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Vorsicht bei Osterfeuern Deutschland bekommt sommerliche Ostern

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Ostern lässt sich dieses Jahr auf jeden Fall im Freien feiern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ostereiersuche im Garten sollte dieses Jahr zumindest wettertechnisch kein Problem darstellen: Bis zu zehn Stunden Sonne täglich bekommen wir an den Feiertagen. Auch die Temperaturen laden zu Outdoor-Aktivitäten ein. Bei Osterfeuern hingegen ist deswegen Vorsicht geboten.

n-tv.de: Beim Wetter zu Ostern war die Spannbreite in den vergangenen Jahren groß: Von Schnee und Eis bis hin zur Sommersonne war alles mit dabei. In diesem Jahr wird es aber wohl eher die sonnige Variante werden, oder?

Björn Alexander: Definitiv. Sollte nicht noch ein meteorologisches Wunder passieren, dann wird Ostern 2019 sogar das sonnigste Osterfest seit über 30 Jahren.

Wie viel Sonne dürfen wir denn erwarten?

Aufsummiert von Karfreitag bis Ostermontag sieht es folgendermaßen aus: Der Südwesten bekommt aufgrund einiger Gewitterwolken am Karfreitag und Karsamstag insgesamt um die 40 Stunden Sonnenschein.

Das ist ja schon nicht schlecht. Immerhin durchschnittlich 10 Stunden pro Tag.

Björn Alexander

Der ntv Meteorologe Björn Alexander.

Im großen Rest sieht es sogar noch besser aus. Da gibt es nämlich so gut wie kein Wölkchen, sodass wir oft um die 50 Stunden Sonnenschein in den vier Tagen bekommen werden. Im Norden sind die Tage astronomisch bedingt noch etwas länger, sodass auch die Sonnenausbeute noch etwas darüber liegt. Stellenweise werden es bei den Nordlichtern sogar bis zu 55 sonnige Betriebsstunden. Mehr geht in dieser Jahreszeit einfach nicht.

Sonne von früh bis spät. Gibt es auch die passenden Temperaturen?

Die spielen auf jeden Fall gut mit. Für das heißeste Ostern wird es zwar nicht reichen. Aber sehr angenehm wird es allemal. Und die ganz große Hitze muss es ja im April auch nicht unbedingt sein. So bekommen wir - von den Küstenabschnitten im Seewind mal abgesehen - oft Tageshöchstwerte zwischen 17 und 24 Grad. Im Westen wackelt erstmalig in diesem Jahr sogar die Sommermarke von 25 Grad. Und wahrscheinlich wird sie in den nächsten Tagen auch mal erreicht.

Wie heiß kann es denn überhaupt zu Ostern werden?

Das hängt grundsätzlich natürlich vom Ostertermin ab. Der früheste Ostertermin ist der 22. März, der späteste am 25. April. Insofern sind wir jetzt am hinteren Ende, was wiederum potenziell die höchsten Temperaturen verspricht. So erlebten wir beispielsweise Ostern 2000, am 23. April, Höchstwerte bis zu 30 Grad; 2009, am 12. April, waren es bis zu 28 Grad und 2011 am 4. April bis maximal 27 Grad. Direkt dahinter könnte aber schon Ostern 2019 folgen, wenn es in den Bereich von 25 oder 26 Grad hineingeht. Das wäre dann also seit Mitte der 1990er-Jahre insgesamt viermal Ostern mit teils sommerlichen Werten. Dem gegenüber stehen im selben Zeitraum drei besonders kalte Osterfeste, die uns Eis und Schnee gebracht haben: in den Jahren 2008 und 2013. Und auch im letzten Jahr, als in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 35 Zentimeter Schnee lagen, bevor es anschließend direkt in den Dauer- und Dürresommer ging.

Wie stehen denn in diesem Jahr die Aussichten auf Regen? Zu Ostern ja offensichtlich nicht. Aber anschließend wäre es in Anbetracht der zunehmenden Dürre ja gar nicht schlecht.

Zumindest könnte es etwas wechselhafter werden. Den ganz großen Regen sehen die Wettermodelle zwar leider auch nicht. Aber ein paar Schauer, die die bis dahin stark ansteigende Waldbrandgefahr regional etwas abmildern, wird es in der nächsten Woche nach jetzigem Stand schon mal geben.

