Panorama

"Die Lage ist sehr heikel" Katalonien plant Ausgangssperre

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Polizisten vertreiben junge Menschen, die sich nachts auf der Straße versammelt hatten.

(Foto: picture alliance/dpa/DAX via ZUMA Wire)

In Katalonien erreichen die Corona-Inzidenzen zurzeit wieder Rekord-Werte. Die Klubs in Spaniens beliebter Touristenmetropole Barcelona sind bereits geschlossen. Doch die Regierung will noch einen Schritt weitergehen und plant eine nächtliche Ausgangssperre.

Wegen sehr hoher Corona-Infektionszahlen will die katalanische Regionalregierung eine nächtliche Ausgehsperre für die Touristenmetropole Barcelona und 157 weitere Gemeinden der Region anordnen. Die Maßnahme, die jeweils von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr gelten soll, muss vom Obersten Landesgericht abgesegnet werden. Die Menschen dürften dann nur noch mit triftigem Grund aus dem Haus. Die Maßnahme betreffe nicht die gesamte Region im Nordosten Spaniens mit der Costa Brava, sondern nur Städte ab 5000 Einwohner mit einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 400 oder die von solchen umgeben seien, sagte Regionalregierungschef Pere Aragonès am Mittwochabend. "Die Lage ist sehr heikel", warnte er.

Die Einschränkung zielt auf junge Leute, die davon abgehalten werden sollen, an Stränden, in Parks und auf öffentlichen Plätzen feuchtfröhliche Partys, sogenannte Botellones, zu feiern. Gerade die Infektionen junger Leute unter 30 haben die Ansteckungszahlen im Urlaubsland Spanien und vor allem in Katalonien in die Höhe schießen lassen. Seit dem Wochenende sind Klubs in Barcelona bereits wieder geschlossen, Open-Air-Veranstaltungen können nur mit Corona-Tests der Besucher stattfinden. Andere Regionen haben ähnliche Maßnahmen ergriffen oder ziehen diese in Betracht.

Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Mittwoch 26.390 Ansteckungen binnen 24 Stunden. Auf Deutschland hochgerechnet wären das mehr als 46.000. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines Tages von 258 auf fast 271. Sie liegt damit weit über der Marke von 200, ab der Deutschland eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann - mit entsprechender Quarantänepflicht für Rückkehrer. In Katalonien lag die 14-Tage-Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen sogar bei 3385.

Quelle: ntv.de, can/dpa/AFP

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