Panorama

Nächste Woche wird es "rasanter" Herbst beginnt mit unbeständigem Wetter

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Wird es ein goldener Oktober? Die Wettermodelle sind sich nicht ganz einig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem offiziellen Herbstanfang wird es in Deutschland wieder ungemütlicher. Das Wettergeschehen wird vermehrt von Regen und niedrigeren Temperaturen bestimmt. ntv-Meteorologe Björn Alexander erwartet für die kommende Woche ein "intensives Tiefdruckgebiet".

ntv: Was passiert in unserer Wetterküche derzeit?

Björn Alexander: Aktuell ist Hoch "Stefan" für unser Wetter verantwortlich. Das erstreckt sich von Deutschland bis nach Südskandinavien und bringt uns noch ein wenig klassischen Altweibersommer - also kühle Nächte mit Dunst und Nebel sowie Sonne mit angenehmen Temperaturen am Tage.

Bleibt das auch am Wochenende so?

Leider nein. Denn die Tiefs greifen wieder vermehrt ins Wettergeschehen ein. Zunächst einmal mit einem noch eher schwachen Vertreter. Doch nächste Woche dürfte es rasanter zur Sache gehen.

Mit welchen Auswirkungen?

Nach dem kalendarischen Herbstanfang am Freitag wird das Wochenende mit einem kleinen Tief von West nach Ost unbeständiger. Auch Gewitter sind bei wenig geänderten Temperaturen möglich. In der nächsten Woche klopft dann ein deutlich intensiveres Tiefdruckgebiet an unsere Pforten.

Wie sind die Prognosen der Wettercomputer dazu?

Im Laufe des Montags zieht das Tief von der Nordsee zu uns nach Deutschland. Damit breiten sich erneut Regenschauer aus und es wird durchwachsener und windiger - teils vielleicht auch stürmisch. Was uns im Anschluss erwartet, ist noch unsicher. Jedoch zeigen die Vorhersagen des Europäischen Wettermodells eine spürbare Abkühlung.

Was bedeutet das konkret?

Die Schneefallgrenze wird demnach am Mittwoch gegen 1000 Meter sinken und damit wären dann auf den Mittelgebirgen nasse Flocken möglich. Bis auf diese Höhenlage runter wäre es der erste Schnee in dieser Saison. Und auch im Flachland sind bei diesen Berechnungen nicht viel mehr als 10 bis 15 Grad möglich. Ziemlich herbstlich also.

In Anbetracht der kühler werdenden Jahreszeiten: Gibt es schon Trends, wie sich das Wetter im Herbst und Winter entwickeln könnte?

Die gibt es. Die Wettercomputer großer Wetterdienste blicken nämlich auf Zeiträume von Tagen bis Wochen und auch in den Monatsbereich. Zum Teil bis sechs Monate in die Zukunft. Bei Verwertbarkeit solcher Prognosen gilt es natürlich die entsprechenden Abstriche zu machen. Aber: Es sind eben auch Computerprognosen und insofern kann man sie sich anschauen und bewerten.

Wie fallen die Trends aus?

In Zeiten des Klimawandels gibt es bei Berechnungen tatsächlich nur selten zu kalte Prognosen. Und so verhält es sich auch zum Beispiel bei den experimentellen Langfristvorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA für die nächsten sechs Monate. Allerdings sind - im Vergleich zu den vergangenen Jahren - die vorhergesagten Abweichungen für Herbst und Winter aktuell nur etwas zu hoch. Eine vergleichsweise kühle Vorhersage. Und nicht nur das: Selbst zu hohe Durchschnittswerte können am Ende durchaus eiskalte Phasen beinhalten.

Wann ist das zuletzt passiert?

Bestes Beispiel ist der Februar 2021, der eisig begann und auf Frühlingsniveau mit Rekordwerten endete und somit zu warm in die Wettergeschichte einging. Trotz Schnee und zweistelliger Minusgrade zum Anfang.

Vom unsicheren Blick in die Zukunft zurück zu den Aussichten am ersten Herbstwochenende. Was erwartet uns?

Der Samstag verläuft wechselhaft bis wolkenreich und bringt im Westen ein paar Schauer mit, während sich der Osten noch über mehr freundliche Abschnitte freuen kann. Dazu erreichen die Temperaturen zwischen 14 und 19 Grad. Der Sonntag wird verbreitet wolkig mit Schauern, die im Süden von Blitz und Donner begleitet sein können. Die Temperaturen liegen wenig verändert bei 12 bis 19 Grad.

Und nächste Woche?

Am Montag frischt der Wind im Nordwesten lebhaft, an der Nordsee auch stürmisch auf. Dabei ziehen neben aufgelockerten Abschnitten Wolken mit gelegentlichem Regen durch. Dazu erwarten uns 12 bis 18 Grad. Der Dienstag wird dann sehr windig und häufiger nass mit 9 bis 17 Grad, bevor am Mittwoch die Abkühlung kommen könnte.

Wie kalt wird es?

Je nach Wettermodell sinkt die Schneefallgrenze bis 1000 Meter - vielleicht sogar etwas darunter. Ansonsten sind oft nur noch 8 bis 15 Grad drin. Dabei ist es weiterhin sehr wechselhaft und teilweise windig.

Bringt der Oktober uns Chancen auf eine Besserung oder vielleicht sogar auf einen goldenen Verlauf?

Auf jeden Fall. Auch wenn es für den Monatsanfang bei den verschiedenen Wettercomputern durchaus unterschiedliche Bewertungen in Sachen Sonne und Regen gibt. Geht es zum Beispiel nach dem Amerikanischen Wettermodell, dann hält sich das Schauerwetter im Oktober zunächst noch länger. Andere Ansätze lassen den Oktober hingegen deutlich goldener starten.

Quelle: ntv.de

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