Panorama

Werbung mit geretteten Migranten Benetton provoziert mit Flüchtlingsfoto

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Die Modefirma Benetton löst mit einem Werbefoto Empörung aus.

(Foto: REUTERS)

Die Modefirma Benetton wirbt mit einem Foto, das im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge zeigt. SOS Méditerranée kritisiert das scharf. Das Leid dieser Menschen dürfe "niemals für kommerzielle Zwecke" genutzt werden, fordert die Hilfsorganisation.

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat mit scharfen Worten ein Benetton-Werbefoto von aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen angeprangert. "Die humanitäre Tragödie, die sich im Mittelmeer abspielt, darf niemals für kommerzielle Zwecke benutzt werden", kritisierte die Organisation.

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In der Werbung der italienischen Modefirma sind Flüchtlinge auf einem Boot zu sehen, die rote Rettungswesten tragen und vom Hilfsschiff "Aquarius" geborgen werden. In der unteren rechten Ecke ist der Schriftzug "United Colors of Benetton" zu lesen.

SOS Méditerranée erklärte, sich "vollumfänglich" von dieser Kampagne zu distanzieren. Das Foto war bei dem Rettungseinsatz vor mehr als einer Woche aufgenommen worden. "SOS Méditerranée gibt niemals sein Einverständnis für eine kommerzielle Nutzung seiner Fotografien", schrieb die Organisation. Sie kritisierte auch den Fotografen, der das Bild aufgenommen hatte.

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Die "Aquarius" hatte zuletzt den Streit um die EU-Asylpolitik neu entfacht, da Italien die Aufnahme der mehr als 600 Flüchtlinge auf dem Schiff verweigerte. Nach einer tagelangen Hängepartie erreichte das Schiff schließlich Spanien, wo die Menschen versorgt wurden und von Bord gehen konnten.

Benetton sorgt mit seinen Werbekampagnen immer wieder für Empörung. Unter anderem zeigte das Unternehmen in der Vergangenheit einen sterbenden Aids-Kranken sowie eine Fotomontage eines Kusses zwischen dem Papst und einem Imam.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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