Panorama

RKI erhöht Alarmstufe Corona-Krise könnte zwei Jahre dauern

Das Robert-Koch-Institut erhöht die Gefährdungslage in Deutschland durch das Coronavirus auf "Hoch", selbst gut ausgestattete Kliniken bekämen bereits Probleme, warnt RKI-Chef Wieler. Er fürchtet, die Pandemie-Krise könnte bis zu zwei Jahre dauern.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft das Risiko für die Bevölkerung durch das neuartige Coronavirus jetzt als "hoch" ein. RKI-Präsident Lothar Wieler begründete die Änderung der Risikoeinschätzung mit der großen Dynamik der Pandemie, dem starken Anstieg der Fallzahlen sowie Alarmsignale aus öffentlichen Gesundheitsdiensten und von Kliniken. Zudem gebe es immer mehr Fälle, die nicht mehr auf bekannte Fälle zurückgeführt werden könnten. Das Risiko für die Bevölkerung variiere von Region zu Region und könne regional auch "sehr hoch" sein wie im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Die Zahl der bestätigten Coronafälle in Deutschland lag am frühen Morgen nach Auswertung der Daten vom Robert-Koch-Institut und den Gesundheitsbehörden der Bundesländer bei 7232 Fällen. Demnach sind 17 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bestätigt worden. Weltweit sind nun mehr Menschen infiziert als in China. Dort seien es rund 81.000 und im Rest der Welt 86.000, sagte Wieler. "Zurzeit ist Europa im Fokus der Pandemie."

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Klar sei, dass die Zahlen schon wegen der Dauer der Meldewege weit höher seien, sagte Wieler. "Wir stehen am Anfang eine Epidemie." Nach seiner Einschätzung könne weltweit die Corona-Krise etwa zwei Jahre dauern, dies hänge auch von der Entwicklung eines Impfstoffes ab. Auf die Frage, ob entsprechend die Beschränkungen für die Menschen maximal so lange in Kraft bleiben müssten, hatte Wieler zunächst gesagt: "Im extremen Fall bestünde diese Möglichkeit." Das RKI stellte später aber klar, wie die Einschränkungen wirkten, würde man nach zwei Wochen sehen. "Das Virus wird uns aber noch länger beschäftigen, und es ist klar, dass getroffene Maßnahmen überprüft und angepasst werden müssen", sagte Wieler.

Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus soweit wie möglich zu verzögern. Laut RKI hängt die Belastung des Gesundheitswesens maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab.

Quelle: ntv.de, kwe/AFP/rts