Wie ist die Lage denn rund um die Trockenheit in den Wäldern?

Sie spitzt sich in den nächsten Tagen weiter zu. Das betrifft zuerst einmal weite Teile Ost- und Süddeutschlands, wo es zu Ostern recht verbreitet die zweithöchste Gefahrenstufe 4 von 5 geben wird. Aber auch im übrigen Land hinterlässt die zunehmende Trockenheit in Form von Waldbrandgefahrenstufe 3 ihre Spuren.

Grillen ja, aber dann am besten im heimischen Garten.

So ist es. Denn das Wochenende ist zu 100 Prozent grilltauglich. Die klaren Nächte sind bei meist einstelligen Tiefstwerten zwar weiterhin recht frisch. Aber ein bisschen Einmummeln ist ja auch schön.

Was ist denn eigentlich mit den zahlreichen Osterfeuern, die ja auch Teil der österlichen Brauchtumspflege sind?

Grundsätzlich gesehen ist die Gemengelage in Sachen Trockenheit nicht ganz einfach und es muss vieles beachtet werden, beispielsweise die Windrichtung und der daraus resultierende Funkenflug. Hier ist sicherlich noch mehr Vorsicht geboten als in den vergangenen Jahren.

Osterzeit ist ja für viele auch Reisezeit: Wie sieht es denn im Rest Europas aus? Haben wir Daheimbleiber in diesem Jahr vielleicht sogar das große Los gezogen?

Europaweit betrachtet ist Deutschland definitiv der Sonnensieger. Denn nirgends ist es ähnlich schön. Normalerweise bewegen sich ja die Mittelmeerregionen beim Ranking ganz oben. Doch dort sind neben der Sonne über Ostern immer wieder teils kräftige Schauer und Gewitter unterwegs.

Wie sieht es bei den Temperaturen aus?

Auch dabei gilt: Deutschland ist in diesem Jahr ganz vorne mit dabei. Die Mittelmeeranrainer bekommen oft nämlich auch "nur" zwischen 17 und 24 Grad. Einzig bei den Wassertemperaturen liegt der Süden natürlich weit vor uns. So sind es im Mittelmeer aktuell oft zwischen 14 und 17 Grad. Hierzulande ist die Badetauglichkeit hingegen noch ziemlich begrenzt. Nord- und Ostsee haben meist nur einstellige Wassertemperaturen. Und auch die Binnenseen weisen oft nur 8 bis 11 Grad auf. Bis Ostern werden es durch die Sonne vielleicht noch ein oder zwei Grad mehr. Wirklich weiter bringt uns das aber noch nicht. Zu Ostern baden gehen ist halt mehr was für die Hartgesottenen unter uns.

Zum Schluss bitte noch ein Blick auf unser Osterwetter im Detail.

Am Karfreitag und Karsamstag sind Richtung Schwarzwald und Allgäu einzelne Gewitter nicht auszuschließen. Ansonsten ist der Himmel aber mehrheitlich blau und die Sonne gibt schon mal alles. In diesem Zusammenhang noch der Hinweis gerade für empfindliche Hauttypen und Kinder: Sonnencreme nicht vergessen. Sonst ist der Sonnenbrand schneller da, als man denkt. Zumal auch die Temperaturen zum Sonnenbad einladen. Nach frischem Beginn bekommen wir häufig angenehme 15 bis 24 Grad. Möglicherweise kann im Ruhrgebiet stellenweise auch schon die Sommermarke von 25 Grad erreicht werden.

Wie sieht es an Ostern aus?

Es bleibt durchweg sonnig mit hohen Temperaturen bei meist 16 bis 25 Grad. Die einzigen Ausnahmen in Sachen Frühlings- bis Frühsommerwärme liegen an allen Tagen an der Ostseeküste. Hier weht der Ostwind noch übers kühle Wasser heran und lässt maximal Höchstwerte um die 12 bis 15 Grad zu. Jedoch geht es auch am Ostseestrand in windgeschützten Ecken ziemlich angenehm durch das sonnigste Ostern seit Jahrzehnten.

Quelle: n-tv.de

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