Panorama

Corona-Ausbruch außer Kontrolle? Nordkorea meldet zwei Millionen Fieberfälle

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Trotz der hohen Zahl von fieberbedingten Krankheitsfällen werde die Produktion in Landwirtschaft und den Fabriken wie gewohnt fortgesetzt.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Das abgeschottete Nordkorea hat immer stärker mit sogenannten Fieberfällen zu kämpfen. Trotz über zwei Millionen registrierten Infektionen, verzichtet das Land bislang auf Impfstoffangebote aus Südkorea und den USA. Gegen führende Funktionäre erhebt Machthaber Kim Jong Un schwere Vorwürfe.

Nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im abgeschotteten Nordkorea ist die Zahl der Fieberfälle in dem Land nach behördlichen Angaben auf mehr als zwei Millionen gestiegen. Am Donnerstag seien mehr als 263.000 Fälle hinzugekommen, berichteten Staatsmedien unter Berufung auf das Notfall-Hauptquartier zur Epidemie-Prävention.

Es gibt keine offizielle Bestätigung, ob die Betroffenen mit dem Coronavirus infiziert sind, weil das Land nach Expertenangaben kaum Test-Kapazitäten hat. Die Gesamtzahl der Fieberfälle erhöhte sich demnach auf mehr als 2,24 Millionen. Rund 1,49 Millionen Menschen sollen bereits wieder genesen sein. Die Zahl der Todesfälle wurde mit 65 angegeben.

"Bauprojekte ohne Unterbrechung vorangetrieben"

In dem Land leben knapp 26 Millionen Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass es dort bisher keine flächendeckenden Impfungen gegeben hat. Nordkorea hat bislang auf Angebote von Südkorea und den USA, Impfstoffe und andere medizinische Versorgungsgüter zu erhalten, nach Angaben der Regierung in Seoul nicht reagiert. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte die Lage anfangs als kontrollierbar bezeichnet.

Trotz der hohen Zahl von fieberbedingten Krankheitsfällen werde die Produktion in Landwirtschaft und den Fabriken wie gewohnt fortgesetzt, berichteten Staatsmedien. "Selbst unter der maximalen Notstandssituation für die Epidemie-Prävention wird die normale Produktion in den industriellen Schlüsselbereichen und bei größeren Bauprojekten ohne Unterbrechung vorangetrieben", hieß es.

Nordkorea hatte am Donnerstag vergangener Woche erstmals offiziell Infektionsfälle mit dem Krankheitserreger bestätigt. Die Führung in Pjöngjang handelte daraufhin sofort und verhängte einen landesweiten Lockdown. Machthaber Kim Jong Un warf zudem führenden Funktionären vor, anfangs nicht angemessen auf den Ausbruch reagiert zu haben, wie Staatsmedien berichteten. Durch ihre "Nachlässigkeit und Nicht-Aktivität" seien die Schwachstellen des Epidemie-Präventionssystems zu Tage gefördert worden.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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