Panorama

Schneelawinen und Erdrutsche Alpen droht zum Wochenende Wetterchaos

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In den Alpen könnte es in den kommenden Tagen über vier Meter Neuschnee geben.

(Foto: imago images/imagebroker)

Mehrere Meter Schnee in den Gebirgen, Überschwemmungen und Erdrutsche nach Dauerregen in den tieferen Lagen. ntv-Meteorologe Björn Alexander rechnet für die Alpenregion in den kommenden Tagen mit Extremwetterlagen. Deutschland bleibt größtenteils verschont - winterlich geht's trotzdem weiter.

ntv.de: Ähnlich wie im November 2019 droht den Alpen ein Schneechaos. Wie schlimm werden die kommenden Tage?

Björn Alexander: Nach jetzigem Stand wird es mindestens ähnlich schlimm. Die Wettercomputer sehen zwar bei den Niederschlägen noch unterschiedliche Mengen. Die heftigsten Berechnungen sehen aber im Gebirge über vier Meter Neuschnee kommen. Die tieferen Lagen bekommen derweil intensiven Dauerregen.

Wie viel Regen soll demnach fallen?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Hier sind Summen von um die 600 Liter pro Quadratmeter nicht auszuschließen. Das entspricht dem Jahresniederschlag von Berlin, der allerdings binnen drei Tagen fällt.

Wo wird es am heftigsten?

Der Niederschlagsschwerpunkt dürfte am Wochenende im Bereich Norditalien/Friaul, Osttirol, Kärnten und Slowenien mit den Karawanken liegen. Die Schneefallgrenze bewegt sich dabei zwischen 1300 und 1800 Metern.

Auf welche Gefahren müssen sich die Menschen einstellen?

In den tiefer gelegenen Regionen wird die Hauptgefahr natürlich von Überschwemmungen, Erdrutschen und Murenabgängen ausgehen. Zumal das Ereignis eben über mehrere Tage geht und die Böden somit sukzessive durchnässt werden. Hierbei kann es bereits passieren, dass manche Täler von der Außenwelt abgeschnitten werden. Das droht ebenfalls den höheren Regionen. Allerdings hier durch Neuschnee und eine verschärfte Lawinensituation. Eine sehr brisante bis gefährliche Wetterlage mit Gefahr für Leib und Leben.

Werden das auch wir in Deutschland spüren?

In sehr abgeschwächter Form bekommen wir die Ausläufer ebenfalls ab. Ausgehend von einem kräftigen Tief über Westeuropa und einem weiteren Tief, das sich über den Alpen bildet, strömt die Luft von Süden über die Alpen. An der Alpensüdseite mit den extremen Niederschlägen, während wir in Deutschland dann entsprechend im Lee der Alpen liegen. Also auf der windabgewandten Seite. Nichtsdestotrotz wird es nach einem föhnigen Freitag am Wochenende im Süden Deutschlands ziemlich winterlich weitergehen.

Was heißt das?

Dass es im Süden unseres Landes Samstag und Sonntag teilweise bis in tiefere Lagen kräftig schneien wird. Die größten Mengen bekommen hierbei der Schwarzwald und der Alpenrand ab.

Wie viel Schnee wird das zweite Adventswochenende bringen?

Alles in allem sind durchaus mal zwischen 10 und 30 Zentimeter, direkt an den Alpen auch bis zu 50 Zentimeter Neuschnee mit hochwinterlichen Straßenverhältnissen möglich. Die Winterdienste im Süden unseres Landes haben also ein angespanntes und arbeitsreiches zweites Adventswochenende vor sich.

Wie verläuft das Wochenende im übrigen Land?

Auch in den Mittelgebirgen sind erneut Schnee und Schneeregen drin. Und hier müssen Sie sich somit ebenfalls auf ein paar Zentimeter Schnee mit Glätte einstellen. Im Norden fällt aus dichten Wolken hingegen immer wieder Regen, während der Westen und der Osten häufiger trocken und zeitweise freundlich ins Wochenende starten. Am zweiten Advent werden die Wolken dann aber auch hier immer mehr und bringen im Westen ebenfalls Regen oder Schnee mit.

Und im Osten?

Da bleibt es am Wochenende insgesamt am schönsten und für Schnee bis in tiefere Lagen auch viel zu mild. Denn immerhin bringen es die Temperaturen am Samstag auf 10, am Sonntag auf zunehmend windige 11 Grad.

Winter oder milder Herbst: Wie geht das Wetter in der nächsten Woche weiter?

Das Temperaturniveau zeigt sich in der kommenden Woche eher frühwinterlich. Am Montag bei maximal noch 0 bis 9 Grad und einem leichten Abwärtstrend zur Wochenmitte.

Müssen wir weiterhin mit Glätte rechnen?

Nachts auf jeden Fall. Denn es kann wiederholt für Frost oder Bodenfrost und damit auch für glatte Straßen reichen. Zudem ist auch weiterer Schnee nicht auszuschließen.

Wo wird es dann schneien?

So wie es sich momentan darstellt, könnten die westlichen Mittelgebirge mal eine Ladung Schnee abbekommen. Zwar sind die Unsicherheiten bei den unterschiedlichen Wettermodellen noch groß. Grundsätzlich besteht aber beispielsweise im Bereich Eifel und Sauerland die Chance auf nennenswerte Schneefälle. Eine sehr spannende Entwicklung für alle Winterfreunde.

Lässt sich anhand dieser winterlichen Lage schon was für den Trend zu Weihnachten sagen?

Die Langfristberechnungen zeigen, dass die Optionen auf die Weißen Weihnacht nach wie vor vorhanden und insgesamt auch größer als in den Vorjahren sind. Denn - mal abgesehen vom letzten Jahr, als es lange nach einer kalten Weihnacht aussah - war es doch ansonsten immer recht mau und lau beim Rennen um den Schnee zum Fest.

Quelle: ntv.de

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