Panorama

Bis zu 25 Grad Die Sonne meldet sich zurück

Zum Wochenende nimmt der goldene Oktober Anlauf. Besonders im Süden und Südosten dominiert die Sonne. Die Temperaturen können stellenweise sogar sommerliche 25 Grad erreichen. Das schönt die Sonnnenbilanz, schließlich ist der Oktober bisher zu kalt gewesen.

n-tv.de: Das erste Oktoberdrittel ist rum und da bietet sich ein kleines Fazit an: zu trocken war es nicht, oder?

Björn Alexander: Nein. Ganz im Gegenteil. Denn inzwischen haben wir - deutschlandweit betrachtet - schon fast das Regensoll für den gesamten Oktober erfüllt. Das entspricht gut 50 Liter pro Quadratmeter und damit ist die ganz große Trockenheit inzwischen beendet. Zumindest im Oberboden.

Wie verhält es sich in den tieferen Schichten?

In ein bis zwei Metern Tiefe ist die Trockenheit zwar weiterhin extrem. Doch zumindest wäre jetzt alles vorbereitet, so dass weiterer Regen auch mal bis weiter runter vordringen kann.

Welche Regenmengen müssten denn noch fallen, damit wir auch weiter unten wieder normale Verhältnisse bekommen?

Das ist schwer zu sagen. Aber einige Hundert Liter fehlen sicherlich noch. Bis zur Normalisierung im gesamten Bodenkörper wird es also definitiv noch lange dauern. Jedoch sieht man im Vergleich zum letzten Jahr zur gleichen Zeit schon deutliche Unterschiede, die nicht nur das Ende der Trockenheit im Oberboden betreffen. Auch an den Flüssen sieht es ganz anders aus. Beispielsweise hier in Köln am Rhein. Vor gut einem Jahr mit einem Pegelstand von deutlich unter einem Meter. Aktuell sind es über 2,70 Meter. Tendenz steigend.

Bei aller Freude über den Regen: Meldet sich die Sonne irgendwann mal zurück?

Zum Wochenende nimmt der goldene Oktober tatsächlich mal Anlauf. Landen wird er besonders im Süden und Südosten, wo abseits beziehungsweise nach Nebelfeldern häufig die Sonne dominiert und die Temperaturen stellenweise sogar Sommerwerte von 25 Grad oder etwas mehr erreichen können. Damit wird dann eben auch die Sonnenbilanz geschönt und die ganz kalten Tage sind vorbei.

Wie viel zu kalt war es denn bisher?

Im Vergleich zum langjährigen Mittelwert war das erste Monatsdrittel gut 1,5 Grad zu kalt. Insofern erleben wir am Wochenende einen ziemlichen Quantensprung. Selbst bis in den Norden klettern die Werte am Sonntag Richtung 20-Grad-Marke.

Hierzulande lockt am Wochenende die Sonne. Doch das sieht in Japan momentan ganz anders aus. Auf welche Gefahren müssen sich die Menschen dort einstellen?

Supertaifun "Hagibis" steuert weiterhin auf die Südküste der japanischen Hauptinsel Honshu zu und wird diese zum Wochenende treffen. Zuvor liegen die mittleren Windgeschwindigkeiten über dem offenen Wasser bei um die 260 Kilometer pro Stunde. In Böen sind es rund 300 Stundenkilometer. Zum Landfall wird er sich zwar abschwächen. 

Björn Alexander

ntv-Metereologe Björn Alexander

Was heißt das?

An den Küsten Windgeschwindigkeiten über Tempo 150 bis an die 200 Kilometer pro Stunde. Damit könnte "Hagibis" am Samstag sogar den Großraum Tokio als Supertaifun der dritten Kategorie (von 5) überqueren. Außerdem schiebt der Taifun enorme Wassermassen vor sich her. 15 bis 20 Meter hohe Wellen, eine meterhohe Sturmflut sowie sintflutartiger Regen. Verbreitet um die 100 bis 300 Liter pro Quadratmeter. In Staulagen sind sicherlich auch Regenmengen von bis zu 500 Liter nicht auszuschließen. Gleichzeitig drohen somit Erdrutsche und Überschwemmungen.

Wie sind die Aussichten für das Formel-1-Rennen in Suzuka?

Die Formel-1-Strecke in Suzuka

Die Formel-1-Strecke in Suzuka

(Foto: picture alliance / dpa)

Das bedeutet, dass das Qualifying am Samstag nicht nur ins Wasser fällt, sondern es müssen auch Schäden bei der Infrastruktur befürchtet werden. Am Sonntag beruhigt sich das Wetter dann zwar schnell wieder. Ob aber tatsächlich gefahren werden kann, ist aufgrund der riesigen Regenmengen und möglicher Sturmschäden nicht absehbar.

Damit zurück zu unserem Wetter: Wie sind die Details für unser Wochenende?

Von der Mitte südwärts dominiert nach Nebelauflösung die Sonne und dort klettern die Temperaturen im Breisgau auf bis zu 25 Grad. Weiter nordwärts bleibt es wechselhafter mit Schauern und einem kräftigen Wind. Am kühlsten ist es an der Küste bei 15 Grad.

Und am Sonntag?

Vom Niederrhein bis nach Schleswig-Holstein muss nach wie vor mit Regengüssen und lokalen Gewittern gerechnet werden. Ansonsten ist es schöner und vor allem im Süden bis nach Thüringen und Sachsen gibt es viel Sonne und Spitzentemperaturen bis zu 25 oder 26 Grad. Und auch im übrigen Land zeigt sich der Sonntag sehr warm mit 22 bis 24 Grad. Selbst im durchwachsenen und windigen Norden werden es 18 bis 22 Grad.

Geht es auch in der nächsten Woche warm weiter?

Es geht zumindest ähnlich warm und meistens freundlich bis sonnig los. Die Temperaturen bringen es auf 15 Grad an der Nordsee und auf 25 Grad am Oberrhein. 

Wie sieht es danach aus?

Ab Dienstag deutet sich ein erneuter Wetterwechsel an. Die Werte gehen langsam zurück und es wird insgesamt unbeständiger. Die Details sind allerdings noch ziemlich offen, da die Wetterentwicklung recht unsicher ist. 

Quelle: n-tv.de