Panorama

Schweinepest breitet sich aus Jäger erlegt infiziertes Tier in Brandenburg

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Brandenburgische Jäger suchen derzeit verstärkt nach erkrankten und toten Wildschweinen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am 10. September wird in Deutschland das erste mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Wildschwein gefunden. Inzwischen konnte der Erreger bei 38 Tieren nachgewiesen werden. Die brandenburgische Zone, in der die Fälle auftreten, wird immer größer.

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals seit dem Auftreten der Tierseuche in Deutschland auch abseits des bisher betroffenen Gebietes in Brandenburg nachgewiesen worden. Im Landkreis Märkisch Oderland, nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, habe ein Jäger ein infiziertes Tier erlegt, teilte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit.

Das nationale Referenzlabor hat zudem einen neuen Fall im bisherigen Kerngebiet um die früheren Funde bestätigt. Das Land müsse die bestehenden Schutzzonen und Schutzmaßnahmen jetzt entsprechend anpassen, um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern, betonte das Bundesministerium in einer Mitteilung. Für die Kernzone gilt laut Schweinepest-Verordnung ein weitgehendes Betretungsverbot, auch der Fahrzeugverkehr ist dort eingeschränkt, um den Erreger nicht etwa über Schuhe oder Autoreifen zu verbreiten. Rund um die Kernzone gibt es zudem ein sogenanntes gefährdetes Gebiet mit Nutzungsbeschränkungen für Land- und Forstwirtschaft.

Insgesamt 38 infizierte Wildschweine sind damit seit dem ersten Fund am 10. September in Brandenburg erfasst. Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich, nicht aber für Hausschweine. Rund um die Funde hatten die Behörden ein Gefahrengebiet mit Beschränkungen für Bauern, Jäger und Anwohner eingerichtet. Hausschweinbestände in Deutschland sind weiter frei von der Seuche.

Im Landkreis Märkisch-Oderland wird seit dem Vormittag ein mobiler Zaun errichtet. "Fünf verschiedene Trupps sind unterwegs", sagte Thomas Berendt, Sprecher des Landeskreises, auf Anfrage. Auf einem Abschnitt von 20 Kilometern Länge soll der Elektrozaun als Barriere für Wildschweine entstehen. Forstmitarbeiter werden dabei unterstützt von Jägern und Landwirten. Der Zaun durchzieht Maisfelder, berührt die Alte Oder und Bewässerungsgräben.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa