Panorama

600 Teilnehmer, zu wenig Abstand Polizei löst Fetischparty in Berlin auf

Mit groß angelegten Kontrollen prüft die Berliner Polizei gemeinsam mit der Bundespolizei am Abend die Einhaltung der Coronaregeln. Die Beamten stellen fest: Masken zu tragen, ist nicht für jedermann selbstverständlich. Und es gibt Veranstaltungen, da klappt es mit dem Abstandhalten nicht wirklich gut.

Eine Fetischparty mit etwa 600 Gästen in Berlin-Mitte hat am Samstagabend ein jähes Ende gefunden. Beamte der Berliner Polizei und der Bundespolizei lösten die Veranstaltung in der Alten Münze auf. "Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz", hieß es bei der Polizei am späteren Abend. Gemäß der Berliner Infektionsschutzverordnung sind Veranstaltungen in geschlossenen Räumen unter Einhaltung der Hygieneregeln und des Tanzverbots mit bis zu 1000 Menschen zulässig.

Die Veranstalterin erwartet ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Der Mindestabstand habe wegen der Vielzahl der Personen nicht eingehalten werden können. Die Veranstalterin habe die Party nach Aufforderung durch die Beamten beendet. Die Gäste wurden in die Berliner Nacht entlassen und nach Hause geschickt.

Mit Hunderten Einsatzkräften kontrollierte die Berliner Polizei am Samstag, ob sich die Menschen an die Corona-Regeln halten. Rund 1000 Polizisten waren im Laufe des Tages im Einsatz, die Hälfte von der Bundespolizei. Berlins Innensenator Andreas Geisel von der SPD und Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU hatten sich auf den gemeinsamen Einsatz verständigt. Auch für den Sonntag sind Kontrollen geplant.

Akzeptanz von Masken nimmt ab

Die Kontrollen zielen unter anderem auf illegale Partys und die Gastronomie ab, für die größtenteils eine nächtliche Sperrstunde gilt. Die Polizei sagte dem "Tagesspiegel", dass die Kontrollen am Abend schwerpunktmäßig in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Mitte stattfänden. In einer ersten Bilanz hieß es gegenüber der Zeitung: "Erkennbar ist, dass die Akzeptanz zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sichtbar abnimmt."

Auch im Bezirk Pankow musste die Polizei einschreiten. Wie die Einsatzkräfte bei Twitter mitteilten, fand im Stadtteil Weißensee eine Lokalbegehung statt. Dort hielten sich zu viele Personen auf, gefunden wurden auch Drogen auf der Toilette. Eine gültige Konzession wies der Betreiber nicht nach. Auf dem Arnimplatz im Prenzlauer Berg störten die Beamten die Feierlaune von rund 30 Personen ohne Masken.

Die Einsatzkräfte berichteten aber auch von falschen Alarmen: So meldete ein Anrufer eine "Hochzeit mit 60 Personen" im Stadtteil Tiergarten. Vor Ort befanden sich jedoch lediglich zehn Gäste, die den Bestimmungen folgend mit Abstand feierten.

Quelle: ntv.de, jog/dpa