Panorama

Neue Fälle in Baden-Württemberg Kretschmann: Mutanten sind leider schon da

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Bis zum 21. Februar bleiben die Grundschulen und Kindertagesstätten in Baden-Württemberg geschlossen.

(Foto: dpa)

Baden-Württemberg will Kitas und Schulen länger geschlossen halten als geplant - mindestens bis zum 21. Februar. Grund ist der Ausbruch einer Corona-Mutante in einer Freiburger Kita. Dabei handelt es sich um die als besonders bedenklich eingestufte Variante aus Südafrika.

Eigentlich wollte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Kitas und Grundschulen noch vor Ende des aktuell geltenden Lockdowns, dem 14. Februar, wieder öffnen. Doch kurz zuvor machte der Ausbruch der Corona-Mutation in einer Freiburger Kita diese Pläne zunichte. Nun steht fest: Die Grundschulen und Kindertagesstätten in Baden-Württemberg bleiben bis zum 21. Februar geschlossen.

Das Auftreten der in Südafrika entdeckten Virus-Mutation habe die Pläne für eine schrittweise Öffnung in der kommenden Woche durchkreuzt, sagte Kretschmann auf einer Pressekonferenz. "Wir hatten die Hoffnung, dass es noch länger dauert, bis sie sich hier ausbreiten", sagte Kretschmann über die verschiedenen Virusvarianten, die bereits "in anderen Ländern wie Portugal oder Großbritannien, auch in Südafrika" grassieren würden. Nun stehe fest: "Die Mutanten sind leider schon da."

Die Variante aus Südafrika gilt als bedenklicher als jene aus Großbritannien. Experten vermuten, dass die bereits zugelassenen Corona-Impfungen gegenüber der Mutation aus Südafrika, bekannt als B.1.351, etwas weniger wirksam sind. Sie sollen ausreichenden Schutz bieten, allerdings womöglich weniger langfristig. Zudem sollen Antikörper-Behandlungen gegenüber der Variante weniger effektiv sein.

In einer Freiburger Kita waren 25 Personen positiv auf Corona getestet worden. Mittlerweile stehe fest, dass 18 davon mit der südafrikanischen Variante infiziert seien, bei den übrigen Personen stünden die Testergebnisse noch aus, sagt Kretschmann. "Die Diskussionen um weitere Lockerungen sind erst einmal gegenstandslos worden." Aktuellen Daten zufolge seien schon zwei bis drei Prozent der festgestellten Infektionen auf Corona-Mutationen zurückzuführen.

"Restriktiv und sehr vorsichtig vorgehen"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek betonte die Gefahr, die ihrer Ansicht nach in voreiligen Öffnungen liege. Man müsse "sehr restriktiv und sehr vorsichtig vorgehen", sagte Karliczek auf Nachfrage von RTL/ntv bei einer Pressekonferenz. "Es zeigt sich, dass bei hohem Infektionsgeschehen die Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche unterwegs sind, auch genauso betroffen sind, also auch Teil des Infektionsgeschehens sind." Der Ausbruch der mutierten Virusvariante in der Freiburger Kita werde "allen noch mal eine Mahnung sein, wenn sie überlegen, jetzt wieder zu öffnen".

Auch in einer Kölner Kita sind unterdessen fünf Fälle mit einer Corona-Variante aufgetreten. Laut einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" sind von dem Ausbruch zwei Erzieher und drei Kinder betroffen. Aufgefallen seien die Virusmutationen im Stadtteil Deutz, nachdem ein Elternteil eines Kindes positiv auf die Variante getestet worden sei, erklärte die Stadt gegenüber der Zeitung.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/rts/dpa

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