Panorama

Mai bringt weniger Tote Phase der Übersterblichkeit scheint beendet

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Im europäischen Vergleich war das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland selbst auf dem Höhepunkt der Pandemie relativ gering.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus kostet in Deutschland Tausende Leben. Zeitweise sterben mehr als zehn Prozent mehr Menschen als in den Jahren zuvor. Zumindest das könnte vorerst vorbei sein: In der ersten Mai-Woche zeichnet sich eine Trendwende ab.

Die Sterblichkeit in Deutschland ist in der ersten Mai-Woche vorläufigen Zahlen zufolge unter den Durchschnitt der Vorjahre gefallen. Die Werte würden sich wegen Nachmeldungen noch leicht erhöhen, sodass der Durchschnitt noch erreicht oder geringfügig überschritten werden könne, teilte das Statistische Bundesamt mit. Da keine auffällig erhöhten Zahlen mehr festzustellen seien, scheine die Phase der zeitweisen Übersterblichkeit in der Corona-Pandemie nach aktuellem Stand beendet.

Vom 4. bis 10. Mai starben den vorläufigen Ergebnissen zufolge mindestens 17.014 Menschen. Das waren 501 Todesfälle weniger als in der Woche zuvor und etwa zwei Prozent weniger als im Durchschnitt des Zeitraums aus den Jahren 2016 bis 2019. Zuvor hatten die Zahlen teilweise weit über diesem Durchschnitt gelegen, was als Übersterblichkeit bezeichnet wird. Ab dem 23. März war dies der Fall, ab dem 6. April lag die Zahl der Todesfälle mit 13 Prozent am höchsten über dem vierjährigen Durchschnitt. In jener Woche erreichte auch die Zahl der Todesfälle wegen Covid-19 den Höhepunkt, wie das Bundesamt mitteilte.

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Insgesamt starben seit Ende März 7486 Menschen beziehungsweise sieben Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten vier Jahre. Betroffen waren vor allem Bayern mit 18 Prozent mehr, Baden-Württemberg, das ein Plus von 16 Prozent zu verzeichnen hatte und Nordrhein-Westfalen, wo 5 Prozent mehr Menschen starben als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Da die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt, sehen die Statistiker die beobachtete Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Sie betonten aber, dies bedeute nicht, dass alle zusätzlich gezählten Fälle in der Statistik auf Covid-19 zurückzuführen seien, auch andere Todesursachen könnten einen Effekt haben.

Im europäischen Vergleich war das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland allerdings vergleichsweise gering. Frankreich habe zwischen 1. März und 20. April im Vorjahresvergleich eine um 27 Prozent erhöhte Sterblichkeit gemeldet, Italien im März 2020 eine um 49 Prozent erhöhte Sterbefallzahl im Vergleich zu den vier Vorjahren.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP