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Neue Fälle in Großbritannien Belgien führt Quarantäne bei Affenpocken ein

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Zu den Symptomen von Affenpocken gehört ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift.

(Foto: picture alliance/dpa/Bundeswehr)

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In fast ganz Europa treten vereinzelt Fälle von Affenpocken auf. Ein Zusammenhang lässt sich nicht herleiten. Daher gehen Experten davon aus, dass das Virus schon eine Weile weitergegeben wird. Auch wenn das Risiko gering ist, will die WHO das Bewusstsein für die Krankheit erhöhen.

Belgien führt eine Quarantäne von 21 Tagen für mit Affenpocken Infizierte ein. Die Affenpocken-Fälle in Belgien hängen offenbar mit einem großen Fetisch-Festival in Antwerpen zusammen. Die Organisatoren des Anfang Mai abgehaltenen Darklands-Festivals erklärten, dass die belgischen Behörden die Ansteckungen mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Belgien hat bisher mehrere Affenpocken-Fälle offiziell bestätigt.

Die Infektionen mit Affenpocken nehmen auch in Großbritannien stetig zu. "Wir entdecken jeden Tag mehr Fälle", sagte die leitende medizinische Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA, Susan Hopkins, dem britischen Rundfunksender BBC. Die seltene Viruskrankheit verbreitet sich nach ihren Angaben inzwischen in Großbritannien, ohne dass es eine Verbindung mit West- oder Zentralafrika gibt, wo der Erreger beheimatet ist.

Bis Freitag hatte Großbritannien 20 Fälle gemeldet, für heute kündigte Hopkins nun eine neue Bilanz mit den Zahlen vom Wochenende an. Es gebe "täglich neue" Fälle, sagte sie. Bei den meisten infizierten Erwachsenen seien die Symptome "relativ mild". Berichte, wonach ein Betroffener aber auf der Intensivstation behandelt werden muss, wollte sie zunächst nicht bestätigen.

Affenpocken-Fälle wurden seit Anfang Mai bereits in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern nachgewiesen. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen wieder.

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Affenpocken. Allerdings wirkt die normale Pockenimpfung zu 85 Prozent vorbeugend. Nach Angaben von Bildungsminister Nadhim Zahawi hat die britische Regierung bereits damit begonnen, Vorräte an Pocken-Impfstoff aufzukaufen. "Wir nehmen die Sache sehr, sehr ernst", sagte er BBC.

WHO will Bewusstsein für Virenerkrankung erhöhen

Nach aktuellem Forschungsstand ist für eine Übertragung ein enger Körperkontakt erforderlich. Hopkins bestätigte Angaben der WHO, wonach sich bisher vor allem homo- oder bisexuelle Männer anstecken. Sie mahnte zu besonderer Vorsicht. Es sei "dringend notwendig", das Bewusstsein für die Virenerkrankung zu erhöhen, hieß es von der UN-Organisation in Genf. Außerdem müssten Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert werden, sowie Ansteckungswege rückverfolgt werden.

In Deutschland sind inzwischen drei Fälle der Viruserkrankung bestätigt, einer in München und zwei in Berlin. Die WHO berichtet mit Stand Samstag von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen in Ländern, in denen das in West- und Zentralafrika heimische Virus normalerweise nicht auftritt. Die Infektionen seien atypisch, weil die meisten Betroffenen zuvor nicht in diese Länder gereist seien.

Dass die Fälle über Europa verteilt festgestellt werden, lege nahe, dass das Virus schon eine Weile weitergegeben werde. In Europa wurden bisher unter anderem Fälle gemeldet aus Spanien, Großbritannien, Frankreich, Italien oder der Schweiz. Auch in Australien, Kanada und den USA gab es Nachweise der Erkrankung.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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