Panorama

Personenverkehr eingestellt Österreich kappt Zugverbindung mit Italien

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(Foto: imago images/Volker Preußer)

Im Kampf gegen das Coronavirus ergreift Österreich weitere drastische Maßnahmen. Nach dem Einreiseverbot für Personen aus Italien stellt nun die Bundesbahn der Alpenrepublik den Personenverkehr mit dem Nachbarland ein.

Der Personen-Zugverkehr von und nach Italien über die österreichische Grenze ist eingestellt. "Wir folgen den Anweisungen der Behörden", sagte ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Nicht betroffen sei der Güterverkehr. Als vorläufig letzter Zug habe am Vormittag ein Eurocity aus Italien in Richtung Innsbruck und München die Grenze passiert.

Die im Kampf gegen das Coronavirus angekündigten Kontrollen des Autoverkehrs an der Grenze zu Italien sollten heute beginnen. Am Vormittag liefen die "aufwendigen Vorbereitungen", sagte Polizeisprecher Stefan Eder der Deutschen Presse-Agentur. Für die Kontrollen seien "bauliche Maßnahmen" erforderlich, unter anderem müssten Leitplanken abmontiert werden. Zudem sei zu klären, wohin die Fahrzeuge jeweils geleitet werden und wie genau mit zu erwartenden Staus umgegangen wird. Eine genaue Startzeit für die Kontrollen nannte er nicht.

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In Österreich sind laut Sozialministerium bisher 206 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vier Infizierte sind bereits wieder genesen. Bei einem Gipfel im Bundeskanzleramt in Wien soll am Mittwochnachmittag über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Virus-Ausbreitung beraten werden. Möglich ist, dass Schulen und Kindergärten geschlossen werden.

Am Dienstag hatte Österreich ein Einreiseverbot für Personen aus Italien verhängt, das besonders schwer von der Epidemie betroffen ist. Kontrollen an der Grenze zum südlichen Nachbarland werden in nächster Zeit wieder zur Normalität. Fast niemand aus Italien darf mehr aus beruflichen oder privaten Gründen zu Zielen in Österreich fahren. Für Touristen, die jetzt noch in Italien sind, gilt: Die Durchreise durch Österreich per Auto ist möglich - aber ohne Stopp. Auf der Rückreise von Italien sollten Touristen auf eine Tankfüllung achten, die für die Strecke durch Österreich ausreicht, hieß es vonseiten der Regierung. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 3. April. Allerdings deutete Gesundheitsminister Rudolf Anschober bereits an, dass die Einschränkungen des sozialen Lebens auch Monate dauern könnten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz bat die Bevölkerung in Fernsehinterviews am Dienstagabend, soziale Kontakte zu reduzieren. Als weitere Maßnahme wurden am Mittwoch alle Bundesmuseen geschlossen. Die von der Regierung angeordnete Obergrenze von 100 Personen bei Veranstaltungen in Gebäuden gilt auch für die Gastronomie. Der Stephansdom in Wien ist für Touristen geschlossen. Für Gläubige, die Gottesdienste besuchen, beten oder beichten wollen, bleibt der Dom aber bis zu einer Anzahl von 100 Personen geöffnet.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/rts