Panorama

Hotspots statt Urlaubsparadiese Balkan und Alpen verzeichnen hohe Dynamik

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Wunderbares Herbstwanderwetter in Tirol - wenn das Coronavirus nicht wäre.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus breitet sich rasch auf dem Balkan aus. Die bei Urlaubern beliebten Länder Kroatien, Slowenien und Bosnien melden Rekordwerte bei den Neuinfektionen. Aber auch in Österreich und der Schweiz spannt sich die Pandemielage weiter an.

Inmitten der Herbstferien entwickelt sich der Balkan zum Corona-Hotspot: In Kroatien, wo rund vier Millionen Menschen leben, verzeichneten die Gesundheitsbehörden 748 nachgewiesene Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Allein in der Hauptstadt Zagreb wurden binnen 24 Stunden 211 neue Ansteckungsfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind 21.741 Infektionsfälle und 334 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus bekannt. Rein rechnerisch gibt es derzeit 3210 aktive Ansteckungsfälle - das sind rund 1000 mehr als in der vergangenen Woche. In öffentlichen Gebäuden müssen von dieser Woche an Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Bars und Restaurants müssen um Mitternacht schließen, die Zahl der Gäste ist begrenzt. Zudem müssen öffentliche Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern mindestens fünf Tage im Voraus angemeldet werden.

In Slowenien, Kroatiens kleinerem Nachbarland im Nordwesten, gab es binnen 24 Stunden 707 nachgewiesene Neuinfektionen. Auch das ist ein Höchstwert. In Slowenien leben rund zwei Millionen Menschen. Auch Bosnien im Süden verzeichnete Höchstwerte. Hier wurden 482 Ansteckungsfälle nachgewiesen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Insgesamt steigt die Zahl der Infektionen damit auf 31.655 und die der Todesfälle um elf auf 958 - bei insgesamt 3,3 Millionen Einwohnern.

Neue Rekordwerte in Österreich und der Schweiz

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Auch Urlauber, die auf eine entspannte Herbstauszeit in den Alpen gehofft haben, werden enttäuscht. In Österreich ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Binnen Tagesfrist wurden nach Angaben des Gesundheits- und Innenministeriums in Wien 1346 neue Fälle gezählt. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner ist der Wert in etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Die meisten neuen Fälle verzeichneten Wien (402), Oberösterreich (234), Tirol (184), Niederösterreich (139) und Salzburg (134). Auch die Belegung der Betten mit Covid-19-Patienten auf Intensiv- wie Normalstationen in Österreichs Kliniken stieg zuletzt an.

In der Schweiz beschleunigt sich die Ansteckungsdynamik ebenfalls. Die Neuinfektionen stiegen binnen Tagesfrist um 2823. Das sind doppelt so viele wie noch vor fünf Tagen. Insgesamt meldet die Gesundheitsbehörde 68.704 bestätigte Fälle in der Schweiz und im benachbarten Fürstentum Liechtenstein. Die Zahl der Todesfälle steigt um acht auf 1816.

Quelle: ntv.de, mau/rts