossen bleiben. Das verfügte der Krisenstab der Regierung in Belgrad am Sonntagabend. Hotelgäste dürfen in den Restaurants ihrer Herbergen weiter bewirtet werden. Lebensmittelläden und Kultureinrichtungen dürfen bis 21 Uhr geöffnet bleiben, unter Einhaltung von Abstandsregeln und mit Begrenzung der Besucherzahl. Ähnliches gilt für Fitnessclubs. Nach einer abrupten Talfahrt im Februar schnellte die Corona-Inzidenz im März wieder in die Höhe. Am Sonntag lag sie bei 512,1 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen.

+++ 01:37 Handelsverband: Inzidenzzahl hinter uns lassen ++
Der Handelsverband Deutschland übt vor der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz massive Kritik an der Corona-Politik. "Das bundesweite Durcheinander unterschiedlicher Corona-Maßnahmen muss ein Ende haben", sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen die Inzidenzzahl hinter uns lassen und Aspekte wie die höhere Testquote und die Auslastung der Intensivbetten einbeziehen." Viele Händler kämpften jeden Tag um ihre Existenz. "Ihre Zukunft von einem Regelchaos und Inzidenzzahlen abhängig zu machen, ist nicht tragbar", so Genth. Das Ansteckungsrisiko im Einzelhandel sei gering. "Funktionierende Konzepte sind da, jetzt bedarf es einer neuen Öffnungsstrategie."

+++ 00:43 Ministerpräsident Weil: Dritte Welle brandgefährlich ++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil bezeichnet die dritte Corona-Welle als brandgefährlich und wirbt um Verständnis für die Rücknahme von Lockdown-Lockerungen. "Die Situation ist ernst", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen wieder zu drücken, werde dieses Mal weit schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, warnt der SPD-Politiker. "Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung - das macht sie so brandgefährlich." Für Lockerungen sieht Weil keinen Spielraum: "In dieser brisanten Situation stur den Öffnungsplan abzuarbeiten, wäre verantwortungslos", betont er.

Lesen Sie die Entwicklungen des Vortages hier.

Quelle: ntv.de, mau/ara/jpe/rts/dpa/AFP

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