Panorama

Über 1800 Festnahmen Europol deckt Geldwäsche-Banden auf

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Bereits zum siebten Mal agiert die 2016 von Europol ins Leben gerufene Operation "European Money Mule Action" erfolgreich gegen Geldwäsche.

(Foto: REUTERS)

"Money Muling" nennt sich die Methode, bei der Kriminelle Unschuldige anwerben, damit diese unwissentlich Geldwäsche betreiben. Durch eine internationale Ermittlung konnte Europol nun 1800 Festnahmen erwirken - und Verluste in Millionenhöhe verhindern.

Bei einer groß angelegten, internationalen Operation gegen Geldwäsche hat die EU-Polizeibehörde Europol mehr als 1800 Verdächtige festgenommen. Das waren mehr als viermal so viele, wie bei einem vergleichbaren internationalen Einsatz im vorigen Jahr.

Es handele sich um Ermittlungen gegen sogenannte Geldesel, die dabei geholfen hätten, Gelder aus Online-Betrugsfällen zu waschen. Das ist eine Form der Geldwäsche, bei der meist ahnungslose Menschen für Überweisungen ausgenutzt werden. An der Razzia waren demnach Einsatzkräfte aus 27 Ländern beteiligt, darunter Australien, Großbritannien, Kolumbien, die USA und zahlreiche EU-Länder.

"Money mule" - wie der Geldesel

Im Kampf gegen das "Money Muling" sind knapp 7000 kriminelle Finanztransaktionen mit Hilfe von rund 400 Banken und Finanzinstitutionen aufgedeckt worden. Als "Money Muling" wird eine Methode des Geldwaschens bezeichnet, bei der meist bislang unbescholtene Leute als "Geldesel" (engl. mule) dazu gebracht werden, persönliche Konten für den Empfang und die Weiterüberweisung von Geld aus kriminellen Quellen zur Verfügung zu stellen.

Die Banden werben meist Migranten, Studenten oder Menschen in einer finanziellen Notlage an, die auf diese Weise Geldwäsche betreiben sollen, häufig über ihr privates Konto. In vielen Fällen würden die "Geldesel" durch seriös aussehende Stellenanzeigen oder Beiträge in den Online-Netzwerken angeworben und dazu gebracht, ihr Konto für die Kriminellen zu öffnen. Ihnen werde für ihre Dienste "leichtes Geld" versprochen.

Beim Dating ausgetrickst

Geldwäscher versuchen mit etlichen Tricks, unter anderem auf Dating-Plattformen und in sozialen Medien, zu rekrutieren. Die zu waschenden Gelder stammen demnach oft aus kriminellen Aktivitäten im Internet, darunter Abhebungen von Konten, deren Zugangsdaten sich Täter mit Hilfe sogenannter Phishing-Mails verschaffen. Auch Betrug im Bereich des E-Commerce gehört dazu: Kriminelle kassieren zum Beispiel für online angebotene Waren, die niemals geliefert werden.

Durch diese bereits siebte gemeinsame Operation der 2016 ins Leben gerufenen "European Money Mule Action" sind laut Europol Verluste in Höhe von insgesamt 67,5 Millionen Euro verhindert worden. Es sind insgesamt 18.000 "Geldesel" identifiziert worden, die im Auftrag krimineller Banden illegal erworbene Gelder unter den Augen der Finanzaufsichtsbehörden transferieren. Zudem seien 324 Anwerber entlarvt worden.

"Es handelt sich um die größte internationale Operation dieser Art", erklärte Europol in Den Haag. An der dreimonatigen Aktion hätten sich unterstützend Banken und Finanzinstitute beteiligt, die Europol und der internationalen Polizeibehörde Interpol verdächtige Transaktionen meldeten.

Quelle: ntv.de, smu/dpa/AFP

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