Panorama

Zeitung wurde bedroht Fünf Tote bei Schießerei in US-Redaktion

Ein Mann eröffnet das Feuer in einer Zeitungsredaktion in der US-Stadt Annapolis. Um seine Identität nicht preiszugeben, greift der Täter zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Dabei scheint er in der Redaktion kein Unbekannter zu sein.

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In der Redaktion einer Lokalzeitung in der US-Stadt Annapolis sind mindestens fünf Menschen erschossen worden. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, sagte Polizeichef Bill Krampf. Die Tat ereignete sich im Gebäude der "Capital Gazette". Kurz nach der Schießerei nahmen die Behörden einen Verdächtigen fest. Laut Medienberichten soll er sich unter einem Tisch im Newsroom versteckt gehalten haben.

Ein Reporter der betroffenen "Capital Gazette"-Redaktion schrieb auf Twitter: "Ein Einzelschütze hat in meinem Büro auf mehrere Menschen geschossen. Einige davon sind tot." Nach Schilderung von Augenzeugen versteckten sich Mitarbeiter der Zeitung unter Schreibtischen, um sich vor den Schüssen zu schützen. Ein anderer Reporter der Zeitung twitterte, ein Schütze habe durch die Glastür des Büros geschossen und auf mehrere Angestellte gefeuert. "Es gibt nichts Schlimmeres als zu hören, wie auf mehrere Menschen geschossen wird, während du unter deinem Schreibtisch hockst und dann hörst, wie der Schütze nachlädt."

US-Präsident Donald Trump drückte den Opfern und ihren Angehörigen via Twitter sein Mitgefühl aus. Polizei und Rettungskräften dankte er für ihren Einsatz. Die Polizei sei extrem schnell, binnen 60 Sekunden, am Ort des Geschehens gewesen, sagte Steve Schuh von der Bezirksregierung des Anne-Arundel-County. "Die Beamten haben enormen Mut bewiesen und sind sofort ins Gebäude gegangen", betonte er. Dies habe Schlimmeres verhindert.

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Der mutmaßliche Täter, ein Enddreißiger aus der Region, wurde stundenlang vernommen. Nach Angaben der Polizei kooperierte er nur bedingt und machte insbesondere keine Angaben zu seinen Personalien. Laut einem Bericht von CBS News soll der Mann sogar die eigenen Fingerkuppen derart versehrt haben, dass eine Identifizierung per Fingerabdruck nicht möglich war. Schließlich konnten die Personalien aber auf anderem Wege, unter anderem durch Gesichtserkennungsprogramme, identifiziert werden.

Redaktion wurde bedroht

Ein Polizeisprecher sagte über den Mann: "Nach meinen Erkenntnissen war er verärgert über die Zeitung als Ganzes." Er habe nicht einzelne Reporter gezielt als Opfer ausgesucht. Der Sender NBC hatte zuvor berichtet, der Tatverdächtige habe vor Jahren einen Rechtsstreit mit dem Blatt ausgetragen - und diesen verloren. Der Angriff mit einer Schusswaffe mit langem Lauf sei gezielt gewesen. Der Täter sei vorbereitet gewesen, sagte Krampf. Unter anderem hatte er Flüssigkeiten dabei, die Rauch verursachten.

Die "Capital Gazette" zählt zu den ältesten Tageszeitungen in den USA. Sie ist das Lokalblatt für die Region und gehört zur Gruppe der "Baltimore Sun". Der Polizei zufolge hatte es in der Vergangenheit Drohungen gegen die Redaktion der Zeitung gegeben. Diese seien über soziale Medien ausgesprochen worden. Details zu Inhalt und Urheber wurden nicht genannt.

Nach der Schießerei räumte die Polizei das betroffene Gebäude und rief die Bevölkerung auf, sich fernzuhalten. Spezialkräfte suchten nach möglichen Sprengsätzen. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt. Der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, zeigte sich betroffen. "Ich war völlig bestürzt, als ich von dieser Tragödie in Annapolis erfuhr", schrieb er auf Twitter. Er forderte die Bevölkerung auf, allen Anweisungen der Behörden Folge zu leisten.

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Quelle: n-tv.de, lou/cam/dpa/AFP