Panorama

Eltern und Bruder sterben Nachbarn sammeln Spenden für Corona-Waisen

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Die Töchter haben innerhalb weniger Tage Mutter, Vater und Bruder verloren.

(Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Eine achtköpfige Familie in Baden-Württemberg erlebt eine echte Weihnachtstragödie - innerhalb weniger Tage sterben der älteste Bruder, Mutter und Vater an Corona. Zurück bleiben fünf Töchter, vier sind noch nicht volljährig. Freunde und Nachbarn wollen nun helfen.

Dass eine Corona-Infektion mit dem Risiko einer schweren Erkrankung und möglicherweise sogar mit dem Tod verbunden ist, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Was es konkret bedeutet, wenn es zum Schlimmsten kommt, erlebt gerade eine Familie aus dem baden-württembergischen Neuenbürg.

Lokalen Medienberichten zufolge starb Anfang Dezember zunächst der älteste Bruder der Familie im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der 30-Jährige, der im Elternhaus lebte, hatte sich Ende November angesteckt und schnell Symptome entwickelt. Mit Atembeschwerden und Fieber war er zu Bett gegangen, um sich auszukurieren, und dann im Schlaf gestorben. Auch die Mutter und der Vater infizierten sich, ebenso wie die jüngste Tochter der Familie.

Während die Krankheit bei der Neunjährigen einen milden Verlauf nimmt, werden Mutter und Vater bald auf die Intensivstation verlegt. Doch alle ärztlichen Bemühungen sind vergebens. Am 13. Dezember erliegt die Mutter ihrer schweren Covid-19-Erkrankung, zwei Tage später auch der Vater. Zurück bleiben die fünf Töchter der Familie, die nun Vollwaisen sind. Ein älterer Halbbruder der Mädchen bestätigte der "Bild"-Zeitung, dass sein Vater und dessen Frau nicht geimpft waren. Er selbst hat sich nach der Tragödie impfen lassen. "Es war ein Fehler, dass unsere Familie das nicht vorher getan hat", zitiert das Blatt den 39-Jährigen. Demnach konnten sich die Kinder nicht einmal von den Eltern verabschieden.

Trauer und finanzielle Herausforderungen

In der vergangenen Woche wurden Mutter, Vater und Bruder beerdigt. Doch für die Hinterbliebenen sind es schwere Zeiten. Die älteste Schwester ist den Berichten zufolge bereits volljährig und verheiratet. Die anderen vier sind 17, 14, 12 und 9 Jahre alt. Sie alle leben derzeit bei einer Tante in sehr beengten Verhältnissen. In das Elternhaus wollen sie gerade nicht zurück, auch wegen der traumatischen Erlebnisse durch die Corona-Erkrankungen dort. Das Jugendamt sorgt für die psychologische Betreuung der Kinder.

Inzwischen gibt es einen Spendenaufruf für die Familie, den die Abteilungsleiterin der diakonischen Bezirksstelle in Neuenbürg, Yvonne Maisenbacher, initiiert hat. "Die fünf Kinder durchleben eine schwere Zeit", heißt es in dem Aufruf bei Facebook. Die Verstorbenen hatten früher beim Begegnungszentrum Neuenbürg gearbeitet. "Es sollen bitte keine materiellen Spenden eingereicht werden", sagte Maisenbacher der "Pforzheimer Zeitung". Die Kinder hätten ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Essen. Bis vor Kurzem habe es sich ja um eine intakte Familie gehandelt. Mit den Spenden sollen die Kinder die Kosten stemmen, die auf sie zukommen werden.

Quelle: ntv.de, sba

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