Panorama

Studie offenbart Wissenslücken Italiener kennen primär deutsche Rennfahrer

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Wenn man Italienern keine Namen von deutschen Prominenten vorgibt, kommen die Befragten am ehesten auf deutsche Formel 1-Rennfahrer.

(Foto: picture alliance / empics)

Die Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht mit einer Umfrage die deutsch-italienische Beziehung. 1650 Menschen aus beiden Ländern beantworten Fragen zu Prominenten, ihren Sprachkenntnissen und ihrer Einschätzung des jeweils anderen Landes. Die Resultate sind gespickt mit Stereotypen.

Die Klischees in den Köpfen von Italienern und Deutschen sind zäh: Viele Italiener halten Deutsche weiter für eher pingelig und sparsam. Von den deutschen Promis kennen sie eher die Rennfahrer als die Philosophen. Die Deutschen wiederum denken bei Italien oft an lockere Menschen mit viel Sinn für Genuss. Das ergab eine repräsentative Umfrage in beiden Ländern, die die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Rom vorstellte.

Gegenseitige Sprachkenntnisse und das Wissen übereinander seien auch nach Jahrzehnten des Zusammenwachsens in der EU nicht besonders ausgeprägt, wie die Studienmacher feststellten. Nur vier Prozent der Italiener und Italienerinnen sowie fünf Prozent der deutschen Befragten gaben danach an, dass ihre Fähigkeiten in der jeweiligen Fremdsprache über Grundkenntnisse hinaus gehen.

Das Institut Ipsos hatte im Auftrag der SPD-nahen Stiftung für die Studie "Fragile Freundschaft" jeweils 1650 Menschen über 18 Jahre in den zwei Ländern befragt. Obwohl die Umfrage im November 2020 beendet wurde, seien diese Ergebnisse weiter gültig, sagten die Studienmacher. Die Untersuchung zeige, dass die Wahrnehmungen bis heute von "Stereotypen und tradierten Vorstellungen geprägt seien".

Deutsche nennen Eros Ramazzotti und Gianna Nannini

Interessant ist, dass nur recht wenige Leute lebende Prominente im anderen Land kennen: Die Italiener kämen, wenn man ihnen keine Namen vorgibt, am ehesten auf Promis aus der Formel 1 wie Michael Schumacher und Sebastian Vettel, wie es in der Studie heißt. In Deutschland nannten die Befragten von sich aus die Musikstars Eros Ramazzotti und die Mittsechzigerin Gianna Nannini.

Wurden bestimmte Namen vorgegeben, hatten 25 Prozent der Italiener den Namen der Metal-Band Rammstein schon mal gehört, aber nur 8 Prozent den Namen des Philosophen Jürgen Habermas. Immerhin 73 Prozent der Befragten kannten dabei den Sportler Vettel. Über den italienischen Denker und Schriftsteller Umberto Eco sagten in Deutschland knapp sechs von zehn Menschen auf Nachfrage, dass sie schon mal von ihm gehört hatten. Von der Autorin Elena Ferrante ("Meine geniale Freundin") hatten gerade mal 9 Prozent eine Idee, von der Rockröhre Nannini jedoch 72 Prozent.

Quelle: ntv.de, jru/dpa

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