Panorama

15 Millionen Tiere betroffen Dänemark hat alle Nerze in Farmen getötet

231243288.jpg

Nerzfarmen dienen der Pelzgewinnung. Die Pelze werden weltweit häufig immer noch in der Kleidungsindustrie verwendet.

(Foto: picture alliance/dpa/Ritzau Scanpix/AP)

Im November beschließt die dänische Regierung die Tötung aller Nerze im Land. Vorausgegangen war eine in dänischen Nerz-Farmen mutierte Version des Coronavirus. Nun ist die Massenkeulung abgeschlossen und die Industrie steht ohne Tiere da.

Die Keulung von 15 Millionen Nerzen in Dänemark wegen der Corona-Pandemie ist abgeschlossen. Wie ein Sprecher der Veterinärbehörde des Landes sagte, wurden die letzten der im Land lebenden Tiere am Donnerstag getötet. Hintergrund war die Entdeckung einer auf den Menschen übertragbaren Coronavirus-Mutante bei den Tieren.

Dänemark ist eigentlich das größte Exportland von Nerzen. Regierungschefin Mette Frederiksen hatte allerdings am 4. November 2020 angekündigt, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Die Massenkeulung der etwa 15 Millionen Pelztiere hatte zu einer größeren Debatte im Land geführt, unter anderem, weil für die Tötung länger die Rechtsgrundlage gefehlt hatte. Die Regierung bekam dafür viel Kritik, in der Folge trat Lebensmittelminister Mogens Jensen zurück. Für den Verlauf des Ganzen bat Frederiksen die Züchter später um Entschuldigung. "Es wurden Fehler gemacht, und das muss man sowohl bedauern als auch entschuldigen können", sagte sie Ende November.

Milliardenhilfen für die Nerz-Industrie

Ende Dezember verbot Dänemark schließlich die Zucht der Tiere bis zum Januar 2022. Einen Monat später kündigte die Regierung in Kopenhagen dann an, den Nerz-Züchtern mit Milliardenentschädigungen unter die Arme zu greifen. Ein Unterstützungsplan der Regierung sieht Hilfen im Umfang von mehr als 19 Milliarden Kronen (2,6 Milliarden Euro) für die Branche vor.

Dieses Abkommen stelle eine vollständige Entschädigung der Züchter und weiterer von den Pelztieren abhängiger Betriebe sicher, erklärte das dänische Finanzministerium. Mit den Mitteln sollen demnach unter anderem entgangene künftige Gewinne, der Verlust der nicht verkauften Nerzfelle sowie die Kosten für den Gebäudeabriss gedeckt werden. Auch indirekt von der Massenkeulung betroffene Betriebe wie Auktionshäuser und Futterproduzenten erhalten Entschädigung.

Impfstoff für infektionsanfällige Tiere geplant

Eine weitere Lösung könnte das Impfen der Pelztiere gegen Covid-19 sein. In Finnland wird beispielsweise ein Impfstoff entwickelt, der Zuchttiere wie Nerze und Marderhunde vor dem Coronavirus schützen soll. Der finnische Pelztierzüchterverband Fifur kooperiert bei der Entwicklung mit einem Forschungsteam der Universität Helsinki, wie der Verband mitteilte. Das Virus stelle nicht nur für die Gesundheit des Menschen eine Bedrohung dar, erklärte die Assistenzprofessorin Tarja Sironen dazu. Die Ausbreitung bei Tieren in der Landwirtschaft, Pelzindustrie und Tierwelt in Finnland müsse schnell und effektiv verhindert werden.

Mit einem Impfstoff für infektionsanfällige Tiere solle die Entstehung eines Virusreservoirs auf finnischen Pelzfarmen verhindert werden, sagte der Forschungsdirektor der Pelzzüchter, Jussi Peura. Auch wenn Tierversuche und Überprüfungen Zeit bräuchten, arbeite man daran, schnellstmöglich einen gut wirksamen Impfstoff fertigzustellen. Dies wird nach Ansicht des Verbandes nicht nur die Tiere schützen, sondern auch die Gesundheit der Menschen, die sich um diese kümmern. Nach Angaben des finnischen Rundfunksenders Yle dürfte die Testphase mehrere Monate dauern.

Quelle: ntv.de, jru/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen